WAGNIS WISSEN
WAGNIS WISSEN
De Gruyter Brill
Wie gerecht ist unsere Sprache? Welche Ethik braucht künstliche Intelligenz? Wie gestalten wir lebenswerte Städte? Wir wollen es wissen – also fragen wir bei denen nach, die sich am besten damit auskennen. Bei WAGNIS WISSEN spricht Journalistin Nadine Kreuzahler mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft über drängende Fragen der Gegenwart. ► Website: https://www.degruyter.com/publishing/wagnis-wissen
Gab es eigentlich Frauen in der Philosophie?
Philosophinnen bereichern seit der Antike die Philosophie - aber Denkerinnen und ihre Ideen hatten es nicht nur zu Lebzeiten schwerer als Männer, Gehör zu finden. Ihre Gedanken wurden auch immer wieder systematischaus der Geschichte des Wissens ausgeschlossen, sodass ihre Erkenntnisse uns heute kaum bekannt sind. Was ist der vergessene weibliche Beitrag zur Philosophiegeschichte? Welche philosophischen Positionen von Denkerinnen lohntes sich, heute wiederzuentdecken? Inwiefern wäre unsere Welt heute eine andere oder bessere, wenn das Erbe der Denkerinnen stärker Teil unserer Wissenskultur wäre? Mit diesen Fragen beschäftigt sich unser heutiger Gast, die Philosophin Ruth Hagengruber.Ruth Edith Hagengruber ist Professorin für Philosophie ander Universität Paderborn. Hagengrubers Forschung widmet sich vor allem der Wiederentdeckung der alternativen Beiträge von Frauen zur Geschichte der Philosophie. Bevor sie das "Center for the History of Women Philosophersand Scientists" gründete, hat sie sich vor allem mit Wirtschaftsgeschichte und Wirtschaftsethik beschäftigt. Hagengruber ist ebenso Gründerin des Forschungsbereichs "EcoTechGender". Für das "Center" hat sie die erste und digitale "Encyclopedia of Consice Concepts by Women Philosophers" konzipiert. Bei De Gruyter Brill ist Hagengruber Mitherausgeberin der Reihe "Women Philosophers Heritage Collection" und des "Journal of the History of Women Philosophers and Scientists".Reihe: https://www.degruyter.com/serial/wphc-b/html#overview%E2%81%A0Journal: https://brill.com/view/journals/jhwp/jhwp-overview.xml
Mar 3, 2025
42 min
Über Juli Zeh – wenn Literatur politisch wird
Literatur hat eine politische Rolle - davon ist die Schriftstellerin Juli Zeh überzeugt. Sie gehört zu denen, die sich immer wieder politisch einmischen und sich konkret zu gesellschaftlichen Themen äußern. Und da ist sie nicht die einzige, gerade in jüngster Zeit ist dies wieder verstärkt zu beobachten, zum Beispiel anhand der Apelle von Literaten zum Ukraine-Krieg. Andere Schriftsteller*innen vermeiden eine politische Einmischung bewusst oder überlassen dies ihrer Literatur. Wie ist das Verhältnis von Literatur und Politik? Und was bedeutet dies bei der Betrachtung der Bestsellerautorin Juli Zeh, die mit ihren Positionen zu politischen und gesellschaftlichen Fragen polarisiert und für ein Anschließen an rechte Diskurse kritisiert wird? Darüber sprechen wir in dieser Folge von WAGNIS WISSEN mit der Literaturwissenschaftlerin Sonja Klocke. Sie hat gemeinsam mit Necia Chronister und Lars Richter bei De Gruyter Brill den Sammelband Juli Zeh: A critical companion herausgegeben.   Sonja E. Klocke ist Professorin für Neuere deutsche Literatur, Film und Kultur an der University of Wisconsin – Madison. Dort lehrt sie auch in den Genderwissenschaften und den Europawissenschaften. Zudem ist sie Direktorin des vom DAAD geförderten Center for German and European Studies. Ihre Forschung und Lehre fokussieren auf die Kultur des 20. und 21. Jahrhunderts, insbesondere auf Literatur und Film nach dem 2. Weltkrieg und sind beeinflusst von kulturwissenschaftlichen Theorien zu Körper- und Krankheitsdiskursen, Gender Theorien und politischer Theorie.
