
Das Interesse an Aikido hat ihn in den späten 80er Jahren nach Japan geführt. Denn dort muss man hin, wenn man diese Kampfsportart liebt. Vorher hat Dr. Oliver Bayerlein in Mainz Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, aber es zog ihn ins Ausland - nicht nur, um seine Kampfsporttechnik zu verfeinern, sondern auch, um neue Lehrerfahrungen zu sammeln. So fand er zunächst eine Anstellung als Lektor in Kochi. Aber die Umbruchszeit in Europa und vor allem in Deutschland nach dem Fall der Mauer wollte er hautnah miterleben. Wenn man damals im Ausland lebte, erreichten einen Nachrichten aus der Ferne erst mit großer zeitlicher Verzögerung in Form eines deutschen Wochenmagazins oder lediglich per Kurzwellenradio. In Deutschland jedoch verspürte er schnell Heimweh nach Japan und so kehrte er nach wenigen Jahren schließlich zurück in den fernen Osten, wo er bis heute lebt.Japan ist für viele der Inbegriff einer anderen Kultur, die nur schwer zu verstehen und schwer zugänglich ist. Warum reisen viele Japanerinnen und Japaner nur in Gruppen? Warum sitzen insbesondere Männer bis spät in die Nacht in den Büros ihrer Firmen? Und welche Aspekte der japanischen Mentalität sind hilfreich bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie in einem Land, dessen große Städte zu den am dichtesten besiedelten Metropolregionen dieser Welt gehören?Im Gespräch mit WELTWEIT gibt Oliver Bayerlein nicht nur Antworten auf diese Fragen, sondern er erzählt ebenso Überraschendes über das Studieren in Japan. In den Sprach- und Gesellschaftswissenschaften etwa kommt es weniger auf die eigentlichen Studieninhalte an, sondern auf den Ruf der Universität, und für die Studierenden dreht sich vieles darum, die Zeit vor dem japanischen Berufsalltag zu genießen und mit Dingen zu füllen, die sie mögen. Aber wir reden auch darüber, wie sich das Wirken deutscher Missionare noch heute an der Nanzan Universität in Nagoya, an der er lehrt, auswirkt, warum junge Japanerinnen und Japaner Deutsch studieren und welches Deutschlandbild man in Japan hat.Oliver Bayerlein sieht seine Zukunft in Japan, wo er eine zweite Heimat gefunden hat. Das Land hat ihm viel zu bieten, dort fühlt er sich zu Hause und der japanischen Küche kann er nur schwer widerstehen. Zudem, die Zeiten, in denen man händeringend auf deutsche Printmedien wartete, die mit mindestens einwöchiger Verspätung eintrafen, sind längst vorbei. Seid ihr auch so fasziniert von Japan? Teil gern eure Gedanken mit uns und schickt uns eure Kommentare. Folgt uns auf Instagram @weltweit_podcast und abonniert unsere Website, um keine Gespräche zu verpassen.Olivers Website:https://oliverbayerlein.comOlivers YouTube-Kanal:https://www.youtube.com/user/funutsuWadaiko-Musik:https://www.youtube.com/watch?v=C7HL5wYqAbUKulturdimensionen nach Hochstede:https://de.wikipedia.org/wiki/Geert_HofstedeOlivers Buchtipp: Natsuo Kirino, Die Umarmung des Todes
May 21, 2021
1 hr 3 min

Träume sind dazu da, verwirklicht zu werden. Zwischen einem Bildband über die Staaten der USA, den sich Felicitas schon als Kind gewünscht hat, und ihrem Leben in San Diego, Kalifornien, liegen etwa zwei Jahrzehnte Lebenszeit, das gewisse Quäntchen Glück, das ihr bereits mit dem Namen in die Wiege gelegt worden ist, und vor allem harte Arbeit. Während ihres Anglistik-Studiums in Münster hat Felicitas sich als German Language Fellow am Vassar College in New York beworben und dort Deutsch unterrichtet, dann einen Master in Geschichte