
Nach den tödlichen Schüssen an einem Rave in Aarau sitzt ein 43-jähriger Schweizer in Untersuchungshaft. Seine drei Waffen besass er legal – zum Motiv schweigt er.
Die Kantonspolizei Aargau geht von einer Amoktat aus. Rund 40 Schüsse fielen wahllos, die Schussrichtung wechselte mehrfach, ein gezielter Angriff ist ausgeschlossen. Der Mann stellte sich am Polizeiposten in Delémont selber und macht seither von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Es gibt Anhaltspunkte für eine psychische Labilität, bestätigt sind sie nicht.
Alle drei Waffen, darunter ein Sturmgewehr AK-74, waren auf ihn registriert und vor rund 20 Jahren legal erworben. Das Todesopfer war italienische Staatsbürgerin, der Fall wird im Ausland aufmerksam verfolgt. Sermîn Faki, Nachrichtenchefin von CH Media, war an der Medienkonferenz: «Da herrscht grosse Fassungslosigkeit und Unverständnis darüber, wie das Waffenrecht in der Schweiz ausgestaltet ist.»
Warum stellt sich ein Täter und schweigt dann? Wie kommt ein möglicherweise psychisch labiler Mann legal an drei Waffen? Und war es richtig, das Sicherheitsdispositiv in Aarau so rasch herunterzufahren?
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Sep 3
14 min

Andreas Glarner hat über Jahre provoziert, polarisiert und Grenzen überschritten. Nun kündigt der SVP-Nationalrat seinen Rücktritt auf Ende Jahr an. Ob mit öffentlichen Pranger-Aktionen, sexistischen Aussagen oder dem Deepfake-Video über Nationalrätin Sibel Arslan: Der Aargauer machte die Provokation zu seinem Markenzeichen.
«Ich kenne keinen Politiker, der so beleidigend ist wie Andreas Glarner», sagt Mantel-Chefredaktorin Doris Kleck im Podcast «Hinter der Schlagzeile» von Schweiz Heute. Gleichzeitig sei Glarner politisch erfolgreich geblieben: Er wurde wiedergewählt und führte die SVP Aargau erfolgreich.
Im Gespräch mit Stefan Bühler geht Kleck der Frage nach, weshalb Glarner seine Grenzüberschreitungen lange kaum schadeten. Und sie findet trotz allem einen Grund, den Krawall-Politiker zu loben.
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Sep 2
17 min

In der Schweiz werden immer mehr ADHS-Abklärungen gemacht, vor allem bei Kindern. Eine Fachfrau führt einen Teil des auffälligen Verhaltens aber nicht auf eine Störung zurück, sondern auf den Bildschirm.
ADHS gilt als angeborene neurologische Wahrnehmungsstörung und ist von Autismus zu unterscheiden, obwohl beide zur Neurodivergenz zählen. Auffällig werden Kinder oft schon im Kindergarten: Sie sitzen nicht ruhig oder artikulieren sich schlecht. Die Folgen trägt die Volksschule mit immer mehr Zusatzangeboten.
Anna Wanner, Bundeshausredaktorin von CH Media mit Schwerpunkt Gesundheit, sprach mit einer Autismus- und ADHS-Coach. Diese führt das Verhalten auf zu viel Bildschirmzeit bei Kleinkindern zurück: Sprache, Frustrationstoleranz und soziale Interaktion würden nicht gelernt. «Die Expertin hat gesagt, wir produzieren eine Generation lebensuntauglicher Menschen», sagt Wanner. Fehldiagnosen führten dazu, dass Kinder mit echtem Bedarf zu wenig Hilfe erhalten.
Wo verläuft die Grenze zwischen Wahrnehmungsstörung und antrainiertem Verhalten? Weshalb warnen Fachleute davor, Bildschirmzeit pauschal zu verteufeln? Und wie viel kann die Schule auffangen, was Eltern nicht mitgeben?
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Sep 1
14 min

