
Marcus Willand, Julia Gebert
Mobilität ist ein Megatrend, der sich selbst aus einer Vielzahl weiterer Megatrends speist, Diese Beeinflussen sich nicht nur gegenseitig, sondern verstärken sich auch. So entsteht zum Beispiel aus sozialen, gesellschaftlichen Entwicklungen und einem geänderten Konsumentenverhalten einer großer Nachfragesog. Das gibt neuen Mobilitätsformen wie E-Mobilität, Car Sharing oder Ride Hailing einen enormen Push.
Dabei wird eine Wende in der Mobilität nicht ohne eine Wende in der Energie vonstattengehen können. Die „Smart City“ wird alle Komponenten vereinen müssen: autonomes Fahren, intelligente Leitsysteme,, die Verknüpfung verschiedenster Mobilitätsangebote und die erforderliche Infrastruktur für E-Mobilität.
Hinzu kommt, dass die Digitalisierung mithilfe von Plattformen eine neue Ökonomie hat entstehen lassen. Deren HauptvertreterInnen suchen vor allem Zugang zu Daten und Kundenschnittstellen und bedienen über digitale Kanäle das sich wandelnde Bedürfnis weg vom Besitz hin zum situationsbezogenen Konsum von Mobilität. Damit kommen vollkommen neue Player in die in der Vergangenheit recht stabilen Märkte und erreichen innerhalb kürzester Zeit stellenweise Marktführerschaften, wie man an den Beispielen Uber, Amazon, oder auch AliBaba, Tencent sehen kann.
Die neuen Gesetze der Plattformökonomie werden bestimmen, wer in Zukunft innerhalb dieser Märkte welchen Teil des Kuchens abbekommt. Offene, kooperative Plattformnetzwerke werden dabei die prägende Form der zukünftigen Zusammenarbeit sein. Dies über Branchen - wie wir sie heute noch definieren - hinweg. Stattdessen wird sich ein vollkommen neues Branchenverständnis etablieren, das sich deutlich durch seine Verknüpfung als Netzwerk von der heutigen Form unterscheidet.
Wer sich letztendlich durchsetzen wird, ist vor allem eine Frage der Kooperation, aber auch der Geschwindigkeit.
max. 30 TeilnehmerInnen
May 4, 2018
1 hr 7 min

Sophia Becker, Florian Egermann
Die Lebensqualität in Städten leidet unter Luftverschmutzung, Lärm und Platznot, größtenteils verursacht durch zu viel Auto-Verkehr. Um die Lebens- und Umweltqualität zu verbessern, brauchen wir innovative, alternative Lösungen, die sich auch in der Praxis bewähren.
Ein Sharing-Modell, das Transporte ohne Emissionen ermöglicht, verbreitet sich rasant im deutschsprachigen Raum: Die „Freien Lastenräder“. Der Startschuss fiel 2013 mit dem ersten Freien Lastenrad „Kasimir“ in Köln, seitdem ist das Prinzip gleich geblieben: Lokale Akteure als Verleihstationen, nachbarschaftliches Engagement und kostenfreie Entleihe.
Dank einer speziell entwickelten Open-Source Verleihsoftware, einer WIKI-Online-Wissensdatenbank und einem jährlichen Netzwerktreffen sind inzwischen mehr als 70 Initiativen in Deutschland, Österreich und Ungarn aktiv, mit mehr als 10.000 registrierten Nutzer*innen.
Unsere Studie zeigt die positiven Effekte der Arbeit dieser Bottom-Up-Initiaitiven: Knapp die Hälfte der Lastenrad-Buchungen ersetzen private Auto-Fahrten. In unserem Vortrag werden wir die Erfolgsfaktoren, Potenziale und Upscaling-Möglichkeiten dieser selbst-betriebenen Verleih-Plattformen vorstellen.
Das Video unseres Talks ist online: https://www.youtube.com/watch?v=JI3ZfOFHYT4
Die Folien unseres Talks findet ihr hier: http://dein-lastenrad.de/index.php?title=Datei:Becker%2BEgermann_Lastenrad-Sharing_Verkehrswende_selber_machen.pdf
May 4, 2018
30 min

