DAS DRITTE REICH -
Die Geschichte des Nationalsozialismus
DAS DRITTE REICH - Die Geschichte des Nationalsozialismus
Janez Erat
Ein Versuch diese Epoche der deutschen Geschichte auf verständliche Weise zu beschreiben. WICHTIG !! Mein Interesse ist ein rein Geschichtliches, dass möchte ich betonen. Ich will mich dabei um objektive Sachlichkeit, d.h. um eine genaue Wiedergabe der Realität, bemühen und habe keine politischen Ziele !! Bei einem Thema wie diesem, ist das besonders wichtig zu betonen. Sowohl Täter als auch Opfer sollen in diesem Podcast zum Thema gemacht werden.
#61 Dr. Theodor Morell – Hitlers geheimnisvoller Arzt
Angebote von Königshäusern – darunter der Schah von Persien und der König von Rumänien – lehnte Morell ab. Zu seinen Patienten zählten zahlreiche Juden, unter ihnen der Operntenor Richard Tauber, weshalb er vermutlich kein Antisemit war. Viele seiner Patienten waren gar nicht ernsthaft krank, sondern gehörten zu den sogenannten „besorgten Gesunden“. Ihr Bedürfnis nach Wohlbefinden bediente Morell mit einer Fülle von Behandlungen: Vitamine, Hormone, Enzyme, Metabolite, Organextrakte, Elektrotherapie. Er war ein begeisterter Polypharmakologe und besonders angetan von 20-prozentigen Glukose-Infusionen – einer reinen Placebobehandlung. Eine seiner beständigsten Überzeugungen galt der Rolle der Darmbakterien als Ursache gastrointestinaler Beschwerden. 
Jul 13
1 hr 13 min
#60 „Heim ins Reich“ – Himmlers Pläne für Südtirol und das Kanaltal
Vor diesem Hintergrund verkündete Mussolini im Oktober 1936 die Entstehung der „Achse Rom–Berlin“, um die sich nach seiner Vorstellung die europäische Politik künftig drehen sollte. Für Hitler bedeutete dies einen wichtigen außenpolitischen Erfolg. Gleichzeitig verlor die Südtirolfrage zunehmend an Bedeutung, da die Interessen der deutschsprachigen Minderheiten den strategischen Zielen der deutsch-italienischen Partnerschaft untergeordnet wurden. Diese Entwicklung mündete schließlich in die sogenannte Option von 1939.Mit dem Anschluss Österreichs am 12. März 1938 erhielt die Situation jedoch eine neue Dynamik. Das Deutsche Reich grenzte nun unmittelbar an Italien, und sowohl in Südtirol als auch im Kanaltal entstand bei vielen Menschen die Hoffnung auf eine Rückkehr in den deutschen beziehungsweise österreichischen Staatsverband. Im Kanaltal löste die Nachricht große Begeisterung aus, und offen wurde der Wunsch geäußert, wieder zu Österreich zu gehören. Hitler versicherte Mussolini zwar wiederholt, dass die Brennergrenze unangetastet bleiben werde – „es ist der Brenner“, schrieb er kurz vor dem Anschluss –, doch gerade diese Zusicherung machte die Frage der deutschsprachigen Bevölkerung südlich der Grenze umso dringlicher. Außenminister Galeazzo Ciano notierte bereits im April 1938 in seinem Tagebuch die Überlegung, man werde die Deutschen dazu bewegen müssen, ihre Volksgenossen zurückzunehmen. Da man die Berge nicht versetzen könne, müsse man eben die Menschen versetzen. Wenige Tage später sprach Hermann Göring erstmals von einem „Aut-aut“: Die Südtiroler sollten sich entscheiden müssen, entweder ins Reich auszuwandern oder dauerhaft italienische Staatsbürger zu bleiben.