Jan 27, 2025
42 min
Die „Wortrepublik“ Jiddisch: der ganzen Welt benachbart
Jiddisch – wir haben schon einmal davon gehört, aber wir wollen auch keinen "Stuss" erzählen. Die deutsche Sprache ist, wie in diesem kleinen Beispiel, voller jiddischer Wörter. Aber was ist Jiddisch? Ein Dialekt, Altdeutsch oder so ähnlich? Nur noch wenige Menschen sprechen Jiddisch, gleichzeitig wird die Sprache aber gerade wiederentdeckt, auch von Jüngeren. Jiddisch ist eine Sprache ohne Land. Sie ist überall und nirgends zu Hause und hat Teile der durch Verfolgung und Vertreibung zerstreuten jüdischen Diaspora stets zusammengehalten. Eine Sprache, die über Grenzen hinweg gesprochen und gelebt wird und die sich dabei immer wieder an die neue Umgebung angepasst hat. Unser heutiger Gast spricht sogar von der jiddischen Literatur als eine Art "Wortrepublik". In der neuesten Folge von WAGNIS WISSEN geht es um die Geschichte und Bedeutung der jiddischen Sprache und Literatur, und wir erfahren, was wir in Bezug auf Migration in der heutigen globalisierten Welt vom Jiddischen lernen können.  Unser Gast ist die in Israel geborene und in Deutschland lebende Autorin, Übersetzerin und Jiddistin, Efrat Gal-Ed. Sie studierte Judaistik, Germanistik und Komparatistik in Köln und Bonn. 2013 habilitierte sie sich in Jiddistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wo sie als Professorin lehrte. Bei De Gruyter Brill gibt sie zusammen mit Roland Gruschka und Simon Neuberg die Reihe Jiddistik: Edition und Forschung heraus. 
Dec 20, 2024
42 min
Christina Morina über die Deutschen und ihre Demokratie - Rücken wir tiefer in die Krise?
Die Deutschen und ihre Demokratie – das scheint im Moment kompliziert. Muss man sogar schon von einer Krise der Demokratie sprechen? Die Landtagswahlen haben in diesem Jahr den Osten wieder in den Fokus der Debatte gerückt. In Sachsen, Brandenburg und Thüringen hat eine Partei große Erfolge gefeiert, die die Demokratie infrage stellt, und mit unverhohlenem Rassismus Stimmung macht. Aber auch im Westen sind immer weniger Menschen zufrieden mit der Demokratie in Deutschland. Woher kommt die Demokratieskepsis und wo liegen die historischen Wurzeln - im Osten - aber auch im Westen Deutschlands? Zu Gast in der heutigen Folge ist die Historikerin Christina Morina. Für ihr Buch Tausend Aufbrüche (Siedler) hat sie 2024 den Deutschen Sachbuchpreis erhalten. Darin untersucht sie die politische Kultur Ost- und Westdeutschlands seit den 80er Jahren und sucht nach Gründen für den Erfolg der Populisten.    Christina Morina ist derzeit 2024-25 Visiting Heuss Professor an der New School for Social Research in New York und seit 2019 Professorin für Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte an der Universität Bielefeld. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Gesellschafts- und Erinnerungsgeschichte des Nationalsozialismus, in der politischen Kulturgeschichte des geteilten und vereinigten Deutschlands sowie in dem Verhältnis von Geschichte und Gedächtnis. Christina Morina studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Journalistik an den Universitäten Leipzig, Ohio und Maryland (USA) und wurde 2007 mit einer Arbeit über den Krieg gegen die Sowjetunion in der deutsch-deutschen Erinnerungskultur promoviert. Bei De Gruyter Brill gibt sie die Reihe Vergangene Gegenwart. Debatten zur Zeitgeschichte (Vandenhoeck & Ruprecht) heraus.
