
Shermin Voshmgir, Ricardo Ferrer Rivero
Bitcoin wird nicht das neue Zahlungsmittel – dafür ist das Programm zu träge und verbraucht zu viel Energie. Aber die Technologie dahinter, die Blockchain, hat große Hoffnungen geweckt. Neue Anwendungsideen und Lösungen überschwemmen den Markt. Vier Trends fallen dabei auf:
1. Viele treibt die Gier. Im Netz versprechen selbsternannte Krypto-Experten und Trading-Gruppen das schnelle Geld. Mittlerweile kann man sogar auf den Kurs von Bitcoin wetten. Das treibt den Preis. Statt eines Tauschmittels sind Bitcoin und Co zur vermeintlichen Geldanlage geworden.
2. Das Ziel scheint keine allgemeingültige, digitale Währung mehr zu sein, sondern die Neuordnung einzelner Branchen. Krypto-Unternehmen wollen den Musikmarkt umkrempeln, die Stromvergütung neu ordnen oder den Kauf von Cannabis vereinfachen. Dafür schaffen sie immer neue, digitale Tauschmittel – "Tokens".
3. Blender haben leichtes Spiel. Offenbar reicht es, den Begriff Blockchain an eine Idee zu binden, schon stecken Menschen Millionen in Unternehmen. Immer wieder laufen Nutzer betrügerischen Drittanbietern auf.
4. Staaten wissen nicht, wie sie mit all dem umgehen sollen: Die einen verbieten Kryptowährungen, die anderen wollen sie stärker regulieren oder ihre eigenen entwickeln.
Darauf aufbauend möchten wir in einem Gespräch herausfinden, was aus der eigentlichen Idee hinter Bitcoin geworden ist. Wer verfolgt sie noch? Kann sie nach heutigem Stand überleben oder hat sie unser System schon verschluckt? Welche Zukunft hat die "Token-Ökonomie"? Und was muss passieren, damit „Kryptopia“ doch noch Wirklichkeit wird?
supported by T-Labs
May 4, 2018
35 min

Takura Zhangazha, Anne Marie C. Befoune, Aisha Dabo
Political bloggers and online activists have gained increasing levels of attention by governments since their key role as information transmitters during the so called “Arab Spring”. In many parts of Africa, authorities can feel threatened by bloggers who are able to bypass the gatekeepers with their online avenues to free expression. Independent voices are regarded as threats and are monitored by state security networks. In this context, blogger networks can help to provide exchange, updates and common purpose.
The international blogger network #AfricaBlogging is an online platform featuring a plurality of voices and views supporting democratic culture and debate in Sub-Saharan Africa. Founded in 2015 in Johannesburg, its members believe that blogs play a major role in providing information and diversity of opinion in Africa. They are committed to encouraging open debate on matters that are at times not adequately covered by traditional media such as politics, economics, gender equality, health and social matters.
However, there is a growing trend for bloggers to be monetized ‘multiplicators’ and to become brands. Those who shun the native advertising and commercialization trends and feel their function in the information ecosystem is to offer critical analysis that fills the space between events and conventional media reporting, have to fight to remain independent and credible.
From cyber-activism campaigns that helped bring an end to the Jammeh regime in the Gambia to the political reality-check that bloggers have been able to offer more recently about Zimbabwe’s political development, members of the network are at the forefront of social and political change across Africa.
Join us in this session with three members of #AfricaBlogging to discuss the positioning of bloggers between activists and political analysts, how to remain independent and credible, and what it means to be a successful blogger in the post-truth world of social media and fake News.
May 4, 2018
1 hr 3 min

