
Hans Anand Pant, Jöran Muuß-Merholz
Das Format: ein Bühnengespräch zwischen Hans Anand Pant und Jöran Muuß-Merholz
May 8, 2019
25 min

Hans Anand Pant
Der Vortrag von Prof. Hans Anand Pant geht darauf ein, wie Schulen diesen Ansprüchen begegnen können: Welche Möglichkeiten und Entwicklungslinien bieten sich an, den digitalen Wandel an den Schulen aktiv gestalten? Wie kann eine gute Schule im digitalen Zeitalter aussehen? Dabei geht es nicht nur um den Einsatz digitaler Medien im Unterricht. Es geht vielmehr darum, den Wandel der Lernkultur in Schulen zu gestalten.
May 8, 2019
36 min

Judith Liesenfeld, Lena Nitsche
Zwei Milliarden Menschen weltweit spielen – und das immer häufiger unterwegs, auf ihrem Smartphone. Dass Spiele mehr als nur unterhalten können, das ist spätestens mit Buzzwords wie Gamification, Serious Games oder Edutainment auch im Mainstream-Bewusstsein angekommen. Doch wie genau kommt man durch Games ins Gespräch, z.B. über das Thema Meinungsfreiheit? Wie verändert sich die Bedeutung von Meinungsfreiheit, wenn man darüber in Deutschland oder in Ländern des Globalen Südens diskutiert? Wie schafft man kleine Info-Snacks, die zwischendurch einfach zu verspeisen und zu verdauen sind und die dennoch lange satt machen? Diese Fragen treiben uns bei der DW Akademie um, deshalb haben wir Quizspiele, Typen-Tests und Simulationen entwickelt. Die Spieler*innen erfahren dabei mehr über das Thema Meinungsfreiheit, aber auch über sich selbst als Mediennutzer*innen und als Teil eines Mediensystems. Ganz nach dem Motto: “tl;dr” reduzieren unsere Spiele Komplexität, indem sie ein globales Thema in kleine Häppchen teilen.
Mit den #speakup!-Spielen für die Meinungsfreiheit ist die DW Akademie einen ersten Schritt gegangen, ihr Wissen nicht nur an Medien- und Entwicklungsexpert*innen weiterzugeben, sondern an alle die sich für das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit interessieren. Unsere Spiele sollen in Klassenräumen, Jugendzentren oder auch Wohnzimmern in Deutschland und in Ländern des Globalen Südens ihren Platz finden.
Wir wollen unsere Erfahrungen mit dem Publikum teilen, uns aber auch gemeinsam die Frage stellen: Wie können wir Lernspiele weiterentwickeln? In diesem 30-minütigen Talk werden die #speakup!-Spiele vorgestellt, um mit Eltern, Medienpädagog*innen, Gamer*innen und anderen Interessierten ins Gespräch zu kommen über Chancen und Grenzen spielerischer Vermittlung von Meinungsfreiheit.
May 8, 2019
28 min

Julian Fleck
Wenn in der algorithmisch optimierten Aufmerksamkeitsökonomie kontinuierlich unser Dopaminsystem zur Gewinnmaximierung gehijackt wird, bleibt die persönliche Fähigkeit, zu fokussieren und die gesellschaftliche Fähigkeit zur Kohärenz auf der Strecke. Während man sich der „Wahrheit“ nur unter Berücksichtigung der komplexen Korrelationen von Ereignissen und den daraus entwachsenden Informationen in ihrem jeweiligen Kontext annähern kann, werden die kürzesten Vereinfachungen zum Clickbait und befördern informationelle Entropie und allgemeine Abstumpfung.
Um aus dem Rauschen von Informationen Wissen abzuleiten, brauchen wir Systeme, die uns unterstützen, dieses intuitiver zu verwalten, Gedankenkonstrukte teilbar und für andere nachvollziehbar zu machen, und die dabei Komplexität zulassen und nicht in Abstraktionen auflösen.
Mit einem Fokus auf die Metaphern der Interfaces, die wir benutzen, um Wissen visuell und inhaltlich zu strukturieren, stelle ich in diesem Talk sowohl technologische als auch sprachliche Konzepte vor, die für die Erschaffung solcher Systeme relevant sind.
#brains #communities #complexity #entropy #folders #fractals #hyperdimensions #languageprocessing #loops #metametameta #neighbors #optimization #patterns #reality #space #topologies #xanadu #zoom
May 8, 2019
28 min

