SWR Kultur Forum
SWR Kultur Forum
SWR
Im SWR Kultur Forum diskutieren wir über Gott und die Welt, über Fußball und den Erdball. Unsere Gäste kommen aus Wissenschaft, Literatur und Kultur – und manchmal auch aus der Politik.
Nord-Stream vor Gericht – Wer sprengte die Ostsee-Pipelines?
Vor dem Hamburger Oberlandesgericht beginnt heute (14. Oktober) der erste Prozess rund um die Nord-Stream-Explosionen im September 2022. Angeklagt ist der Ukrainer Serhji K. Ihm werden Kriegsverbrechen und das Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen vorgeworfen. Er soll das Sabotageteam geleitet haben, das die Gaspipelines Nord-Stream 1 und 2 in der Ostsee sprengte. Zur Aufarbeitung vor Gericht kommt die politische, denn Deutschlands Nord-Stream Geschichte gleicht einem Polit-Krimi. Was ist vom Prozess zu erwarten? Wie wahrscheinlich ist eine staatliche ukrainische Beteiligung? Wo steht die politische Aufarbeitung? Andrea Beer diskutiert mit Steffen Dobbert – Journalist und Autor; Prof. Dr. Claudia Kemfert – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin; Holger Schmidt – SWR-Journalist und ARD-Geheimdienstexperte
Oct 14
44 min
Macht, Wissen, Grenzgänger – Was fasziniert noch heute an Michel Foucault?
Er war eine Art Superstar der französischen Geisteswelt: Michel Foucault. Philosoph, Historiker, Anthropologe, Soziologe, Aktivist. Ein unkonventioneller Professor im Rollkragenpullover, der auch auf die Straße ging und Gefängnisinsassen zu einer eigenen Stimme verhalf. Dabei aber auch hoch akademisch über das Verhältnis zwischen Macht und Gesellschaft philosophierte und über unser Denken in historisch geprägten Kategorien. Am 15. Oktober wäre Michel Foucault 100 Jahre alt geworden. Was macht ihn bis heute zu einer solch schimmernden Figur, deren Werke nicht an Wirkmacht verloren haben? Und wie ist der Mensch hinter diesem großen Denker zu begreifen? Antje Allroggen diskutiert mit Prof. Dr. Philipp Felsch – Kulturwissenschaftler an der HU Berlin; Dr. habil. Jens Kastner – Soziologe und Kunsthistoriker, Wien; Cord Riechelmann – Biologe und Philosoph
Oct 13
44 min
Selbst ist der Bürger – Wieviel Staat muss sein?
Städte und Gemeinden haben zu wenig Geld, sie müssen Bäder und Museen schließen, Busverbindungen streichen und Kita-Zeiten reduzieren. Das verursacht Frust und miese Laune – aber spornt manche auch an, sich zu engagieren: Für das Gemeinwohl betreiben sie Zugstrecken, Schwimmbäder, Senioren-WGs und Bürgerpatrouillen. Sind solche Ehrenamtlichen Lückenbüßer oder Vorbild? Was ist gut machbar, wenn der Staat nicht liefert? Und wo ist er unverzichtbar? Marion Theis diskutiert mit Apl. Prof. Dr. Felix Heidenreich – Politikwissenschaftler; Hanna Kribbel – Sozialforscherin; Severin Rommeler – Bürgermeister von Sauldorf
Oct 12
44 min
Ziemlich gute Nachbarn – Wie steht es um die tschechisch-deutsche Freundschaft?
Tschechien ist in diesem Jahr Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse. Mehr als 70 Autorinnen und Autorinnen kommen nach Frankfurt, um ihre Bücher vorzustellen und um auf die vielfältige Kulturszene in Tschechien aufmerksam zu machen. Ein Anlass, um nicht nur über Literatur zu sprechen, sondern auch über gemeinsame Geschichte, alte Verletzungen und neue Nachbarschaft. Was trennt und was verbindet Deutschland und Tschechien – historisch, politisch und kulturell? Eva Röder diskutiert mit Dr. Radka Denemarková – Schriftstellerin und Übersetzerin; Jaroslav Rudiš – Schriftsteller und Musiker; Prof. Dr. Martin Schulze-Wessel –Osteuropahistoriker an der Universität München
Oct 9
43 min
Schreibtischhelden und Schmierfinken – Wie das Kino unser Bild vom Journalismus prägt
Vor 50 Jahren kam der Film „Die Unbestechlichen“ mit Dustin Hoffman und Robert Redford ins Kino. Er handelte vom Watergate-Skandal und gilt vielen als die „Mutter aller Journalistenfilme“. Seitdem sind Journalisten in Filmen mal unerschrockene Helden, mal skrupellose Hetzer oder manipulieren verführerisch ihr Gegenüber. Auch diese Woche startet mit Aaron Sorkins „The Social Reckoning“ ein Film über die sogenannten „Facebook-Files“, Enthüllungen des Wallstreet Journals über den Facebook-Konzern. Inwiefern stimmt das Bild, das die Filme vermitteln mit der Realität überein? Wie hat das Kino unser Verhältnis zum Journalismus verändert? Und haben die Filme dem Ruf der Medien eher geholfen oder möglicherweise geschadet? Karsten Umlauf diskutiert mit Daniel Drepper – Investigativjournalist, Vorsitzender „Netzwerk Recherche“; Samira El Ouassil – Autorin, Schauspielerin und Publizistin; Patrick Torma – Freier Journalist (journalistenfilme.de)
Oct 8
44 min
Roman ohne Autor – Tötet KI die Literatur?
