
In den letzten Folgen meines Podcasts ging es darum, dass der Leerstand der Hölle sich sukzessive vergrößert, indem ihr eine Gruppe nach der anderen abhanden kommt: Dazu gehören die Glaubenden, die Kinder, die Armen, die Barmherzigen und Menschen, die in einer engen, meist familiären Beziehung zu den Glaubenden stehen. Sie alle stehen laut dem Zeugnis der Bibel in einer direkten oder indirekten Beziehung zu Jesus Christus, durch die sie an seiner Erlösung Anteil bekommen können. Damit hat bereits die große Mehrheit der Menschen mit der Hölle nichts zu schaffen. Gleichzeitig sehen wir, wie groß die Retterliebe von Jesus ist. Er ist nicht damit zufrieden, diejenigen in seine Welt aufzunehmen, die sich zu ihm bekehren und an ihn glauben, sondern er sucht auch bei allen anderen nach einer Möglichkeit, sich mit ihnen zu verbinden. Da stellt sich dann doch die Frage: Gelangen wir auf diesem Weg nicht am Ende zur Allversöhnung? Stehen nicht auch die übrigen in einer irgendwie gearteten Beziehung zu Jesus, allein dadurch, dass er für alle gestorben ist? Doch hier stoßen wir an eine Grenze, die Jesus selbst gesetzt hat. Von einer Gruppe von Menschen sagt er explizit, dass er für sie nichts tun kann. Es geht um Menschen, die sich der sogenannten „Sünde gegen den Heiligen Geist“ schuldig gemacht haben (Matthäus 12,31-32; Markus 3,28-30). Jesus erklärt: Trotz der großen Vergebungsbereitschaft Gottes gibt es Menschen, bei denen seine Vergebung nicht ankommt, weil sie auf eine Weise gesündigt haben, infolge derer ihre Sünde unwiderruflich an ihnen haftet.
May 20
39 min

Können Christen Hoffnung für ihre Familienangehörigen haben, wenn diese sterben, ohne dass sie selbst zum Glauben an Jesus gekommen sind? In dieser Situation ist die Allversöhnung sehr attraktiv. Aber was ist, wenn man von ihr nicht überzeugt ist, weil zu viel dagegen spricht? Muss man dann das Schlimmste befürchten, nämlich ein ewiges „Verlorensein“ des oder der Verstorbenen? Um diese Frage geht es in der neuen Folge „Ungläubige Angehörige“ von Hasophonie.
Apr 10
38 min

In der neuen Folge von Hasophonie geht es noch einmal um die Höllentexte des Matthäus-Evangeliums. In der letzten Folge zeigte sich eine Diskrepanz: Für Matthäus ist Barmherzigkeit zentraler Wert, und gleichzeitig ist er der schärfste Höllenprediger des Neuen Testaments. Warum ist das so und auf wen ist es gemünzt. Die Antwort ist einfach: Kandidaten für die Hölle sind bei ihm vor allem religiöse Hardliner, also Menschen, die sehr fromm sind, aber ihre Frömmigkeit mit Machtmitteln und Härte anderen aufzwingen wollen. Zu solchen sagt Jesus: „Wie wollt ihr dem Strafgericht der Hölle entrinnen?“ (Matthäus 23,33). Das ist eine steile Aussage, die für uns von besonderer Brisanz ist, weil heutige christliche Hardliner den damaligen jüdischen auf bedrückende Weise ähneln. Deshalb schaue ich die Sache in vier Schritten genauer an:Waren die Pharisäer wirklich so, wie wir sie aus dem Neuen Testament zu kennen meinen? Wie wird man zum Hardliner, wenn man eigentlich etwas Gutes will? Was ist davon zu halten, dass religiöse Hardliner mit der Hölle bedroht werden? Wie können wir uns davor schützen, in der Auseinandersetzung mit ihnen selbst hart zu werden?
Mar 6
52 min