An den Klassikfestivals dieses Sommers sass das Publikum im T-Shirt neben Smokingträgern, in Luzern gingen Tickets kurzfristig zum halben Preis weg. Die Kleiderordnung der Hochkultur löst sich auf.
In Salzburg herrschten Ende Juli 37 Grad. Im Festspielhaus trug rund die Hälfte des Publikums Smoking, ein Drittel kam, wie es wollte, bis hin zu kurzen Hosen. Zugleich stehen die Festivals wirtschaftlich unter Druck: Das Lucerne Festival ist nur zu 10 Prozent subventioniert, die teuersten Billette kosten 320 Franken, für ein Konzert wurde eine Kategorie kurzfristig um fast die Hälfte verbilligt. In Verona sitzen pro Abend noch etwa 10'000 Zuschauer, früher waren es 15'000 bis 20'000.
Christian Berzins, Musikkritiker von CH Media, nimmt die Lockerung gelassen: «Solange man nicht stinkt, kann man kommen, wie man will.» Auf dem Podium hält sich die alte Ordnung: Während im Saal kurze Hosen sitzen, spielen viele Orchester weiterhin im Frack.
Wie hart kämpfen die Festivals um Sponsorengelder? Warum wird das Stammpublikum älter, ohne auszusterben? Und welche Formate sollen neues Publikum in die Konzertsäle bringen?
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Aug 27
19 min

Mehr als ein Jahr nach dem Bergsturz von Blatten läuft im Lötschental der Wiederaufbau. Doch die Katastrophe hat einen Konflikt ausgelöst, bei dem es um knappen Boden, Ferienwohnungen und viel Geld geht. Mittendrin: Bundesrat Albert Rösti und der einflussreiche Walliser Ständerat Beat Rieder – ein gebürtiger Lötschentaler.
Als sich im Mai 2025 Millionen Tonnen Schutt und Eis über Blatten ergossen, wurden Dutzende Liegenschaften vernichtet. Nun stellt sich eine juristisch und finanziell brisante Frage: Dürfen deren Eigentümer ihre Häuser in einer Nachbargemeinde neu bauen und später als Ferienwohnung verkaufen? Obwohl dies der vom Volk beschlossenen Lex Weber widerspricht, die den Anteil an Ferienwohnungen eng begrenzt?
Für die Betroffenen kann die Antwort einen Unterschied von Hunderttausenden Franken bedeuten. Für viele Einheimische steht dagegen die Zukunft ihrer Dörfer auf dem Spiel. Sie fürchten steigende Bodenpreise und Wohnungen, die einen Grossteil des Jahres leer stehen.
In dieser Folge von «Hinter der Schlagzeile» erklärt Inlandredaktor Benjamin Rosch, weshalb Bundesrat Albert Rösti persönlich ins Lötschental reiste und warum Ständerat Beat Rieder in den Fokus gerät.
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Aug 26
21 min

Wochenlang demonstrierten in Kiew Menschen nicht gegen Russland, sondern gegen ihren eigenen Präsidenten. Selenskyjs entlassener Verteidigungsminister fordert Neuwahlen und das mitten im Krieg.
Auslöser war die Absetzung von Mychajlo Fedorow Mitte Juli. Der 35-Jährige hatte als Digitalisierungsminister Verwaltung und Armee modernisiert und gilt als populär. Seit seiner Entlassung ruft er zu Neuwahlen auf und bringt sich als Alternative in Stellung. Selenskyjs Partei «Diener des Volkes» regiert seit 2019 mit klarer Mehrheit im Parlament, Personalentscheide erklärt der Präsident selten und meist erst nachträglich.
Kurt Pelda, Kriegsreporter von CH Media, sieht den Präsidenten bei der Korruption in einer Doppelrolle: «Selenskyj ist in dieser ganzen Korruptionsgeschichte nicht die Lösung, sondern ein Teil des Problems.» Neuwahlen hält er dennoch für unrealistisch: Wahllokale in Frontnähe wären ein Ziel für russische Drohnen und Raketen, ein Streit unter den Parteien würde Moskau in die Hände spielen.
Wie sollen Soldaten an der Front und Millionen Geflüchtete überhaupt wählen? Wer käme als Nachfolger infrage? Und wie lange dauert der Krieg noch?
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Aug 25
17 min

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana beginnt für viele Familien neben der Trauer auch eine jahrelange juristische Aufarbeitung. Wer gilt vor Gericht überhaupt als Angehöriger, wie hoch fallen Genugtuungen aus – und was bedeutet es für Betroffene, wenn sie womöglich zehn oder 15 Jahre auf einen endgültigen Entscheid warten müssen?
Im Podcast «Hinter der Schlagzeile» spricht Inlandredaktor Julian Spörri über schwierige Fragen zu den Rechten von Angehörigen, langwierige Verfahren und darüber, warum die juristische Aufarbeitung für viele Familien zu einer zusätzlichen Belastung wird.
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Gast: Julian Spörri
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Aug 20
19 min