drangehängt und schließlich an der New York University als Stipendiatin eine Doktorarbeit über die Geschichte der Afrikanischen Diaspora geschrieben. Als ob das noch nicht genug wäre, hat sie in dieser Zeit ihren Ehemann kennengelernt und ihr erstes Kind zur Welt gebracht. Nach dem Sprung über den Atlantik fehlte noch der Schritt an die Westküste. Als sie bei Besuchen bei der Familie ihres Mannes davon erfuhr, dass es in San Diego deutsche Kindergärten und eine deutsch-amerikanische öffentliche Schule gibt, war das der entscheidende Impuls dafür, den Schritt zu wagen. Dafür hat sie in Kauf genommen, ihre akademische Karriere als Historikerin zunächst zu verlassen. Mittlerweile unterrichtet Felicitas Deutsch an der San Diego State University und hat Freude daran, Lehrinhalte mitzugestalten und zu modernisieren. An ihre wissenschaftliche Arbeit knüpft sie mit Engagement im Diversity Committee der Universität an und leistet dort wertvolle Arbeit für die Integration von Minderheiten. Sie ist vielseitig, schreibt Beiträge für Blogs, probiert sich gemeinsam mit einer deutschen Freundin als Innendesignerin aus und fühlt sich wohl, wenn sie neben ihrer Arbeit genug Zeit für die Familie, gesunde Ernährung und viel Bewegung hat. Als Mutter von zwei Kindern geht sie einen Weg der harten Grenzen einerseits und viel Eigenverantwortung innerhalb dieser Grenzen andererseits. Sie ist froh, dass ihre Kinder in den USA aufwachsen, dort ginge man im Alltag selbstverständlicher mit Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft um. In Deutschland hingegen erführe sie mit ihrer multi-ethnischen Familie eine Form des Rassismus, die von Ignoranz und Uneinsichtigkeit geprägt sei.Felicitas ist angekommen. Die Beiträge auf ihrem Instagram-Account zeugen davon, dass sie den Lebensstil gefunden hat, der zu ihr passt. Als Mensch, der die Abwechslung liebt, heißt das aber nicht, dass sie sich nicht neue Ziele gesteckt hätte, die sie mit der gleichen Zielstrebigkeit verfolgen wird wie ihren Traum von Kalifornien. Es wird nicht langweilig werden.Felicitas Rezepte: Chia-PuddingChiasamen in Mandelmilch einweichennach Geschmack süßen und/oder mit Vanille aromatisierenmit Früchten servierenButterkaffeeeinen Pott Kaffee aufbrühenein Stück “gute” Butter dazugebenim Vitamix aufschäumengenießenFelicitas Buchtipp: Deutschland Schwarz-Weiß: Der alltägliche Rassismus von Noah Sowhttps://www.amazon.de/-/en/gp/product/3746006813/ref=ox_sc_act_title_4?smid=A3JWKAKR8XB7XF&psc=1ZDF-Reportage:https://www.zdf.de/nachrichten/hallo-deutschland/felicitas-kreativ-in-san-diego-100.html
May 7, 2021
1 hr 5 min

Dr. Tristan Lay und Dr. Benjamin Nickl nehmen uns in unserer heutigen Episode von WELTWEIT auf einen Ausflug nach Cabramatta mit. Beide leben schon seit einigen Jahren in Australien und forschen und lehren an der ältesten Universität des Landes, der University of Sydney. Tristan Lays Forschungsinteressen beziehen sich vor allem auf angewandte Sprachwissenschaft, Mehrsprachigkeit und die Methodik und Didaktik des Fremdsprachenerwerbs. Benjamin Nickl hingegen befasst sich mit transnationaler Kulturwissenschaft und der Darstellung aktueller Populärkultur u.a. in Film und Massenmedien. Weltwache Gesprächspartner, um mehr über Land und Leute zu erfahren. Kapitel:00:00 - Intro01:40 - Tristan Lays and Benjamin Nickls Wege nach Sydney06:04 - Cabramatta, ein multikultureller Stadtteil Sydneys07:34 - Mehrsprachigkeit in Sydney09:48 - akustischer Spaziergang durch Cabramatta16:31 - technische Ausrüstung für Podcast-Aufnahme19:12 - Abschied von Cabramatta20:44 - Podcasts im Unterricht31:31 - Zuhörerpost über australische Stereotype33:00 - Klischees und Wirklichkeit in Australien38:09 - Migration und Sprachenpolitik in Australien49:03 - Wahrnehmung Deutscher im Ausland55:09 - Diskriminierung & Dekolonialisierung in Australien01:00:07 - Status indigener Bevölkerung01:05:05 - Tipps für eine Reise nach Australien01:06:25 - Buchtipps01:09:09 - Warum Kakadus nerven01:11:44 - OutroZwei Buchtipps:Jan Bauer: Der salzige Fluss. (2014)Hilari Bell und Antonia Pesenti: Alphabetical Sydney (2013)https://www.youtube.com/watch?v=1qVRtVHHglIBenjamin Nickls Linktipp über Dekolonialisierung: https://diversityingermancurriculum.weebly.comTeilt eure Gedanken zu Australien mit uns. Schickt uns eure Kommentare. Folgt uns auch auf Instagram @weltweit_podcast und abonniert unsere Webseite weltweitpodcast.wordpress.com
Apr 23, 2021
1 hr 12 min

Wenn Anna Gvelesiani georgische Folklore hört, zucken ihre gleichaltrigen Freunde, die in Georgien aufgewachsen sind und leben, zusammen. Die Musik ist von gestern, Annas Generation hört andere Sounds. Die Entwicklung von der Folklore zum Rap in Georgien hat Anna verpasst. Sie ist mit vier Jahren nach Deutschland gekommen. Georgien hat in ihrer Kindheit nur durch die spärlichen Schilderungen ihrer Eltern existiert. Georgisch spricht sie gut, aber nicht so gut wie Deutsch. Es ist die Sprache, die ihr ohne Umweg übers Gehirn direkt ins Herz geht, aber auch die Sprache, in der ihr die Worte fehlen, wenn es emotional hoch hergeht. Da Sprache nun aber ein entscheidendes Element der Identitätsbildung ist, unsere soziale Identität sich überhaupt erst durch den Gebrauch von Sprache innerhalb unseres Umfelds formt, heißt das, dass durch Anna Gvelesianis Identität ein Riss geht. Auf der einen Seite ist ihre Muttersprache, die aber andererseits zugunsten der deutschen Sprache von ihren Eltern unterdrückt, zumindest nicht gefördert worden ist, damit das Kind keine Nachteile erleiden und sich in der deutschen Gesellschaft einfügen würde. Über diesen Riss hat Anna einen Artikel geschrieben, “Mothers, Daughters and Language”, in dem sie den Prozess ihrer Bewusstwerdung beschreibt und eigene Erfahrungen mit soziologischen Beobachtungen verknüpft. Auch dass sie heute wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Paris 8 ist, kann nicht unabhängig von ihrer georgischen Herkunft gesehen werden. Französischkenntnisse hoben den Adel im russischen Zarenreich von anderen Schichten ab. Annas Mutter hat selbst Französisch studiert und so geisterte Frankreich als Sehnsuchtsland durch das Familienleben. Anna hat einen binationalen Studiengang absolviert und an der Sorbonne promoviert. Das wissenschaftliche Niveau an der Eliteuni fasziniert sie. An der Universität Paris 8 unterrichtet sie Deutsch, das derzeit in Frankreich allerdings an Bedeutung verliert. Spaziergänge durch das malerische Paris sind für sie Realität geworden. Das Handwerkszeug, das sie durch ihre wissenschaftliche Arbeit erworben hat, benutzt sie heute dafür, gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und Mythen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.Als Teenager ist sie auf eigene Initiative nach Georgien gereist und hat sich mit der Kultur vertraut gemacht. Heute trägt sie beide Identitäten in sich und bewegt sich zwischen ihnen hin und her. Ein Highlight: In Paris hat ein georgisches Restaurant