Timo Daum, Verena Dauerer
Der Dieselskandal hat es an den Tag gebracht: Das Ende des fossilen Modells ist näher gekommen. Herausgefordert wird dieser «alte Kapitalismus» allerdings nicht durch soziale Bewegungen oder emanzipatorische Entwicklungen. Die Bedrohung kommt aus dem Herzen des gegenwärtigen digitalen Kapitalismus. Unternehmen wie Tesla, aber auch Google und Co. versuchen, mit ihren plattform-kapitalistischen Geschäftsmodellen Fuß zu fassen und fordern die etablierten Player heraus.
Es gilt, eine dritte Perspektive auf die Mobilität der Zukunft zu etablieren, die ebenfalls post-fossil, algorithmisch und vernetzt ist. Sie sollte allerdings die Städte in den Vordergrund rücken, den öffentlichen Verkehr in den Fokus nehmen und offene Datenregime etablieren. Eine solche Perspektive muss sowohl der kriminellen Automafia als auch den Datenmonopolen aus dem Silicon Valley eine soziale, moderne, öffentliche und kollaborative Variante einer digitalen Mobilität für alle entgegenhalten.
Bei der Rosa Luxemburg Stiftung ist eine Studie von Timo Daum erschienen: "Das Auto im digitalen Kapitalismus. Dieselskandal, Elektroantrieb, autonomes Fahren und die Zukunft der Mobilität". Die Studie kann kostenlos downgeloaded oder ein Print-Exemplar bestellt werden: https://www.rosalux.de/publikation/id/38652/
May 4, 2018
31 min

Hans Albers, Katalin Gennburg, Cordelia Polinna
Alphabet plant einen Stadtteil in Toronto. Facebook baut ein Stadtviertel in Menlo Park. Apple bezieht ein riesiges Hauptquartier in Cupertino. Was ist da los?
Tech-Konzerne drängen auf das Gebiet der Stadtentwicklung. Sie kaufen Grundstücke, investieren in Infrastruktur und errichten Campusse, Startup-Center, Wohnanlagen und Forschungsbüros. Sie erproben ihre technologischen Errungenschaften (autonome Fahrzeuge, smart meters, Drohnen, Steuerungstechnik) und prägen eine neue Form der Smart City.
Zugleich lässt sich eine junge Generation an Digitalunternehmen im Zentrum von San Francisco nieder, darunter Airbnb, Twitter und Uber. Dort sorgt die hohe Konzentration an Wagniskapital für hochbezahlte Jobs und steigende Immobilienpreise. Die Folgen sind Gentrifizierung, Wohnungslosigkeit und der Verlust lokaler Identität. In der Hightech-Region öffnet sich ein Spannungsfeld zwischen digital-urbanem Aufbruch und einer neuen städtischen Krise.
Auch in anderen Regionen sorgt der Startup-Boom für urbanen Wandel. In Amsterdam, New York, London oder Tel Aviv ziehen Techies in die Stadtzentren, bevölkern die Szeneviertel und konkurrieren mit ansässigen Betrieben um Gewerberäume.
In Berlin konzentriert sich die Branche in und um Kreuzberg: Google-Campus, Zalando-Büros und eine Erweiterung von The Factory. Kritiker befürchten steigende Mieten, die Verdrängung eingesessener Betriebe und eine "Googlefizierung" des Kiezes. Lokale Initiativen organisieren Proteste und fordern, dass die Tech-Firmen ihren Beitrag für eine soziale, gerechte und nachhaltige Stadt leisten.
Wie kann das gelingen? Wir skizzieren den „urban turn“ der Digitalbranche, weisen auf Fehlentwicklungen hin und entwerfen Handlungsansätze. Dazu berichten wir zunächst von der Lage in Kalifornien und richten anschließend den Blick auf aktuelle Trends in Berlin.
May 4, 2018
1 hr 13 min