Felix Schwenzel
vor knapp zwanzig jahren hatte ich das gefühl, die wichtigste frage der menscheit gefunden zu haben. sie lautet: „was willst du eigentlich?“
mich interessierte, wie verschiedenen menschen diese frage beantworten würden und stellte sie (für mehrere jahre) ins internet. leider waren damals noch nicht besonders viele menschen im internet, weshalb die zwei antworten darauf eher unbefriedigend waren und ich sie mir auch nicht gemerkt habe.
in der rückschau muss ich zugeben, dass die frage, ganz ohne kontext und einordnung, auch eher bescheuert und eventuell sogar ein bisschen aggressiv wirkt, jedenfalls nicht, wie die die wichtigste frage der menscheit. in meinem vortrag möchte ich den damals fehlenden kontext nachliefern und erklären, was ich mit der frage erreichen wollte und warum ich sie nach wie vor, ganz besonders heute, für wichtig halte.
das problem ist nämlich, in aller kürze, dass es einige menschen gibt die diese frage für sich beantwortet haben und bei der arbeit an der antwort so viel macht und einfluss gewonnen haben, dass sie unsere eigene fähigkeit nach antworten (und fragen) zu suchen massiv beeinflussen. um nur eins von vielen beispielen herauszugreifen; mark zuckerberg hat die frage beantwortet mit: „alle menschen der welt miteinander verbinden“. die frage ist aber nicht nur: wollen wir das auch? sondern: welche anderen antworten gibt es, was wollen wir (eigentlich), welche neuen fragen ergeben sich aus zuckerbergs antwort?
ich glaube, plakativ gesagt, dass wir nicht nur über privatsphäre, den schutz von daten oder vor überwachung nachdenken sollten, sondern vermehrt über unsere (individuelle) vorstellung von zukunft und die (digitale) gestaltung unseres lebens, individuell und kollektiv. statt lediglich in autonome apparate (fahrzeuge, plattformen) forschung und geld zu investieren, sollten wir unsere eigene, persönliche und kollektive vorstellung von autonomie erforschen, in utopien giessen und immer wieder (in) frage(n) stellen.
May 4, 2018
31 min

Arikia Millikan
After 10 years of working in the corporate media industry in NYC, I have seen the destruction of the Internet Nothing. I've battled it and mostly I've lost. I've seen thousands of pages of journalistic content taken down, sometimes because of blatant censorship; other times for no better reason than a corporate whim or a site redesign. In this talk, I will discuss how history is being erased every day, often without a second thought.
As journalists, we often pour the stories we have fought for the right to tell onto unstable platforms and centralized social networks, assuming those networks will be there forever. But do you really know who owns your content once you hit publish? Is it really yours anymore, or does it become the property of the publication—or the tech platform? How can you be sure it will be there in the future?
This is a wake-up call about online content ownership and what can happen when we place unwarranted trust in organizations that have the ability to alter, sell, or delete our content. But there are ways to stop The Internet Nothing! I will conclude by discussing some of the theoretical requirements that would enable online content to withstand destructive forces and pass the test of time.
May 4, 2018
25 min

Barbara Wimmer
Beim „Internet der Dinge“ liegen Wirklichkeit und Utopie nah beieinander: Die ersten vernetzte Kühlschränke, die Spam-Mails verschickt haben, gab es bereits im Jahr 2014. Vernetzte Autos, deren Bremsen am selben System hingen wie der Autoradio, wurden 2015 geknackt und aus der Ferne manipuliert. 2016 folgten Smart-TVs. Diese Geschichten hätten auch Science-Fiction-Autoren nicht besser hingekriegt! Oft sind es aber auch weniger spektakuläre Dinge, wie IP-Überwachungskameras, Thermostate, Feuermelder, Netzwerkdrucker oder WLAN-Router, die das “Internet der Dinge” zu einer wahren Gefahr für das gesamte Internet machen.
Die Anthologie "Smart Lies - Alles smart!", die Barbara Wimmer zusammen mit Günther Friesinger von monochrom veröffentlicht hat, beschäftigt sich daher mit dem Thema „Alles smart, oder?“ – Smarte Geräte sind oft gar nicht so intelligent wie sie auf den ersten Blick scheinen. Oft sind es auch einfach kleine Spionagegeräte und wir geben damit zudem immer häufiger die Herrschaft über unsere eigenen Entscheidungen ab. Eine App hier, die uns die Wassertemperatur verrät, einen App da, die unsere Heizung aufdreht. Doch was passiert eigentlich, wenn wir uns auf die Aussage der digitalen Assistentin Alexa verlassen, die sagt, dass es draußen schneit, statt einfach selbst aus dem Fenster zu sehen und und dabei festzustellen, dass die Sonne scheint?
Barbaras Geschichten drehen sich etwa um die Update-Problematik bei Alltagsgegenständen sowie darum, wie böse Ferien enden können, wenn ein smartes Schloss die Urlaubsfreuden verdirbt. Beide Geschichten sind angelehnt an Fakten - ergo, die Grundidee ist nicht erfunden, nur die Geschichten rundherum. Die besten Auszüge bekommt ihr hier im Rahmen einer Lesung präsentiert.
"Smart Lies - Alles smart!" erscheint im Herbst 2018 im Verlag mono.
May 4, 2018
30 min