Daniel Losch
Die Informatisierung der Welt ist soweit vorangeschritten, dass ihre Ergebnisse und Auswirkungen in die allgemeine Bildung hineinwirken. Nicht erst seit der »Digitalisierungsoffensive« der Kultusministerkonferenz ist offensichtlich, dass zukünftige Lehrkräfte auf veränderte Rahmenbedingungen zur Organisation, Durchführung und Reflexion des Unterrichts vorbereitet werden müssen. Mit dem Aufbruch von der Gutenberg- zur Turing-Galaxis im letzten Jahrhundert [http://pygy.co/Is] sind wir kulturtechnisch »den nächsten Schritt gegangen«; die curricularen Konsequenzen in der schulischen Bildung in Deutschland sind dieser Entwicklung überwiegend jedoch nicht angemessen. »Informatische Modellierung« ist ein bedeutsames, jedoch nicht etabliertes Element für Bildungsprozesse aller Fächer. Einen möglichen didaktischen Aufschluss bieten Phänomene des täglichen Lebens, die aus informatischer Perspektive in drei Bereiche eingeteilt werden: Phänomene mit _direkter_(1), mit _indirekter_(2) und _ohne_(3) Beteiligung von Informatiksystemen. (1: Online-Anmeldung zur re:publica, 2: Leinwand fährt herunter, 3: Schlange am Kiosk).
Das Seminar »Informatik in der Grundschule« [http://uni-w.de/15g] sowie die Ringveranstaltung »Informatik im Alltag« [http://uni-w.de/17u; http://uni-w.de/1em] sind konkrete Ausprägungen unseres Ansatzes zur Begegnung der »informatischen Durchdringung der Gesellschaft«. Die bildungspolitische Diskussion erfährt hierbei einen allzu starken Fokus auf vermehrten Geräteeinsatz und Anwenderschulung. Die Organisation der Lehrer*innenbildung wird nach informatikdidaktischem Modell über die Implementierung ausgewählter Elemente der informatischen Bildung für _alle_ Lehrkräfte gestaltet. Denn nur durch qualifizierte Lehrkräfte, die sich als Fundament ihres Lehrerhandelns wesentliche Denk- und Arbeitsweisen der Informatik erarbeitet haben, können integrative Konzepte wie diejenigen der Medienbildung greifen.
May 8, 2019
28 min

Stefanie Vollmann
Das Tagebuch von Anne Frank ist aus dem Schulunterricht kaum wegzudenken. Und doch: Berührung und Verstehen dieser Geschichte werden von jeder Generation neu verhandelt. Wie gelingt dies mit „Anne Frank“ und den anderen wichtigen historischen Erzählungen in der digitalen Zukunft? Das Bildungsprojekt „WDR AR 1933-1945“ gibt hier eine technisch und erzählerisch neue Antwort. In Holografien fürs Smartphone oder Tablet entsteht die Geschichte neu und wird im Klassenraum unmittelbar erlebbar: Die letzten lebenden Freundinnen von Anne Frank erzählen mir direkt. Holografien verwandeln mein gesamtes Zimmer in einen geschichtlichen Raum. Mit dem Projekt, das Anfang 2019 als App in die Stores kommt, fügen wir der Diskussion um „Digitale Schulen“ etwas Wichtiges hinzu. Es geht nicht nur um mehr Tablets für Schulen oder bessere Weiterbildungen für Lehrer*innen – vor allem geht es um tatsächlich sinnvolle, digitale Inhalte, die ein anderes, ein tieferes Verstehen ermöglichen als dies bestehende Materialien tun. In der App „WDR AR 1933-1945“ werden neben der Geschichte von Anne Frank auch andere Themen aus dem Zweiten Weltkrieg holografisch erzählt. Wir wollen mit dem Projekt insbesondere einen multiperspektivischen Ansatz fördern. Augmented Reality-Erfahrungen machen es leichter, sich in eine historische Figur oder eine andere Kultur hineinzuversetzen und sie zu verstehen. Jugendliche können damit Andersartigkeit erleben und begreifen. Fast so wie vor einigen Jahren, als Zeitzeug*innen des Krieges noch persönlich Schulen besuchten.
May 8, 2019
27 min