Leon Kaiser
Spätestens im letzten Jahr haben die größten IT-Unternehmen damit begonnen, eigene Smart-City-Projekte einzurichten. Darunter, Google das in Toronto selbst nicht von "Smart Cities" spricht und damit hofft, Kritik an dem Konzept aus dem Weg zu gehen. Damit ist die "Smartifizierung" der Stadt nun in vollem Gange. Das Internet-of-Things, Big-Data-Analysen, oder Drohnen, Sensoren sowie Plattformen: Ihnen wird nicht nur das Potential zugeschrieben, das Zusammenleben zu revolutionieren. Sie werden zunehmend und unter hohem Zeitdruck verbaut. Im letzten Jahr zeigte sich auch, dass die über Jahre angewachsenen Kassen großer IT-Unternehmen zunehmend Stadtpolitik machen: Als Amazon im letzten September ankündigte einen zweiten Hauptsitz in Nordamerika zu bauen, bewarben sich 238 Städte. Zu einer Zeit, in der Städte finanziell unter Druck geraten, entdecken die ihnen finanziell haushoch überlegenen Unternehmen Verwaltungen, Städte und ihre Bürger im Alltag als neuen Markt.
Vor dem Hintergrund von auf Schnelligkeit abzielender wirtschaftlicher und (innovations-)politischer Entwicklungen in der Digitalisierung von Städten adressiert dieser Talk die Chancen und Gefahren für ein langfristig gedachtes Zusammen- und Überleben von Menschen und Technologie in Städten. Die Entwicklungen werden anhand von Beispielen aus der Berichterstattung nachgezeichnet und Alternativen aufgezeigt. Es geht nicht nur darum zu fragen, wie Unternehmen Städte zu ihren Laboren machen, sondern auch, was für Forderungen Bürgerinnen und Bürger sowie Stadtpolitikerinnen und Politiker aneinander und an Unternehmen stellen können (Auf der Grundlage von: https://netzpolitik.org/2017/zur-diskussion-sechs-anforderungen-fuer-smart-cities/).
May 4, 2018
29 min

Lars Zimmermann
This talk is about inventing sustainable circular cities. It unfolds a positive utopia in order to inspire hacking our cities – for the better.
It starts with an analysis why it is so hard to even envision sustainable cities today: We are surrounded in them by unsustainable structures and processes every day. They shape our days and occupy our mind and make it hard to see beyond. We are “locked in” – physically and also mentally!
How to get out of these “prisons for our imagination”? Hacking seems to be the best and most sustainable answer we got. Hacking as a way to repurpose already existing systems can unveil new potentials and realities. Let’s create these and experience them and by that “unlock” our imagination step by step. And it is just sustainable to use what is already there!
After a presentation of this analysis the talk will present a longer and entertaining list of examples of hacks. They reach from small street-art-like interventions into road markings to complex hacks to outsmart camera surveillance that consolidates current – linear – power structures.
It will end with an outlook how everyone can get active and contribute to the global reinvention of our cities through hacking.
The talk has another political dimension: It wants to contribute to the “smart city” discourse. This discourse is often governed by companies or institutions that push ideas to deploy sensor networks or similar technologies across the city that can quickly be turned into surveillance and “control” systems. But there are and positive ways to make our cities smart and effective that don’t create “potential weapons” against its citizen but the other way around. Let’s find them and advocate for them! And by doing that discover and discuss what are really good uses for digital technology and what may not be that good.
Context: The talk presents ideas and research of the art and activism city hacking project ”The City Is Open Source”.
May 4, 2018
27 min

Natalia Löwen, Yannick-Tjard Schuetz
Jeder ist derzeit auf der Suche nach DEM Blockchain Use Case. Eine technologiezentrierte Herangehensweise ist jedoch in den wenigsten Fällen zielführend - Blockchain ist hier keine Ausnahme. Vielmehr sollten Technologien in Abhängigkeit vorhandener und/oder zukünftiger Probleme und Bedürfnisse gewählt und Lösungen entsprechend nutzerzentriert konzipiert werden. Um beides in Einklang zu bringen, untersuchen wir im Rahmen des Workshops die Probleme und Bedürfnisse unserer potentiellen NutzerInnen auf deren Blockchain-Relevanz:
PERSONAS Wir versetzen uns in potentielle NutzerInnen und involvierte AkteurInnen hinein und mit ihrer aktuellen und
zukünftigen Situation auseinander: Welche Wünsche und Bedürfnisse haben sie, mit welchen
noch ungelösten Problemen und Herausforderungen haben sie zu kämpfen?
DIE DREI Anhand der drei fundamentalen Vorteile der Technologie prüfen wir jedes der Probleme und
Bedürfnisse auf seine Blockchain-Relevanz.
VERNETZEN Blockchain birgt das Potential, branchenübergreifende Lösungen zu ermöglichen, ganzheitliche
Services zu erschaffen und so bestehende Barrieren einzureißen. Daher konzipieren wir aus
möglichst vielen der Blockchain-relevanten Aspekte eine übergreifende Lösung für die verschiedenen
Akteure.
DRUMHERUM Blockchain ist nicht nur technisch betrachtet ein neues Konzept, sondern insbesondere hinsichtlich
der organisationalen Änderungen disruptiv: So stehen nicht nur manuelle und analoge Prozesse,
sondern auch sämtliche Mittelsmänner, die bislang als vertrauensvolle Instanz im Prozess installiert
sind, zur Disposition. Anhand des von MHP entwickelten Blockchain Canvas konzipieren wir die Lösung
ganzheitlich, setzen uns sowohl mit Fragen zum geeigneten Konsensmechanismus als auch zur
Incentivierung der Partizipation relevanter Akteure und Stakeholder auseinander.
supported by T-Lab
May 3, 2018
59 min