Jun 24
1 hr 43 min
#59 Die Geburt der NSDAP: Der Abend des 24. Februar 1920
Aus dem PND-Bericht vom 24. Februar 1920 geht hervor, dass Hitler keineswegs den triumphalen Auftritt hatte, den er später in „Mein Kampf“ schilderte. Es gab Zwischenrufe, es gab eine erhebliche Kommunisten- und Sozialdemokraten-Fraktion im Saal, es gab Tumulte. Drexler musste mehrfach eingreifen. Saalordner – Reichswehrsoldaten in Zivil, die Röhm geschickt hatte – schlugen Störer nieder. So nüchtern muss man sich diesen „Gründungstag“ vorstellen: Es war keine erleuchtete Stunde, es war ein Bierkellerabend, der laut wurde.Der nüchterne Polizeibericht erzählt eine andere Geschichte: ein lauter Bierkellerabend, Tumulte, Saalschlägereien, eine Versammlung von vielleicht 2.000 Leuten in einer Stadt, in der das gerade einmal eine mittlere Sensation war.Und doch: Etwas hatte sich verschoben. Die DAP, die im Januar 1919 von einem Werkzeugschlosser und einem Journalisten in einem Hinterzimmer mit knapp zwei Dutzend Mitgliedern gegründet worden war, hatte nun ein Programm, einen Namen (ab diesem Tag offiziell: **Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, NSDAP**), und einen Starredner. Mehr noch nicht. Aber das war 1920 schon mehr, als die meisten anderen Splittergruppen hatten.Hitler war es demnach zu verdanken, dass die Partei in dieser Zeit von ungefähr 50 Mitgliedern auf 2000 in wenigen Monaten anwuchs und dadurch in München zum politischen Faktor wurde, bekannt und auch von der Polizei ernst genommen. Die Polizeiberichte billigten der Bewegung sogar etwas positives zu, dass si geschafft hat den Patriotismus zu stärken auch im positiven Sinne.
Jun 11
1 hr 11 min
#58 Die DAP Zeit und Hitlers erste Kontakte (1919–1920)
Die DAP hatte ein Problem, das jede Splitterpartei kennt – sie war zu klein, um wahrgenommen zu werden, und wurde nicht wahrgenommen, weil sie zu klein war. Hitler durchbrach diesen Teufelskreis mit einer simplen Methode: Er druckte Plakate. Echte rote Plakate, knallig, mit fett gedruckten Schlagwörtern. Das waren die Methoden der Kommunisten, der eigentlichen Feinde, aber die Propaganda der Bolschewiken funktionierte und man übernahm sie. Das war für die DAP eine kleine Revolution. Bis dahin hatten sie ihre Versammlungen mit handgeschriebenen Postkarten angekündigt. Hitler ließ Plakate kleben. Und siehe da, es kamen Leute.Am 16\. Oktober 1919 hielt Hitler im Hofbräuhauskeller seine erste größere Rede vor einem Publikum, das nicht nur aus Stammgästen bestand. Etwa 70 bis 100 Personen waren da – für die DAP ein Riesenerfolg. Hitler sprach 30 Minuten, redete sich in Rage, wie ein Helikopter, der erstmal auf Drehzahl kommen muss und dann plötzlich abhebt, dann einmal in der Luft wird von oben gefeuert überall und auf jeden mit heftigen Attacken und scharfen radikalen Aussagen und in dieser Versammlung saß auch jemand, der für die nächsten anderthalb Jahrzehnte zu einer Schlüsselfigur werden sollte: **Ernst Röhm**.
May 14
1 hr 1 min
#57 Hitler 1919–1920: Der Eintritt in die Politik und das Verhältnis zu Anton Drexler
Im Zentrum der neuen Partei standen Anton Drexler, ein Werkzeugmacher und treibende Kraft der frühen Organisation, sowie Karl Harrer, ein Journalist mit Verbindungen zur Thule-Gesellschaft. Unterstützt wurden sie von wenigen Gleichgesinnten, unter ihnen Gottfried Feder, der früh ideologische Versatzstücke lieferte, sowie Dietrich Eckart, der bald als intellektueller Mentor und Verbindungsglied zu breiteren völkischen Kreisen fungierte.Diese frühe Phase hatte noch nichts mit der späteren Machtstruktur des NS-Staates gemein. Die DAP war eher ein politischer Stammtisch als eine Partei im modernen Sinne. Ihre Mitgliederzahl war gering, ihr Einfluss minimal, und ihre Aktivitäten beschränkten sich weitgehend auf Diskussionen und kleine Versammlungen. Auffällig ist deshalb, dass kaum einer der später bekannten NS-Führer zu diesem Zeitpunkt bereits beteiligt war.