Nov 28, 2024
41 min
Krieg der Narrative. Öffentliche Meinung in Zeiten von Krieg und Digitalisierung
Kriege werden nicht nur mit Waffen geführt, sondern auch mit Propaganda. Verteidigung und Angriff finden nicht nur auf dem Schlachtfeld statt, sondern längst auch im virtuellen Raum. Gezielte Falschinformationen, Bots, Trollfabriken, Kampagnen in Sozialen Medien wie TikTok oder Telegram gehören zur Kriegsführung – ob aktuell in Russland und der Ukraine oder in Israel und Gaza. Es herrscht ein Krieg der Narrative. Wie öffentliche Meinung in Zeiten von Krieg und Digitalisierung entsteht, was diese Narrative transportieren und was hinter ihnen steckt, sind Themen der heutigen Folge von WAGNIS WISSEN. Zu Gast ist Christian F. Trippe, Mitherausgeber des Buches Krieg der Narrative. Russland, die Ukraine und der Westen, welches bei De Gruyter erschienen ist.   Christian F. Trippe ist Journalist und Autor. Er leitet die Hauptabteilung Osteuropa der Deutschen Welle, vorher hat er als Reporter in Berlin über deutsche Politik berichtet, war Auslandskorrespondent in Kiew, Brüssel und Moskau. Ihn treibt die Frage um, was aus den Menschen und den Ländern Osteuropas, die früher zum sowjetischen Machtbereich gehörten, wurde.
Oct 25, 2024
39 min
Erinnerungspolitik: Was erzählen uns Quellen über den Holocaust?
16 Bände, 5500 Dokumente, fast 14.000 Seiten und 18 Jahre – die Edition Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945 ist ein Mammutprojekt der Holocaustforschung. Die Dokumentensammlung liefert einen Gesamtblick auf das Ausmaß des Holocaust in Europa und lässt Zeugnisse von Tätern, Verfolgten und auch unbeteiligten Dritten sprechen. Was erzählen uns die Dokumente? Warum lohnt es sich mit diesen Quellen zu beschäftigen, obwohl schon so viel zum Thema gesagt wurde? Welche Bedeutung hat diese Edition für die Erinnerungspolitiken? Unser heutiger Gast ist Susanne Heim, Projektleiterin und Herausgeberin der Edition, und sie hat zwei Bände bearbeitet. Sie ist Privatdozentin an der Freien Universität Berlin und hat vielfach zum Nationalsozialismus, zur jüdischen Geschichte und internationalen Bevölkerungspolitik geforscht und publiziert.
Jun 26, 2024
43 min
Deutsche Kolonialgeschichte in Namibia
Es ist jetzt 120 Jahre her, dass sich die OvaHerero, Nama und Oorlam in Namibia gegen die deutsche Kolonialherrschaft auflehnten. Die Deutschen antworteten mit beispielloser Brutalität und einem Vernichtungsfeldzug, der zehntausende Opfer forderte. Maßgeblich an diesem Völkermord beteiligt war Generallieutnant Lothar von Trotha - und er führte darüber Tagebuch. Bei De Gruyter ist der Band Lothar von Trotha in Deutsch-Südwestafrika, 1904–1905 erschienen, eine kritische Edition dieses Tagebuchs, herausgegeben von Matthias Häussler und Andreas Eckl. In WAGNIS WISSEN sprechen wir mit Matthias Häussler darüber, was sich für Gedanken in diesen Tagebüchern offenbaren und welche neuen Erkenntnisse sie für die deutsche Kolonialgeschichte liefern? Matthias Häussler promovierte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main im Fach Philosophie. Obschon die längste Zeit in den Sozialwissenschaften beschäftigt, erlangte er an der Universität Luzern einen weiteren Doktorgrad im Fach Geschichte. Seine Forschungen führten ihn zu ausgedehnten Forschungsaufenthalten in Namibia, Botswana and Südafrika sowie an renommierte Forschungseinrichtungen wie die University of California Berkeley oder das Hamburger Institut für Sozialforschung. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum. 