Ob Hafermilch im Kaffee, Jobwechsel oder Partnerwahl: Immer steht das Vertraute gegen das Neue. Eine Formel des Physikers Richard Feynman zeigt, wann sich das Risiko lohnt.
Feynman notierte sie in den 70er-Jahren auf einem Zettel in einem Restaurant, für einen Kollegen, der dort stets dasselbe Gericht bestellte. Der Zettel geriet in Vergessenheit, bis Forschende die Rechnung nun in einer Studie überprüften. Entscheidend ist, wie oft sich dieselbe Wahl noch stellt: Wer ein letztes Mal wählt, bleibt besser beim Bewährten. Wer hundert Gelegenheiten hat, probiert Neues. Ein Treffer zahlt sich dann viele Male aus.
Stephanie Schnydrig aus der Wissenschaftsredaktion von CH Media hat die Studie ausgewertet. Sie warnt vor zu viel Zutrauen in die Rechnung: «Die Formel ist eigentlich einfach, aber die ganzen Annahmen, die man im realen Leben treffen muss, sind nicht so einfach.» Bei der Partnerwahl lässt sich kaum beziffern, wie viele Optionen noch folgen.
Warum fällt es dem Gehirn so schwer, Gewohnheiten zu durchbrechen? Wie lange dauert es, bis eine neue Gewohnheit entsteht? Und wie viele Bewerbende soll einladen, wer eine Stelle besetzen will?
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Bei der Partnerwahl oder im Restaurant: Wann sollte man aufhören zu suchen?
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Gast: Stephanie Schnydrig
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Aug 19
17 min

Der FC Luzern wird 125 Jahre alt und hat in dieser Zeit genau einen Meistertitel geholt: 1989. Trotzdem bewegt kaum ein Schweizer Klub eine Region so wie dieser. Raphael Gutzwiller, Sportjournalist bei CH Media, hat für die Podcast-Serie «Nome Lozärn» rund 15 Weggefährten getroffen: Ex-Präsidenten, Spieler, Journalisten...
Er erzählt vom Jubellauf Hanspeter Burris mit dem Pokal zur Fankurve, von der Meisternacht, in der Torschütze und Trainer im Festzelt aneinandergerieten, von zwei Momenten kurz vor dem Konkurs und vom Machtkampf um Grossaktionär Bernhard Alpstaeg, über den derzeit Gerichte entscheiden.
«Man könnte den FCL auch FC Netflix nennen», sagt der ehemalige Medienchef Stefan Bucher in der Serie. Und Gutzwiller, aufgewachsen in Luzern, erklärt, wie man über einen Klub berichtet, mit dem man selber gross geworden ist. Seit er darüber schreibt, trägt er keinen Fan-Schal mehr.
Alle bisher erschienen Folgen finden Sie hier:
«Nomä Lozärn»: Der FC Luzern wird 125 Jahre
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Hinter der Schlagzeile – Podcast mit Joëlle Weil und Stefan Bühler
Host und Produzentin: Joëlle Weil
Gast: Raphael Gutzwiller
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Aug 18
19 min

Für 2500 Franken lässt sich der Körper von Kopf bis Fuss durchleuchten. Ein Angebot, das zunehmend auch bei jungen, gesunden Menschen Interesse weckt und die Frage aufwirft, wer sich solche Vorsorge leisten kann.
Ganzkörper-MRI-Untersuchungen werden in der Schweiz privat angeboten und von den Krankenkassen nicht übernommen. Zusatzversicherungen decken höchstens einen Teil der Kosten. Kritiker sprechen von einer Zweiklassengesellschaft in der Präventionsmedizin, da sich eine Untersuchung nur leisten kann, wer über die nötigen Mittel verfügt. Befürworter verweisen auf sinkende Preise, wie bei anderen einst exklusiven Technologien.
CH Media-Sportjournalist Etienne Wuillemin hat sich einem solchen Scan unterzogen. Dabei entstanden rund 6858 Einzelbilder, ausgewertet auch mit Unterstützung künstlicher Intelligenz. Zur Kostenfrage sagt Wuillemin : «Ich finde, wenn man das möchte, soll man es auch selber zahlen.»
Das Ergebnis zeigte keine Hinweise auf Krebs oder Alzheimer, einzig die bekannten Hüftprobleme wurden bestätigt. Der Arzt empfahl mediterrane Ernährung sowie eine Wiederholung alle zwei Jahre. Ob er das MRI wiederholt, hat Wuillemin noch nicht entschieden.
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Gast: Etienne Wuillemin
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Aug 13
18 min
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