Apr 22
55 min
#56 Hitler im Sommer 1919: ‚Streunender Hund‘ oder ‚Antisemit‘?
In der zweiten Hälfte des Jahres 1919 befand sich Adolf Hitler in einer entscheidenden Phase seines Lebens, die den Übergang von einem politisch weitgehend orientierungslosen ehemaligen Frontsoldaten zu einem ideologisch gefestigten politischen Agitator markierte. Es geht um eine entscheidende Wende von der Privatperson Hitler zum Politiker, überhaupt scheint hier zum ersten Mal der Gedanke gefasst worden zu sein, sich mit Politik zu befassen. Der Unterschied zu Mussolini, Hitler war kein geborener Politiker, er wurde es. Wann und wie dieser entscheidende Übergang stattfand, ist bis heute ein Streitthema und bleibt ungelöst. Manche Dinge, wie was jemand wirklich in seinem Inneren gedacht hat, geplant hat, sind von außen nicht einzublicken. Es bleibt bei Vermutungen.
Apr 3
1 hr 2 min
#55 Magda Goebbels: Die Ehekrise und das fatale Ende
Meissner glaubt, dass Magdas Hinwendung zur NSDAP aus purer Langeweile und dem Wunsch, Teil von etwas Größerem zu sein, resultierte. Wäre Dr. Goebbels Rabbiner gewesen, hätte sie sich vielleicht dem Judentum zugewandt. Sie sehnte sich nach Aufregung und Leidenschaft und, da sie intelligent war, bevorzugte sie es, diese in eine politische, moralische oder philosophische Bewegung zu kanalisieren. Da sie einen Großteil ihrer Kindheit in einem Kloster verbracht hatte, schätzte sie Disziplin, sehnte sich aber nach emotionaler Leidenschaft, die nicht damit einherging. Sie wollte auch Veränderung, eine Art allgemeine Befreiung, von der sie sich erhoffte, sie von der Eintönigkeit ihres Alltags zu erlösen.
Mar 14
54 min
#54 Magda Goebbels, die „First Lady“ des Dritten Reiches - Teil 1
Erst sprechen wir über das persönliche Verhältnis Hitlers mit Mussolini.Es folgt die Biographie von Magda Goebbels:1920 lernte Magda auf einer Zugreise zurück zur Schule Günther Quandt kennen, einen wohlhabenden deutschen Industriemagnaten, der doppelt so alt war wie sie. Quandt umwarb sie auf altmodische Weise; es war keine leidenschaftliche Jugendliebe wie jene, die sie einst mit Chaim erlebt hatte.
Feb 27
53 min
#53 Mussolini: Es gab kein Marsch auf Rom
Als der Erste Weltkrieg ausbrach, meldete sich Benito Mussolini – wie viele italienische Nationalisten jener Zeit – freiwillig zum Militärdienst. Seine freiwillige Meldung wurde jedoch zunächst abgelehnt. Der Grund lag in seinem Ruf als radikaler Sozialist und politischer Agitator. Er protestierte heftig ganz seiner cholerischen Natur entsprechend, aber der verantwortliche Rekrutierungsoffizier antwortete ihm, wir können keine Schlappschwänze gebrauchen, die umknicken, wenns ums Eingemachte geht. Die italienische Armee betrachtete ihn als politisch unzuverlässig und verwies ihn darauf, auf seine reguläre Einberufung als Reservist zu warten.
Feb 9
1 hr 5 min
#52 - Herbst 1914: Als Mussolini die Seiten wechselte
Am 15. November 1914 gründet er die Zeitung Il Popolo d’Italia, offen interventionistisch, finanziell unterstützt von industriellen und später auch staatlichen Kreisen. Kurz darauf wird er aus der Sozialistischen Partei ausgeschlossen.Mit diesem Schritt ersetzt Mussolini den Klassenkampf durch den Krieg als Motor der Geschichte. Gewalt wird nun nicht mehr als Verbrechen, sondern als schöpferische, reinigende Kraft interpretiert – ein zentraler Gedanke des späteren Faschismus.Der Faschismus entsteht ideologisch zwischen 1914 und 1919 und wird mit der Gründung der Fasci di combattimento (23. März 1919) politisch organisiert. Der frühere Antikriegsmann wird zum Theoretiker des permanenten Kampfes.
Jan 22
52 min
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