Frankreich hat seinen ganz großen Literatur-Skandal. Der Erfolgsgautor Thélyson Orélien soll seinen für den Prix Goncourt gehandelten Roman mit Künstlicher Intelligenz geschrieben haben, er streitet das ab, den begehrten Preis wird er dennoch nicht kriegen. Auch auf der Frankfurter Buchmesse ist KI das bestimmende Thema. Dabei geht es längst nicht mehr um die Frage, ob Künstliche Intelligenz die Literatur verändert, sondern wie sie das tut. Wird die Kollaboration Mensch und Maschine zur Normalität? Lesen wir bald Romane ohne Autor? Oder dürfen wir uns auch auf neue literarische Experimente freuen? Nur wer entscheidet, was erlaubt ist? Gregor Papsch diskutiert mit Prof. Dr. Hannes Bajohr – Autor und Literaturwissenschaftler, University of California, Berkeley; Claudia Hamm – Autorin und Übersetzerin, Berlin; Prof. Dr. Julian Schröter – Literaturwissenschaftler, Ludwig-Maximilians-Universität München
Oct 7
43 min
Zwischen Alltag und Nahostkonflikt – Was bedeutet Jüdischsein heute?
Seit dem terroristischen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zieht der Nahostkonflikt tiefe Risse durch Deutschland – aktuell diskutiert das Land nach der Berlin-Wahl heftig über Antisemitismus, vor allem bei der Linken. Wie aber blicken jüdische Menschen auf diese Debatten in Deutschland? Sie stellen mit über 200.000 Menschen die drittgrößte jüdische Gemeinschaft Europas und sind sich dabei zugleich nicht immer einig. Was heißt es also heute, jüdisch zu sein – in dem Land, das den Holocaust begangen hat? Wie denken sie über die aktuelle Antisemitismus-Debatten in Politik und Gesellschaft? Norbert Lang diskutiert mit Nelly Eliasberg –Sprecherin des Vereins WerteInitiative jüdisch-deutsche Positionen, Berlin; Emilia Roig – Politikwissenschaftlerin und Autorin, Berlin; Tom Uhlig – Antisemitismusforscher an der Hochschule RheinMain, Wiesbaden
Oct 6
44 min
Das Ende der 35-Stunden-Woche? – Tarifverhandlungen in der Wirtschaftskrise
In Deutschland zu produzieren ist zu teuer, sagen die Unternehmen. VW hat jetzt aus dem Grund Tarifverträge gekündigt. Mercedes will, dass die Beschäftigten nicht mehr 35 Stunden pro Woche arbeiten, sondern mehr – bei gleichem Gehalt. Viele Mitarbeitende und auch die IG Metall aber wollen an der 35-Stunden-Woche festhalten. Ist das noch zeitgemäß? Welche Rolle werden Arbeitszeit und Lohnkosten in der anstehenden Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie spielen? Welche Auswirkungen hat das Ergebnis auf die 3,7 Millionen Mitarbeitenden der Branche und auf alle anderen Beschäftigten? Geli Hensolt diskutiert mit Lisa Nienhaus – Süddeutsche Zeitung, stellvertretende Leiterin Meinungsressort; Frank Schwope – Automotive Consultant und Lehrbeauftragter der FHM Berlin; Marlene Zscherper – Ökonomin und Publizistin
Oct 5
44 min
Demokratie unter Druck – Was wird aus der „vierten Gewalt“?
Rechtsruck, Desinformation, Sparzwang: (Journalistische) Medien sollen unter anderem Politik kontrollieren, verlieren aber selbst an Vertrauen. Viele Menschen informieren sich gar nicht mehr über Medien, die journalistisch arbeiten und sich einem Pressekodex verpflichtet fühlen. Wie können sie das Vertrauen der Menschen zurück – oder überhaupt erst mal gewinnen? Wie unabhängig können Redaktionen überhaupt noch arbeiten, wenn Budgets schrumpfen und Algorithmen mitbestimmen, was wir sehen? Und wie lässt sich die Zukunft einer „vierten Gewalt“ gestalten? Eva Röder diskutiert mit Joachim Dorfs – Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten; Prof. Dr. Kai Gniffke – Intendant des SWR; Elena Kountidou – Geschäftsführerin der Neuen deuten Medienmacher*innen
Oct 2
43 min
Franz von Assisi – Der Heilige für Heutige
Vor 800 Jahren starb Franziskus. Sein Leben, sein Vorbild, seine Ideen prägen uns bis in unsere Zeiten und wahrscheinlich werden sie uns auch überdauern. Er hat den Ruhm nicht gesucht, aber der Ruhm hat ihn gefunden. Warum ein bettelarmer Wanderprediger im 13. Jahrhundert die Kirche in Frage stellte und aktuell die Klimabewegung inspiriert. Thomas Ihm diskutiert mit Sr. Dr. Katharina Ganz –Franziskanerin, ehemalige Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen und künftige Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes; Prof. Dr. Annette Kehnel – Historikerin, Universität Mannheim; Alois Prinz – Autor Hörtipp: Franz von Assisi – Radikaler Prophet der Armut https://1.ard.de/das-wissen_Franz-von-Assisi?=pforum
Oct 1
44 min
Load more