André Hermes
Seit einigen Jahren steht eine Fähigkeit immer wieder im Fokus der Betrachtung von Bildungsblogger*innen, die manchmal etwas vage umrissen, manchmal mit Hilfe weiterer Fachbegriffe erläutert und immer als bedeutend charakterisiert wird: das Netzwerken.
Es hat immer Menschen gegeben, die sich mit traumwandlerischer Sicherheit in Ihrer Welt bewegt haben, die überzeugt und überzeugend mit ihrem Umfeld kommuniziert, gelernt und gearbeitet haben. In einer vernetzten Welt wie der unseren, sind es die Möglichkeiten, Regeln und Begrenzungen des Netzwerks selbst, die wir kennen und für uns nutzen können sollten. Sonst wird statt traumwandlerischer Sicherheit die Unsicherheit unser Denken und Handeln begleiten.
Wenn nun professionelles Netzwerken eine wichtige persönliche und gesellschaftliche Fähigkeit ist, wie lässt sich dieses Netzwerken im Unterricht ganz konkret für Schülerinnen und Schüler erfahrbar machen? Ausschließlich mit detailliert vorgegebenen (nun halt digitalen) Arbeitsblattsammlungen, die stoisch abzuarbeiten sind, wird es nicht gelingen. Es muss noch einen anderen Weg geben, Digitalisierung in der Bildung zu denken, und das/beim Netzwerken zu lernen.
May 8, 2019
28 min

Jasmin Buddensiek
Deutschland gilt als Vorzeigeland der Digitalisierung. Die Bildungsrealität sieht jedoch anders aus: An weiterführenden Schulen mangelt es weitgehend an einer digitalen Ausstattung. Bund und Länder streiten über die Finanzierung des Digitalpaketes. In einem Punkt sind sie sich aber einig: Die Digitalisierung an Schulen soll fortschreiten (vgl. BMBF (2018)).
Aber was passiert, sobald die Ausstattung vorhanden ist? Inwiefern können Lehrer*innen und Schüler*innen von Medien profitieren?
Derzeit verwenden lediglich 15% der Lehrer*innen digitale Lernformen im Unterricht (vgl. Bertelsmann-Stiftung (2017)). Die Einführung der digitalen Medien an der Schule stellt folglich eine grundlegende Veränderung dar, sowohl für die Lehrer*innen als auch die Schüler*innen.
Sinnvolle Grundlage einer solchen Einführung wäre die Einführung eines neuen Schulfaches, „Medienkompetenz“. Jede*r fünfte Jugendliche gibt an, dass über sie*ihn falsche oder beleidigende Inhalte über das Smartphone oder im Netz verbreitet wurden (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2018)). Den richtigen Umgang mit digitalen und sozialen Medien zu erlernen ist somit von großer Relevanz. Aber auch die korrekte Anwendung digitaler Medien im Sinne einer Programmkompetenz für die Schule und den späteren Berufsweg sind wichtige Inhalte.
In meiner qualitativen Studie (Februar 2018) führte ich Einzelinterviews mit Lehrkräften, Schüler*innen, Eltern und Politiker*innen zu der Einführung dieses Faches. Das Fach wurde von den Interviewpartner*innen als sehr sinnvoll eingestuft. Der Forschungsansatz wird in Einklang mit der Medienwirkungsforschung (vgl. Beck (2015): 208 ff.) und dem pädagogischen Konzept der Medienkompetenz von Baacke (vgl. Baacke (2001)) weiterverfolgt, woraus geeignete Unterrichtsinhalte hervorgehen können, die als Ausblick im Zentrum meiner Präsentation stehen werden.
May 8, 2019
29 min