Martin Ehrenhauser
Der US-Amerikaner Vincent Viola ist mit einem geschätzten Vermögen von rund 1,7 Milliarden US-Dollar der Pop-Star im Finanz-Cyberspace. Wer an den Computerbörsen in Wien, New York, London oder Frankfurt Finanzprodukte kauft, handelt mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Virtu Financial, dem hochfrequenten Geldroboter von Viola.
Denn sei Money-Bot handelt automatisiert und in extrem hoher Frequenz an 235 unterschiedlichen Handelsplätzen, in 36 Ländern weltweit, mit rund 12.000 verschiedenen Finanzinstrumenten. Und das 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche.
Und egal ob der Preis steigt oder fällt, Vinnies Geldroboter gewinnt immer. Das Unternehmen ist für Vinnie, wie Viola von seinen engen Freunden genannt wird, eine Art privater Geldautomat, der jährlich einen Netto-Gewinn von rund 160 Millionen US-Dollar ausspuckt.
Dabei hat Vinnie kein Produkt und auch keine Kunden. Doch was ist das Geheimnis seines Erfolgs? Wie funktioniert der Geldroboter des ehemaligen US-Soldaten? Wer zahlt seinen Gewinn? Und vor allem: Macht sein Geldroboter unsere Welt besser? Eine spannende Reise durch die Glamour-Welt des Finanz-Cyberspace.
May 4, 2018
30 min

Silja Vöneky, Philipp Kellmeyer, Christiane Miethge
The session will start with a video showing parts of the web documentary "Homo Digitalis". The panelists will then discuss, together with the audience, the ethical, legal and social implications of the convergence of consumer neurotechnology with big data and advanced machine learning.
After all, the brain is not any old organ: it is the seat of our feelings, desires, personality, attitude, creativity and thoughts. Gaining access to this rich trove of highly personal biometric data via advanced neurotechnology may be an enticing prospect for companies that want to harness this data for potentially unprecedented levels of personalization of their services, e.g. targeted advertising. Yet, thus far, there is no wide ranging public disocurse or deliberation of the potential threats of this development for the privileged privacy and the freedom of our thoughts, feelings and other mental states. Do existing regimens for protecting biomedical data suffice to manage this potential flood of Big Brain Data? Can technology, such as blockchain, federated learning or differential privacy, protect users' brain data from unwarranted access and commercial exploitation? Who will decide over the priorities for research and applications as experts in data science and machine learning systematically move from public research institutions to the private sector?
In the first part of the session, we will present the benefits and risks of this scenario from a medical, scientific, legal and neuroethical perspective. In the second part, we will engage the audience in discussing and deliberating about possible solutions for these ethical, legal and social challenges.
May 4, 2018
1 hr 13 min

Dennis Kogel, Rebecca Raschun, Riad Djemili, Daniel Recktenwald
Wer ist eigentlich dieser Drake? Das muss hunderttausenden Gamern durch den Kopf gegangen sein, als der kanadische Superstar am 14. März 2018 zu Besuch beim Livestreamer Ninja war – und Massenmedien mal wieder völlig perplex auf die Gaming-Sphäre starrten. Wie zum Teufel ist ein Typ, der zuhause im Hoodie einen bunten Shooter spielt, so berühmt geworden, dass er einer der wichtigsten Rapper der Welt mit ihm abhängen will!?
Für Gamer dagegen dürfte das so gar nicht überraschend gewesen sein. Tyler “Ninja” Blevis ist im Gaming längst so groß, so wichtig wie jeder Popstar. Blevis ist Livestreamer auf Twitch, nimmt über 500.000 Dollar über Werbung und Spenden ein. Er ist einer der neuen Stars des Gaming. Livestreamer wie er bestimmen, was gespielt und was entwickelt wird.
Erfolg haben längst nicht mehr Spiele, die eine große, epische Story erzählen, sondern vor allem solche, die sich gut zum Zuschauen eignen. Spiele wie Player Unknown’s Battlegrounds (PUBG), Fortnite, Rainbow Six: Siege oder Warframe. Den meisten, die sich nur nebenbei mit Games beschäftigen, sagen diese Namen nichts, doch es sind die Spiele, auf die die gesamte Spieleindustrie mit großem Interesse schaut.
Diese Entwicklung möchten wir diskutieren.
In Kooperation mit /Kuration durch: Motherboard Germany
May 4, 2018
54 min