aufgemacht. Sie spielen dort auch Folklore. Teilt eure Gedanken zu Annas Geschichte mit uns. Folgt uns auf Instagram @weltweit_podcast und abonniert unsere Webseite. weltweitpodcast.wordpress.comAnnas Buchtipps: Françoise Vergès – Dekolonialer Feminismus, 2020Gaël Faye – Kleines Land, München 2017Auberginen mit Walnussfüllung2 große Auberginen, 100 g Walnüsse, ½ kleine Zwiebel (mild), 2 Knoblauchzehen, ½ Granatapfel, 1 TL Paprikapulver, ½ TL Chilipulver, ½ TL Kreuzkümmel, 2 EL Olivenöl, 1 EL Apfelessig oder anderer weißer Essig, Koriandergrün, SalzAuberginen in Scheiben schneiden, salzen, 10" zur Seite stellenAuberginenscheiben mit Olivenöl bepinseln, im Backofen bei 200 Grad röstenfür die Füllung Knoblauch, Zwiebel, Koriander, Walnüsse, Gewürze, Essig und Olivenöl im Blender (Vitamix) cremig rührenPaste auf Auberginenscheiben streichen, Granatapfelkerne aufstreuen und aufrollenmit Koriander und Granatapfelkernen dekorieren
Apr 9, 2021
53 min

Arpe Caspary koordiniert das Ortslektorenprogramm des DAAD, in dem derzeit um die 800 Ortslektor*innen in rund 60 Ländern registriert sind. Er erfüllt sämtliche anstehenden Aufgaben in Personalunion: die Versorgung der Ortslektor*innen mit Materialien, deren Einbindung in Kongresse und landeskundliche Seminare und die finanzielle Unterstützung von Projekten. Vor seiner Zeit in Bonn hat er selbst Erfahrungen in unterschiedlichen Kulturen gesammelt. Als Student der Philosophie und Germanistik etwa hat er sich mit Taxifahren das Geld verdient, um ein Jahr lang durch Mexiko und Guatemala zu reisen und Spanisch zu lernen. Eine Liebesbeziehung hat ihn für zwei Jahre nach Israel geführt und dort mit der deutschen Vergangenheit konfrontiert. Seine Arbeit für den DAAD begann mit einem Lektorat in Kolumbien. Später hat er das Informationszentrum (IC) in Bogotá geleitet und wurde für seine außergewöhnlichen Verdienste im Bereich der deutsch-kolumbianischen Hochschul- und Wissenschaftskooperation von der kolumbianischen Regierung mit dem “Orden de San Carlos, Grado Oficial” ausgezeichnet. Nach sieben Jahren erfolgreicher Aufbauarbeit folgte ein erster Aufenthalt in Bonn als Referatsleiter für Argentinien, Bolivien, Ecuador, Peru und Kolumbien. Im Anschluss war Arpe Caspary sechs Jahre für die Leitung des IC in Santiago, Chile, verantwortlich.Durch seine Auslandsaufenthalte hat er Toleranz entwickelt und seine Grenzen verschoben. Er hat die Distanz und Narrenfreiheit, die er als Ausländer erlebt hat, geschätzt, zurück in Deutschland genießt er andere Vorteile wie die Gerichte seiner Kindheit, die sinnlichen Eindrücke, die die Jahreszeiten mit sich bringen, und das Zusammensein mit Familie und Freunden. Die unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen sind miteinander verwoben und machen ihn zu dem Menschen, der er heute ist.Arpe Caspary ist ein zweifelnder Beobachter, der keine einfachen Antworten parat hat, schon gar keine eindeutigen, sondern ständig hinterfragt und auch sich selbst auf den Prüfstand stellt. Als Philosoph unterzieht er seine Wahrnehmungen präzisen Analysen und entwirft ein differenziertes Bild der Wirklichkeit, die er erfährt. Meinungsvielfalt ist für ihn ein wichtiges Element, das eine Gesellschaft kultivieren muss. Man brauche zwei Augen, um in die Tiefe zu sehen. Perspektiven auszuschließen, sei ein Luxus, den wir uns nicht leisten können, wir müssen sie vervielfältigen. Mit großer Bescheidenheit und Aufrichtigkeit gibt Arpe Caspary im Gespräch Einblick in seine