Jun 19, 2024
39 min
Erinnerung an den "Holocaust by Bullets"
Wie erzählen wir uns als Gesellschaft von unserer Vergangenheit? Welche Bilder des NS-Terrors, des Holocaust und des 2. Weltkriegs bestimmen die kollektive Erinnerung und wer schafft diese Narrative? Unser heutiger Gast Magdalena Saryusz-Wolska hat das am Beispiel eines der dunkelsten Kapitel der NS-Herrschaft untersucht. Es geht um die Massenerschießungen von Juden in der besetzten Sowjetunion im 2. Weltkrieg und wie davon nach dem Krieg erzählt wurde. Sie zoomt buchstäblich mit dem Mikroskop nah heran, es geht um Mikrogeschichten der Erinnerungskultur.  Magdalena Saryusz-Wolska ist Kulturwissenschaftlerin und Soziologin und wurde 2016 an der Fakultät für Polonistik der Universität Warschau habilitiert. Seit April 2024 ist sie Leiterin des Deutschen Historischen Instituts in Warschau. Sie hat zahlreiche Bücher zur Erinnerungskultur geschrieben. Bei De Gruyter 2022 erschienen ist Mikrogeschichten der Erinnerungskultur: ‚Am grünen Strand der Spree‘ und die Remedialisierung des Holocaust by Bullets. 
Jun 12, 2024
41 min
Antike Zeitvorstellungen
Das Jahr hat 12 Monate, der Monat hat 4 Wochen, die Woche besteht aus 7 Tagen und ein Tag hat 24 Stunden. Das ist die Zeiteinteilung, nach der wir heute leben. Die Uhren auf der Welt ticken weitgehend synchron. Aber das war nicht immer so. Wir gehen in dieser Folge von Wagnis Wissen weit zurück in der Zeit bis in die Antike. Welche Zeitvorstellungen existierten dort, wie dachten die Menschen in der Antike über Zeit nach? Und was kann man daraus heute noch lernen? Darum geht es in der heutigen Folge von WAGNIS WISSEN, zu Gast ist der Theologe und Professor für antikes Christentum Christoph Markschies.  Markschies war bis 2010 Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin, seit 2011 war er Vizepräsident und seit 2020 ist er Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er studierte Evangelische Theologie, Klassische Philologie und Philosophie in Marburg, Jerusalem, München und Tübingen, wurde 1991 in Tübingen promoviert und dort 1994 habilitiert. Prof. Markschies ist Mitglied des Beirats bei De Gruyter und Mitherausgeber der bei De Gruyter erscheinenden Reihe Chronoi. Zu seinen Ehren wurde in dieser Reihe der Band Zwiegespräche über die Zeit veröffentlicht.
May 15, 2024
46 min
Feministische Zeitpolitik
Männer verdienen das Geld, Frauen schmeißen den Haushalt und erziehen die Kinder. Diese klare Rollenverteilung ist zum Glück Schnee von gestern. Aber gleichberechtigt sind Partnerschaften heute deshalb längst noch nicht. Immer noch übernehmen Frauen zwei Drittel der unbezahlten Hausarbeit und die Kinderbetreuung. Das steht so im 3. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Wie kann Lebens- und Arbeitszeit gerechter verteilt werden? Welche Bedingungen müssen dafür geschaffen werden und welche Rolle spielt dabei bezahlte und unbezahlte Care-Arbeit? Damit beschäftigt sich die feministische Zeitpolitik und darüber sprechen wir in der heutigen Folge mit der Soziologin und Literaturwissenschaftlerin Janina Glaeser. Janina Glaeser forscht und lehrt rund um Themen zu Gender und Care, Sozialpolitik und (Queer-)Feminismus an der Evangelischen Hochschule Berlin (Professur für Sozialpolitik). Sie wurde an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Université de Strasbourg im Cotutelle-Verfahren zu Care-Politiken in Deutschland und Frankreich – Migrantinnen in der Kindertagepflege promoviert. Im Anschluss daran war sie mehrere Jahre Referentin für Frauen-, Gleichstellungs-, Geschlechterpolitik im Bundesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). 2022 hat Glaeser den Aufsatz Feministische gewerkschaftliche Zeitpolitik – (Care-)Arbeit vom Kopf auf die Füße im Buch Politiken der Reproduktion im transcript Verlag, einem Partnerverlag von De Gruyter, veröffentlicht. 
Apr 30, 2024
39 min
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