Ronya Othmann, Luna Ali, Lea Sauer
3 Autorinnen fragen nach dem Pop in der Literatur. Das ganze wird in Form einer Lesung stattfinden. Die Autorinnen lesen ihre essayistischen-literarischen Texte. Damit man dazu tanzen kann, wird die Lesung in Zusammenarbeit mit einer Medienkünstlerin* gestaltet werden. Kein Wasserglas! Dafür Pepsi und Popcorn.
Lesen werden Luna Ali, Lea Sauer und ich (Ronya Othmann), drei Studentinnen des Deutschen Literatur Institut Leipzig.
May 4, 2018
32 min

Michael Schulte, Martin Fischer, Frauke Pohl, Guido Brombach
Klexikon.de - Wie Wikipedias kleine Schwester laufen lernte // Michael Schulte
Am Anfang stand die Frage: Warum gibt’s noch keine Wikipedia für Kinder? Ein Jahr wurde im Auftrag von Wikimedia Deutschland konzipiert, dann drei Jahre fleißig aufgebaut. Inzwischen hat Klexikon.de über 100 AutorInnen, 2000 Artikel und über 2 Millionen Besucher im Jahr. Ein Lightning Talk über die Entstehungsgeschichte dieses im deutschsprachigen Raum oder sogar weltweit einmaligen Angebots.
Das lauschende Klassenzimmer - Podcast einsatz im Klassenzimmer // Martin Fischer
Im Film “Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit” bringen zwei Schüler historische Berühmtheiten in die Gegenwart, um damit ihr Geschichtsreferat aufzupeppen – mit Erfolg! Die ZeitzeugInnen begeistern SchülerInnen und machen Geschichte lebendig. Auch ganz ohne Zeitmaschine können Podcasts heute den Unterricht spannend gestalten. Sie lassen Menschen erzählen, die Geschichte selbst erlebt haben. Der Vortrag präsentiert Möglichkeiten für den Podcasteinsatz im Geschichtsunterricht.
Im Online-Klassenzimmer einen neuen Beruf erlernen: Möglichkeiten und Hindernisse // Frauke Pohl
In den letzten Jahren haben sich virtuelle Unterrichtszenarien in der beruflichen Weiterbildung durchgesetzt. Theoretisch bieten sich beste Bedingungen: Zielgruppe sind Erwachsene mit Erfahrung aus dem Berufsleben. Alle haben einen Internet-Arbeitsplatz. Der virtuelle Raum erleichtert die aktive Beteiligung der Lernenden. In der Praxis zeigt sich aber, dass es auch Lernende mit Wunsch nach klassischem Frontalunterricht gibt, die ihren Lernprozess nur schwer selbstverantwortlich gestalten können.
Die 6 Naturgesetze des Digitalen: Wie die Digitalisierung der Bildung gelingen kann // Guido Brombach
Analog und Digital haben nichts miteinander zu tun. Beide Zustände sind so grundlegend verschieden, dass eine Substitution, wie wir sie häufig vorfinden nicht zutreffend ist. Trotzdem müssen wir im Alltag immer beide Welten miteinander harmonisieren. In der Bildung werden häufig im Prozess der Digitalisierung analoge durch digitale Methoden ersetzt. Das führt zwangsläufig zu unpassenden Konzepten, weil es nötig ist, die 6 digitalen Naturgesetze zu kennen, um zu verstehen, wie Bildung zwischen Analog und Digital gelingen kann.
May 4, 2018
28 min
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