Denk- und Erlebniswelt und lässt das Bild eines Mannes erkennen, der nicht nur bereit und dazu in der Lage ist, für sich selbst, sondern auch für andere und die Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen.Buchtipp: David Goodhart "Road to Somewhere - Wie wir Arbeit, Familie und Gesellschaft neu denken müssen" (millemari, 2020)https://www.amazon.de/gp/product/3967060187/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3967060187&linkCode=as2&tag=weltweitpodca-21&linkId=0b6e51a31968f773c5f8b5998597c2a2Teilt ihr Arpes Ansichten? Möchtet ihre eure eigenen Perspektiven hinzufügen? Wir freuen uns auf eure Kommentare.Schaut auch auf unserer Website mit vielen Bildern vorbei!https://weltweitpodcast.wordpress.comFolgt uns auf Instagram!www.instagram/weltweit_podcast
Mar 25, 2021
1 hr 9 min

Cathrin Shalev hat keine Angst vor Herausforderungen. Sie liebt es, sich ihnen zu stellen und zu sehen, wie weit sie ihre Grenzen nach außen verschieben kann. Wenn sie doch einmal an ihre Grenzen stößt, ist es für sie der Auftakt zu einem neuen Spiel und neuen Möglichkeiten. So war das in ihrer vom Hochleistungssport geprägten Kindheit und Jugend als mehrfache deutsche Tennismeisterin und Jugendsprecherin, so ist das für sie heute als Wegbereiterin für israelisch-deutschen kulturellen und zunehmend auch wirtschaftlichen Austausch.Vor 30 Jahren kam sie wegen einer Liebesbeziehung nach Israel und ist dort, um heiraten zu können, zum Judentum übergetreten. Damals bereitete ihr ihr Deutschsein Unwohlsein. Als Mutter von drei Söhnen musste sie miterleben, dass ihre eigenen Kinder in der Öffentlichkeit nicht Deutsch mit ihr sprechen wollten. Sie wurde nie direkt auf den Holocaust angesprochen, es war vielmehr etwas, das sich unter der Oberfläche abspielte und ihr ein permanentes Gefühl von Schuld verursachte. Auch die deutsche Mentalität war in Israel nicht angesehen, sondern als starr und improvisationsunfähig verschrien. Das motivierte Cathrin Shalev, sich für ein besseres Deutschlandbild in Israel einzusetzen. Sie hat mit Unterstützung des DAAD für lange Zeit das Haifa Center for German and European Studies administrativ koordiniert und unterrichtet heute dort Deutsch als Ortslektorin, sie hat das Zentrum für Deutsche Sprache und Kultur in Haifa gegründet, dessen Geschäftsführerin sie ist, und hat eine Sprachschule mit Zweigstellen in sechs israelischen Städten aufgebaut.In 30 Jahren hat sich viel verändert. Deutschland wird von den Israelis mittlerweile als das, was es über den Holocaust hinaus ist, wahrgenommen. Alle großen deutschen Firmen haben eine Niederlassung in Israel, junge Israelis suchen Zukunftschancen in Deutschland und ältere Menschen trauen sich, die deutschen Klassiker aus dem Bücherregal zu nehmen. Die deutsche Sprache ist geradezu hip.Cathrin Shalev genießt die Früchte ihrer Arbeit. Sie ist zu Hause in beiden Ländern und hat beide Pässe. Sie bewegt sich im Bereich der diplomatischen Beziehungen, der Sprachvermittlung und Übersetzung und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Für die Zukunft wünscht sie sich, wie alle jüdischen und arabischen Mütter in der Region, Frieden. Auf das Wie hat allerdings auch sie keine Antwort.Bei allem, was sie erreicht hat, einen ganz persönlichen Traum hat sie noch: Sie möchte ein Buch schreiben und über die Entwicklung, zu der sie entscheidend beigetragen hat, reflektieren. Dafür braucht sie allerdings Zeit, die sie erst haben wird, wenn alle Turniere gespielt sein werden und sie vom Platz geht. Das ist noch lange hin. Chraime (Marokkanischer Fisch) 1 Glas Olivenöl3 rote Paprika (in groben Streifen geschnitten)2 rote Peperoni (in Scheiben schneiden)1,5 Köpfe Knoblauch (einzelne Knoblauchzehen)1 großzügige Menge Koriander (hier sagt man ein halbes Bund, aber da das Bund in D so mickrig ausfällt ;-), habe ich es anders formuliert)2 Löffel rotes süßes PaprikapulverSalz, Pfeffer nach Geschmackca. 