Karsten Himmer
Deutschland als eine der führenden Industrienation im Bereich der Bildung ist in den letzten Jahren immer weiter im Ranking nach hinten gerutscht. In 2015 landen im Pisa-Test deutsche Schüler auf Platz 13 von 71 ... Estland auf 6.
Deutschland gibt pro Kind für Bildung dabei im Schnitt wesentlich mehr aus als Estland und trotzdem hat in Estland jeder Klassenraum einen Beamer und Lautsprecher, in einigen gibt es auch Smartboards. Zudem findet der normale Unterricht regelmäßig im Computerraum statt - egal in welchem Fach. Außerdem gibt es Programmieren und Robotik als Wahlfächer und jeweils zwei Klassensätze Tablets und Laptops!
Warum schaffen wir es nicht unsere Kinder auf eine digitale Zukunft entsprechend vorzubereiten? Schaffen wir dies nicht, wird sich dies in einigen Jahren auch in unserer Wirtschaftsleistung niederschlagen. Aus Kindern digital-mündige Bürger*innen zu machen ist eine der dringendsten gesellschaftlichen Herausforderungen für Deutschland. Dabei geht es nicht darum alle Kinder ab sieben zu Programmierer*innen "auszubilden", sondern die heranwachsende Generation mit einem digitalen Grundwissen für ihre zukünftige Arbeits- und Lebenswelt auszustatten. Ähnlich wie Geschichte oder Erdkunde in den Schulen - dieses Grundwissen vermitteln wir allen Kindern, ohne das aus allen Historiker oder Geografen werden. Ein digitales Grundwissen wird ihnen helfen sich leichter in neue Berufe einzuarbeiten, welche immer mehr ein Verständnis für digitale Systeme erfordern werden.
Mit unseren CoderDojos begeistern wir Jungen & Mädchen ab 7 Jahren für digitale Themen und Programmierung. Der CoderDojo Deutschland e.V. sieht dieses Thema als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe die unserer aller Zukunft betrifft und beeinflusst!
May 7, 2019
32 min

Bela Seeger, Andrea Knaut
Das Turing-Bus-Projekt ist ein Bildungsmobil, das in verschiedenen Regionen Deutschlands junge Menschen in Workshops zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Digitalisierung der Gesellschaft bringt.
Der Bus ist kein Informatiklabor auf Rädern, bringt dafür aber regionale Akteure und Akteurinnen aus Fablabs, OK-Labs, Hackspaces und anderen Orten des kreativen und kooperativen Lernens an die Schulen, um Aktionsräume- und Formate aufzuzeigen die zum Mitmachen inspirieren sollen.
Während der Vorbereitung unserer ersten Tour vor allem im ostdeutschen Raum lernten wir schnell, dass es eine extrem hohe Nachfrage nach einem solchen Angebot etwa bei den Schulen gibt. Wir erfuhren außerdem, dass es mehrere vergleichbare Projekte gibt, die kulturelle und bildungspolitische Leerstellen im MINT-Bereich zu füllen suchen. Die meisten haben einen sehr idealistischen Ansatz und arbeiten teilweise unter recht prekären Bedingungen und natürlich stets mit befristeten Drittmitteln. Hieraus ergibt sich für uns die Frage nach dem „Wie weiter?“ – lassen sich solche mobilen Ansätze verstetigen? Sind sie ein Weg, das globale Dorf Realität werden zu lassen und das Urbane aufs Land zu tragen?
Im Rahmen des Wissenschaftsjahres rollt der Turing-Bus 2019 nun zum Thema Künstliche Intelligenz und berichtet über die geplanten Stationen, die Erfahrungen des letzten Jahres und die Rolle mobiler Bildungsprojekte für den ländlichen Raum.
May 7, 2019
31 min
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