Ame Elliott
Smart Cities make decisions based on data, such as moving shared bicycles from quiet areas to busy areas. However, Smart City applications are extremely limited in how they communicate what data is collected and how it used. It is often unclear to people using bike sharing services how their location is tracked or who has access to that data. The main way data collection is currently handled in applications is by presenting legal statements that people must either agree to or reject in their entirety. Rejecting the terms means not being able to use the service, so accepting the terms without reading them is the default behavior.
Imminent changes in the General Data Protection Regulation (GDPR) provide an opportunity to rethink ways of giving and denying consent to data collection beyond the status quo of clicking a box to agree to legal terms and conditions. Particularly needed is discussion of how Smart City user interfaces communicate data collection in context, while people move through the city. For example, how might policies be read or understood on a phone screen or public display?
Inclusive cities cannot require a personal smartphone to access services, but current user experience design techniques emphasize interaction through smartphone apps. Technology that treats people as consumers voluntarily choosing to use products are not appropriate models for respecting the rights of citizens using essential services. New interaction techniques are needed to help people give and revoke consent to collect their data as they use services in a Smart City.
Using photography and screenshots from existing applications such as bike sharing apps, this talk makes Smart Cities and privacy accessible to a general audience by focusing on the everyday user experience.
The talk covers:
Ways applications manage personal profiles and permissions.
How application design choices shape the use of public space.
How user experience design enables consent or rejection of data collection.
May 3, 2018
29 min

Susanne Hahn, Alex Zosel
Erstmals in unserer Geschichte leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Die Dynamik der Urbanisierung ist weiter ungebrochen, damit auch die Zunahme des innerstädtischen Verkehrs. Um auf diese Herausforderungen zu reagieren, brauchen wir neue Mobilitätslösungen. Eine Lösung kann die Mobilität in der dritten Dimension sein, die das Lab1886 gemeinsam mit Volocopter gestaltet.
Das Lab1886 ist die Innovationsmaschinerie der Daimler AG, die den Auftrag hat, neue Mobilitätskonzepte zu entwickeln.
May 3, 2018
1 hr

Ellen Euler, Katja Hermes, Michela Magas, Markus Schwarzer
Urban planers, city council, technologists and businesses have been discussing the emergent smart city for several years. Cities are to be transformed through networked technologies and the power of big data in order to make them more efficient, more ecological and more socially inclusive with the premise of more citizen engagement and participation.
Glasgow, Adelaide, Sevilla or Mannheim are music cities according to UNESCO. Nashville, Melbourne and Berlin are also cities of music, without carrying an official title. However, their objectives are very similar: How can the strategic development of a city support the creation of economic, ecologic and social value with regard to the music industry, the creative industries, their spaces and places, infrastructures, businesses and scenes and thus make the city more livable. What are the perils in merging these two concepts?
What is a smart music city? How could public transport immediately react to the needs of audiences? What could urban planers and citizens learn if they knew what music people stream in different neighborhoods? How could an urban guidance system work not only visually but also sonically?
In this panel, experts from urban development and urban planning will discuss with experts from the cultural and creative industries and technology developers. Together, they are hoping to identify central aspects of smart music cities, discuss possible fields of application and ponder how implementation processes might look like.
Mit Unterstützung der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V.
May 2, 2018
55 min
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