1-2 Glas Wasser 1. Olivenöl erhitzen2. rote Paprika und Peperoni in 10 min. in Olivenöl dünsten3. Knoblauch, andere Gewürze und das Wasser hinzugeben - eine Viertelstunde köcheln lasse4. nach dem Hinzufügen jeder neuen Zutat immer mal durchrühren und vermischen den in ca. 8 cm große Stücke geschnittenen Fisch in die Pfanne geben und weiterkochen, bis er gar istDie Soße sollte gut eingekocht sein. Am Ende ist wenig Soße in der Pfanne, da alles sehr eingekocht ist. Man isst den Fisch mit der typischen "Challah", dem Weißbrotzopf, auf die man am Freitagabend den "Kiddush", das Shabbatgebet, spricht. Hat euch die Folge mit Cathrin gefallen? Habt ihr das Rezept ausprobiert? Hinterlasst uns einen Kommentar und teilt eure Gedanken mit uns.
Mar 11, 2021
59 min

Bekannt wie ein bunter Hund ist er in seiner kleinen Universitätsstadt Corvallis, die im Nordwesten der USA liegt. Dort fährt Sebastian Heiduschke, der als Professor einen Lehrstuhl für German Cultural Studies an der Oregon State University innehat, auch schon mal mit einem original Trabant durch die Stadt. Die Faszination für die Weite und auch der American Dream haben ihn damals, vor 22 Jahren, in die USA geführt. Nach Zwischenstationen in Florida, Texas und Montana lebt er nun idyllisch mit Familie, Hühnern und Hunden in Oregon. Davon, dass in Oregon - eigentlich ein „blauer“, also ein demokratisch wählender Staat - trotzdem viele Menschen Trump gewählt haben, von den Unterschieden zwischen Land und Stadt und von einer neuen Aufbruchstimmung nach der Wahl Joe Bidens zum 46. Präsident der USA erzählt Sebastian Heiduschke. Er war derjenige, der 2008 den ersten Fernstudiengang Germanistik in den USA, vielleicht sogar weltweit, auf die Beine gestellt hat. Präsenzunterricht könne nicht einfach in Online-Unterricht übertragen werden und der Schlüssel zum erfolgreichen Online-Unterricht läge nicht in der perfekten Beherrschung der Technologie, sondern vor allem darin, die Lebenswelten der Studierenden und Lernen aufzugreifen. Dazu gehöre auch, dass asynchrones Lernen, also Lernen im Selbststudium nach eigener Zeitgestaltung, einen Anteil an moderner Online-Lehre haben solle. Darüber hinaus gilt sein professionelles, aber auch privates Interesse dem Film. Dieses Interesse teilt er auch gern mit anderen Filmbegeisterten: In Corvallis organisiert er regelmäßig Film-Festspiele, bei denen auch schon mal der ein oder andere DEFA-Film gezeigt wird. Was all das auch mit einer Karl Marx-Briefmarke zu tun hat, erfahrt ihr ausführlich in unserem Gespräch mit Sebastian.Für alle, die gern Filme sehen, hat Sebastian Heiduschke einen Filmtipp.Thomas Heise: Heimat ist ein Raum aus Zeit. D/Ö 2019https://www.amazon.de/Heimat-ist-ein-Raum-Zeit/dp/B087QQMK4C/ref=tmm_aiv_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=1612179360&sr=8-2Wie fandet ihr die Folge mit Sebastian? Könntet ihr euch vorstellen, in den USA zu leben und zu arbeiten? Oder arbeitet ihr vielleicht selbst da?Erzählt von euren Ideen und hinterlasst uns gern einen Kommentar oder eine Nachricht.