In meinem Exkurs über Allversöhnung beschäftigt mich die Erzählung vom Weltgericht in Matthäus 25 etwas länger. Diesmal geht es um die Frage: „Muss diese Erzählung als reale Beschreibung eines Weltgerichts mit doppeltem Ausgang verstanden werden? Kann man die Menschheit wirklich in Barmherzige und Unbarmherzige aufteilen? Handeln wir nicht manchmal barmherzig und manchmal nicht? Ist hier vielleicht mit Gericht etwas ganz anderes gemeint?“ Außerdem geht es darum, dass, wenn wir Matthäus folgen, das Wichtigste bei einem Menschen nicht ist, ob er rechtgläubig oder „ethisch korrekt“ ist, sondern ob er barmherzig ist. Und natürlich gilt das auch für ihn selbst: Auf den ersten Blick liest sich das Matthäus-Evangelium wie eine fortgesetzte Höllenpredigt, aber auf den zweiten ist Matthäus vor allem ein Evangelist der Barmherzigkeit.
Dec 19, 2025
22 min

Ich setze meinen Exkurs zum Thema Allversöhnung fort. Es geht um die Erzählung vom Weltgericht aus Matthäus 25. Eigentlich ist die Botschaft ganz einfach: Es gibt eine weitere Gruppe von Menschen, die den Leerstand der Hölle sehr vergrößert, nämlich alle, die an ihren Mitmenschen barmherzig handeln. So einfach, wie es klingt, ist es bei näherem Hinsehen allerdings nicht. Wer sich mit dem Text genauer beschäftigt, stößt auf bestimmte Fragen oder Einwände. (1) Wer sind die geringsten Brüder (und Schwestern) Jesu? Wem muss einer Gutes getan haben, um in den Himmel zu kommen? Sind tatsächlich alle Armen dieser Welt gemeint? (2) Wäre es nicht Werkgerechtigkeit, wenn jemand aufgrund seiner guten Taten in den Himmel kommt? Wer das reformatorische „Allein durch den Glauben“ verinnerlicht hat, dem macht dieser Gedanke Bauchschmerzen. (3) Muss diese Erzählung als reale Beschreibung eines Weltgerichts mit doppeltem Ausgang verstanden werden? Kann man die Menschheit wirklich in Barmherzige und Unbarmherzige aufteilen? Handeln wir nicht manchmal barmherzig und manchmal nicht? Ist hier vielleicht mit Gericht etwas ganz anderes gemeint? (4) Gibt es im Matthäusevangelium eine Gruppe von Menschen, die besonders höllengefährdet ist? In dieser Folge spreche ich über die beiden ersten dieser Fragen.
Nov 21, 2025
33 min

„Eine kurze Geschichte des Jenseits“ heißt die neue Folge meines Podcasts Hasophonie. Es geht noch einmal um die Erzählung von Lazarus und dem reichen Mann und besonders um die Frage: „Wo genau befinden sich die beiden? Von Himmel und Hölle ist hier ja nicht die Rede, sondern nur von Abrahams Schoß und von der Unterwelt, genauer gesagt, vom Hades.“ Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob die Bibel in Bezug auf das Jenseits einige Unstimmigkeiten enthält. Das löst bei manchen Zweifel aus, ob bestimmte Aussagen überhaupt ernst zu nehmen sind. Deshalb entwirre ich das, was wie ein Wirrwarr aussieht, und zeige, dass Jesus und das Neue Testament sehr stimmig mit dem umgehen, was sich an Jenseitsvorstellungen im Judentum herauskristaliisiert hatte. An Ende gehe ich dann auf die Frage ein, ob das Schicksal des reichen Mannes unwiderruflich ist oder ob es für ihn nicht doch noch einen Ausweg gibt.
Oct 22, 2025
30 min

