
Im zweiten Teil über die platonischen Tugenden beleuchtet Andreas Thiel, was Platon unter einer Idee, einer Meinung und einer Ideologie versteht und aus welchem Grund er nur die Idee als Wissen bezeichnet. Thiel erklärt, warum Sokrates als größter Philosoph seiner Zeit zum Tode verurteilt wurde und weshalb ihn dieses Urteil amüsierte.
Apr 13
44 min

In diesem ersten von zwei Teilen über die Platonischen Tugenden Gerechtigkeit, Weisheit, Besonnenheit und Tapferkeit beleuchtet Andreas Thiel den Unterschied zwischen Kenntnis und Erkenntnis. Er erklärt, warum die antiken Griechen wussten, dass die Erde rund ist, und weshalb wir das heute bloß noch glauben. Aus dem gleichen Grund wussten die alten Griechen auch, dass das Leben nach dem Tod weitergeht, während wir auch das höchstens noch glauben. Hingegen wären die logisch denkenden Griechen auf einige Dogmen unserer Zeit wohl nicht so schnell hereingefallen. Denn Weisheit kommt nicht von Wissen, sondern von Erkenntnis.
Apr 6
46 min

Eine der lichtvollsten Passagen des Neuen Testaments, und dazu wohl noch die bekannteste, wird in der Kirche einfach nur so gedankenlos dahergeplappert. Dabei wird mit dem Vaterunser in den Evangelien ein semantisches Feuerwerk gezündet. Dieses Gebet ist von geradezu überbordender Fröhlichkeit. Andreas Thiel beleuchtet die schöne geometrische Ordnung und den zentralen Punkt des Texts, der verblüffender nicht sein könnte.
Feb 23
46 min

Es ist der lichtvollste Text der Evangelien und wird in der Kirche einfach nur so gedankenlos vor sich hingeplappert. Dabei offenbart das Vaterunser die Essenz des Neuen Testaments. Andreas Thiel seziert die zehn Sätze Satz für Satz. Schon der Titel offenbart den revolutionären Charakter des Gebets. Diese zehn Sätze markieren den seit Jahrtausenden herbeigesehnten Wendepunkt im Verhältnis des Menschen zum Schöpfer.
Feb 2
44 min

Nicht Gott ist tot, wie von Nietzsche diagnostiziert, die Philosophie ist es. Etwas zuversichtlicher formuliert: Sie liegt im Wachkoma. Oder um es in ihrer eigenen, narkotisierenden Fachsprache auszudrücken: Die Philosophie verharrt im geseinten Nichts ihres aufgeklärten Seins. Der Platoniker Andreas Thiel begutachtet den Totalschaden der aristotelischen Philosophie von Descartes bis Sartre. (Wiederholung vom 12. Mai 2024)
Jan 26, 2025
44 min

Die Trennung von Religion und Wissenschaft ist eher ein Bündnis zwischen geistlichen und weltlichen Aristotelikern. Sowohl die Kirche wie auch die Universität sind aristotelisch ausgerichtet und haben sich bloß die Glaubensgebiete aufgeteilt. Die Wissenschaft glaubt nur noch, was sie sieht, und die Kirche nur noch, was sie nicht sieht. Auf der Strecke blieb die sokratische Logik und damit das Wissen um die Zusammenhänge zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem. Seit Thomas von Aquins Zirkelschluss sind sowohl Kirche wie auch Universität im Materialismus gefangen. Die Universität hat sich darin verirrt und die Kirche darin verloren. Am schlimmsten getroffen hat es die Philosophie. Das Unsichtbare erforschen darf sie nicht, und das Sichtbare zu erforschen, bedarf es keiner Philosophie. Ex-Punk Thiel erklärt das alles anhand einer Haarspraydose. (Wiederholung vom 5. Mai 2024)
Jan 19, 2025
44 min

Die logische Frage nach dem Sinn verkürzt Aristoteles auf die empirische Frage nach dem, was ist. Empirik generiert kein Wissen, sondern Erfahrung. Der Satz „Ich denke, also bin ich“ entspringt keiner höheren Erkenntnis, sondern einer banalen Erfahrung, die jeder Kamelführer hätte formulieren können. Die Frage ist aber nicht, ob wir sind, sondern was und weshalb wir sind. Darauf gibt die Empirik keine Antwort, sondern nur die Logik. Die Empirik ist eine oberflächliche, weil atheistische Betrachtung. Atheisten schauen in den Spiegel und glauben, was sie sehen. Die hohen Anforderungen, welche die Antike an die Philosophie stellt, beschreiben die Bhagavad Gita und die acht Stufen des Yoga in den Yogasutras des Patañjali. (Wiederholung vom 28. April 2024)
Jan 12, 2025
44 min

Das Wort „empirisch“ bedeutet „einer Erfahrung gemäß“. Die empirische Wissenschaft ist eine Schule der Beobachtung. Empirik generiert kein Wissen, sondern Erfahrung. Beobachtung ist wichtig, aber den empirischen Beweis gibt es nicht. Es gibt nur den mathematischen Beweis, und der ist nicht empirisch, sondern logisch. Das Wort „logisch“ bedeutet „folgerichtigem Denken gemäß“. Die Logik ist die Schule des Denkens. Die Logik ist die Herrin und die Empirik die Dienerin. Wann hat die Wissenschaft das Denken verlernt und damit die Dienerin zur Herrin gemacht? (Wiederholung vom 21. April 2024)
Jan 5, 2025
45 min

Die Schlusspointe zu Platons mehrbändigem Standardwerk über Politik, Staat und Gesellschaft ist so monumental, dass man sie glatt übersieht, wenn man zu nahe am Text stehenbleibt. In seiner zwanzigsten und letzten Sendung über die Politeia kommt Thiel zur abschließenden Betrachtung und damit zur Schlusspointe. Das ganze Werk dreht sich um die entscheidende Frage: Wann herrscht Gerechtigkeit?
Dec 29, 2024
50 min

Im fehlenden Szenario eines Fehlalarms erkennt Andreas Thiel die Ironie des Ernstfalls und in der Politik eine Übung ohne Übungsleitung. Ganz im sokratischen Geiste spannt Thiel bei der Erklärung der Schlusspointe zu Platons Politeia den dialektischen Bogen vom gefährlichsten Tunnel der Schweiz über den Wonderbra zur Waadtländer Weißweinwurst und kommt zur späten Einsicht, dass zwischen Lützel und Lüssel gar keine Sprachgrenze liegt.
Dec 22, 2024
44 min
Load more