Mar 5, 2021
46 min

Viele Vorurteile und Klischees gibt es über das Leben im Nahen Osten: Unterdrückte Frauen mit Kopftüchern, repressive Herrschaftsformen, dazu Kamele und 1001-Nacht-Nippes an jeder Straßenecke. Darüber, wie es wirklich ist, im Oman zu leben, erzählt uns Anne Herzer, die seit über 4 Jahren in diesem Land, das auch als ‚Schweiz des Nahen Ostens‘ bekannt ist, als Ortslektorin Deutsch lehrt. Nach ihrer einjährigen DAAD-Sprachassistenz ist sie einfach geblieben und bildet jetzt zukünftige Tourismusexperten in deutscher Sprache und Kultur aus. Denn Tourismus ist neben dem Ölexport der Wirtschaftszweig, auf den der Oman setzt. War es noch vor wenigen Jahrzehnten ein armes, landwirtschaftlich geprägtes Land, so haben geschickte Reformen und neuentdeckte Ölvorkommen der Gesellschaft Wohlstand gebracht. Jetzt soll eine Verortung des Oman auf der touristischen Landkarte interessierte, zahlungskräftige Besucher ins Land bringen. Anne Herzer gewährt überraschende Einsichten in ein Land, dessen Bewohner sich schon mal das Antlitz ihres Sultans als Bildschirmhintergrund herunterladen, als Sticker auf die Rückseite von Autos kleben und ihn liebevoll ‚Papa‘ nennen. Trotzdem wird man immer wieder daran erinnert, in einer Monarchie und eben nicht in einer Demokratie zu leben, wenn man in der Zeitung nur geschönte Nachrichten liest. Was sich die Deutschen vom Oman abgucken könnten, warum der Sultan sagt, dass nur die Förderung von Männern und Frauen einen Staat erfolgreich macht, und was das für das Leben im Oman bedeutet, könnt ihr hier nachhören! Für alle, die nun gern etwas mehr über den Oman erfahren und sich dem Land auch literarisch nähern möchten, hat Anne einen Buchtipp: Jokha Alharti: Celestial Bodies. Sandstone Press (2018) Man Booker International Winner 2019https://www.amazon.de/gp/product/1912240165/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=1912240165&linkCode=as2&tag=weltweitpodca-21&linkId=0dfd2024b90e472bedfe08a5f10a332eWie fandet ihr die Folge mit Anne? Könnt ihr euch vorstellen, im Nahen Osten zu leben und zu arbeiten? Wart ihr vielleicht selbst schon mal dort? Erzählt von euren Ideen und hinterlasst uns gern einen Kommentar. Schaut auch auf unserer Website mit vielen Bildern vorbei!https://weltweitpodcast.wordpress.comFolgt uns auf Instagram!www.instagram/weltweit_podcast
Feb 24, 2021
48 min

Neues Vorgehen seit Ausbruch der Pandemie: Wird der QR-Code auf seinem Handy auf Rot geschaltet, ist Schluss. Dann wird ihm der Zutritt zu Supermärkten, öffentlichen Verkehrsmitteln und sogar zum Universitätsgelände verwehrt. Er selbst hat keinen Einfluss darauf, es ist der Große Bruder, der die App fernsteuert.In unserer ersten Episode von WELTWEIT gewährt uns Dr. Gunnar Klatt Einblicke in das Leben hinter der Großen Mauer in der Volksrepublik China. Er ist Ortslektor für deutsche Sprache und