Wer sich mit dem Thema Himmel und Hölle beschäftigt, kommt an der Erzählung von Lazarus und dem reichen Mann aus dem Lukasevangelium nicht vorbei. In zwei Folgen untersuche ich sie. Dabei geht es um drei Fragen:1) Warum kommt Lazarus an einen Ort der Glückseligkeit – und der reiche Mann nicht? 2) Wo genau befinden sich die beiden? Von Himmel und Hölle ist hier ja nicht die Rede, sondern nur von Abrahams Schoß und von der Unterwelt, genauer gesagt, vom Hades. 3) Ist die Gefahr, in der Leute wie der reiche Mann stehen, real oder fiktiv? Anders gefragt: Kann man aus dieser Erzählung ableiten, dass es einen Ort der Pein gibt, aus dem kein Entkommen möglich ist? Der Exklusivismus, den ich in einer früheren Folge vorgestellt habe, sagt: natürlich gibt es diesen Ort. Die Allversöhnung sagt: auf keinen Fall. Der Inklusivismus, den ich vertrete, sagt: wir werden sehen.
Oct 3, 2025
29 min

Kleine Kinder, wenn sie sterben, haben keinen Zutritt zur Hölle. So einfach ist das. Dennoch hat die Kirche sich in ihrer Geschichte sehr schwer damit getan, solche Kinder im Himmel zu sehen. Diese Diskrepanz führt mich zu einigen Fragen, über die ich in der neuen Folge von Hasophonie spreche: (1) Warum fiel es der Kirche so schwer? (2) Welche Indikatoren in der Bibel lassen uns darauf schließen, dass bestimmte Menschen(gruppen) Kandidaten für den Himmel sind – wenn es nicht nur die Glaubenden, aber auch nicht ausnahmslos alle sind?(3) Inwiefern treffen diese Indikatoren auf kleine Kinder zu? Außerdem erzähle ich, warum dieses Thema mich persönlich berührt.
Aug 1, 2025
27 min

Ich setze meine Gesprächsbeiträge zum Thema Allversöhnung fort. In der neuen Folge von Hasophonie beginnt meine Untersuchung von Einzelfällen. Hier ein kurzer Überblick, welche Gruppen von Menschen ich besprechen werde: die Glaubenden, die Kinder, die Armen, die Barmherzigen, ungläubig verstorbene Angehörige – für viele der brennendste Aspekt – und schließlich die Menschen, die bereits im Totenreich sind, und zwar in dem Teil des Hades, der als Zwischenstation zur eigentlichen Hölle dient.In dieser Folge geht es darum, dass das reformatorische „Allein durch den Glauben“ einige biblische Aussagen auf seiner Seite hat, von anderen aber in Frage gestellt wird. Wie gehen wir damit um, dass die Bibel zu vielen Themen mal hü und mal hott sagt?
Jul 19, 2025
29 min

In der neuen Folge von Hasophonie setze ich meine Gesprächsbeiträge zum Thema Allversöhnung fort. Ich stelle in der aktuellen Debatte ein großes Missverständnis fest. Die Sache wird so dargestellt, als ob die Alternative zur Allversöhnung eine kümmerliche Erlösung ist, bei der die Mehrheit der Menschen in der Hölle landet und der Sieg Christi in Wirklichkeit zu einer gefühlten Niederlage wird. Diese Optik ist verzerrt, sie entspricht nicht dem biblischen Gesamtzeugnis. Und sie entspricht auch nicht dem Denken vieler frühevangelikaler Höllenprediger, die eine kleine, dünnbesiedelte Hölle und einen riesigen Himmel voller Menschen erwarteten. Darüber hinaus gehe ich auf Lazarus und den reichen Mann ein und auf die Gretchenfrage, ob auch Adolf Hitler im Himmel sein wird. Und schließlich positioniere ich mich genauer als bisher und erkläre, worum es mir in diesem Exkurs geht:„Auch wenn ich diese Podcastreihe als Ferndiskussion mit Allversöhnern führe, ist mein Hauptanliegen nicht, die Allversöhnung zu widerlegen oder zu bekämpfen. Ich habe vielmehr die im Blick, die mit der Höllenlehre, die man ihnen beigebracht hat, nicht gut klarkommen, die aber wie ich nicht von der Allversöhnung überzeugt sind, weil man dann zu viel in der Bibel wegerklären müsste. Ihnen möchte ich eine Alternative zeigen. Man kann auch ohne Allversöhnung zu einer großen Hoffnung kommen. Und man ist damit biblisch auf festerem Boden und kirchengeschichtlich in guter Gesellschaft.“
Jul 4, 2025
18 min
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