Auslandsgermanistik an der Ocean University of China in der Küstenstadt Qingdao.Die Gegensätze sind es, die ihn faszinieren: Senioren, die in den Parks von Millionenstädten zwischen modernen Hochhäusern mit Tai Chi den Tag beginnen und junge Leute, die in zahlreichen Karaoke-Bars koreanische Popsongs singen und per App Getränke bestellen. Auch die Exotik des Alltags reizt ihn, besonders die bunten Märkte, an denen man sich nicht satt sehen kann. Aber nicht nur die Gegensätze sind allgegenwärtig, sondern auch der rasante Wandel. Gunnar erzählt, wie sich China in den letzten Jahren verändert hat. Wie der anhaltende Bauboom die Küstenstädte immer weiter wachsen lässt, wie stark Digitalisierung den Alltag beeinflusst, wie die Regierung versucht, Umweltprobleme in den Griff zu bekommen. Aber er erzählt auch davon, wie Druck und Kontrolle zunehmen und der Zugang zu westlichen Medien immer komplizierter wird.Die Regierung bietet Wohlstand und Fortschritt und verlangt im Gegenzug Disziplin und Folgsamkeit. Wer als Ausländer*in in China lebt, muss sich arrangieren, lernt aber auch, dass die Wahrheit irgendwo zwischen chinesischer Staatspropaganda und westlicher Berichterstattung liegt. Was man in China über Freiheit denkt, welche wertvollen Tipps Gunnar für diejenigen hat, die mit dem Gedanken spielen, in China Deutsch zu lehren, und was es mit all den QR-Codes auf sich hat, die man im Alltag in China scannt, hört ihr in unserem Gespräch. Für alle, die sich gern näher mit China befassen möchten, hat Gunnar zwei Buchtipps:Kai Vogelsang: Geschichte Chinas. Reclam Verlag (2019)https://www.amazon.de/Geschichte-Chinas-Kai-Vogelsang/dp/3150109337/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=2A8Y8G1U6MSB4&dchild=1&keywords=kai+vogelsang+geschichte+chinas&qid=1612276051&sprefix=kai+vogelsang%2Caps%2C207&sr=8-1Fang Fang: Wuhan Diary. Tagebuch aus einer gesperrten Stadt. Hoffmann und Campe Verlag (2020)https://www.amazon.de/Wuhan-Diary-Tagebuch-einer-gesperrten/dp/3455010393/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=33ZADJ0DR2HOV&dchild=1&keywords=fang+fang+wuhan+diary&qid=1612276089&sprefix=fang+fang+%2Caps%2C198&sr=8-1Wie hat euch die Folge mit Gunnar gefallen? Könnt ihr euch vorstellen, in China zu leben und zu arbeiten? Wie seht ihr China? Und kann sich Deutschland bei der Corona-Bekämpfung an China ein Beispiel nehmen? Erzählt von euren Ideen und hinterlasst uns gern einen Kommentar oder eine Nachricht. Schaut auch auf unserer Website mit vielen Bildern vorbei!https://weltweitpodcast.wordpress.comFolgt uns auf Instagram!www.instagram.com/weltweit_podcast
Feb 15, 2021
1 hr 2 min

Los geht's! Mareike und Katrin gehen "on air" und stellen euch WELTWEIT vor.Schaut auch auf unserer Website vorbei https://weltweitpodcast.wordpress.comFolgt uns auf Instagram!www.instagram.com/weltweit_podcast
Feb 13, 2021
8 min
