Kultur denken
Kultur denken
Julia Grillmayr, Hanna Ronzheimer, Signation: Sebastian Klingovsky Produktion: Martin Gasteiner…
KULTUR DENKEN: Der Podcast des ifk. Die Befragung von Kultur, von Raymond Williams als »ganze Lebensweise« definiert, verzahnt Kulturwissenschaft mit gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen. Das wissenschaftliche Arbeiten – theoretisch, empirisch, historisch, kunstbezogen – wird damit zu einer Praxis mit akademischen und außerakademischen Schauplätzen. Der Podcast nimmt beide Wirkungssphären ernst, indem er sowohl ihre Arbeitsweisen als auch die Rolle von Kulturwissenschaft in der Öffentlichkeit thematisiert. »Kultur denken«, der Podcast des ifk, entsteht in Zusammenarbeit mit Radiomacherinnen und Wissenschaftskommunikatorinnen. Angelehnt an die Themen der ifk-Tagungen, präsentiert jede Staffel mehrere Episoden zu einer Fragestellung. Die erste Season von Julia Grillmayr und Hanna Ronzheimer, beleuchtet in 25-minütigen Features kulturwissenschaftliche Themen, Ideen und Diskussionen. Die Sendungen zielen darauf ab, kulturelles Wissen für Interessierte zu erschließen und so einen lebendigen Austausch zu fördern.
»Kultur denken. Season 1 Episode 1: Kultur denken (Intro)
Zum Auftakt von »Kultur denken«, öffnet Julia Grillmayr die Türen zu verschiedenen Räumen der Kulturwissenschaften. Der Podcast des ifk Internationales Forschungszentrum für Kulturwissenschaften der Kunstuniversität Linz in Wien stellt eine wahre Schatzkiste für alle dar, die sich für die Dynamik und Vielschichtigkeit kultureller Diskurse interessieren. In jeder Episode des Podcast tauchen die Moderatorinnen in die facettenreiche Welt der Kulturwissenschaft ein. Sie beleuchten, wie diese Disziplin nicht nur akademische Forschung, sondern auch politisches und gesellschaftliches Handeln beeinflusst. Die Themen reichen von Emanzipation und Erinnerung bis hin zu Mobilität und Ökologie, wobei jeder Beitrag neue Perspektiven und Denkanstöße bietet. Ein besonderes Highlight sind die Gespräche mit renommierten Kulturwissenschaftler*innen wie Sigrid Weigl, Karin Harrasser und Thomas Macho. Diese Diskussionen unterstreichen, wie Kulturwissenschaft die Grenzen zwischen verschiedenen Disziplinen überschreitet und zu einem lebendigen, interdisziplinären Austausch beiträgt. Das ifk verstärkt diese Dynamik, indem es Gastforscher aus aller Welt einlädt, die ihre einzigartigen Methoden und Sichtweisen in die Diskussion einbringen. Viel Vergnügen beim Zuhören dieser ersten Episode!
Jan 18, 2024
32 min
»Kultur denken. Season 1 Episode 2: Emanzipation
In dieser Episode von »Kultur denken«, erkunden wir, wie Emanzipation und Differenz in der modernen Welt interpretiert werden und wie die Kulturwissenschaften dazu beitragen, diese komplexen Themen zu beleuchten. In dieser Folge unseres Podcast »Kultur denken« widmen wir uns dem Thema »Emanzipation und Differenz«, inspiriert durch die ifk-Tagung »Where are we now?«. Begleitet von Julia Grillmayr beleuchten wir verschiedene kulturwissenschaftliche Perspektiven zu diesem Thema. Die Diskussion beginnt mit der brasilianisch-argentinischen Anthropologin Rita Segato, die die symbolische Dimension physischer Gewalt erforscht. Ihr Fokus liegt auf den Gewalttaten gegen Frauen in Ciudad Juarez und deren Bedeutung im von Gewalt geprägten lateinamerikanischen Alltag. Anschließend werfen wir einen Blick auf die Arbeit der deutschen Philosophin Eva von Redecker, die den liberalen Freiheitsbegriff im Kontext von Eigentum und Machtstrukturen kritisch hinterfragt. Sie erklärt dabei, wie eine Emanzipation jenseits des liberalen Skripts aussehen könnte. Schließlich führt Julia Grillmayr ein Gespräch mit Peter Bexte, der die Rolle der Kulturwissenschaften bei der Untersuchung von Barbarei und Kultur thematisiert.
Jan 18, 2024
36 min
»Kultur denken. Season 1 Episode 3: Wissenschaft der Erinnerung
Diese Episode von »Kultur denken« von Hanna Ronzheimer bietet einen fundierten Einblick in die Welt der Erinnerungen und deren Bedeutung in der Kulturwissenschaft. Sie lädt zum Nachdenken darüber ein, wie individuelle und kollektive Erinnerungen unsere Wahrnehmung der Geschichte formen und wie wichtig es ist, diese Geschichten für zukünftige Generationen weiterzugeben. Ein fesselndes Gespräch, das zeigt, wie die Vergangenheit uns formt und wie wir sie bewahren und interpretieren. Der Historiker und Autor Martin Pollack erzählt von einem Kriegsgrab im Südburgenland und seinen Recherchen dazu, die die vielen Schichten der Erinnerung ins Gedächtnis rufen. Diese Entdeckung führte ihn zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit den verborgenen Kapiteln der Geschichte. Pollack reflektiert auch seine eigene Familiengeschichte – sein Vater war Mitglied der SS, seine Großtante ein Opfer der Nazis. Diese persönlichen Erzählungen beleuchten die komplexen Facetten des Erinnerns und veranschaulichen Pollacks entschiedenes Bestreben, dem Schweigen entgegenzuwirken. Der Podcast thematisiert ebenfalls die Rolle der Kulturwissenschaften in der Aufarbeitung von Erinnerungen. Hanna Ronzheimer diskutiert mit dem Soziologen Natan Sznaider über die Subjektivität in den Kulturwissenschaften und wie sie es ermöglicht, persönliche Erfahrungen in den wissenschaftlichen Diskurs einzubringen. Sznaider, selbst Kind von Holocaust-Überlebenden, betont die Bedeutung der Biografie in der wissenschaftlichen Arbeit und wie persönliche Geschichten unser Verständnis von Geschichte prägen.
Jan 18, 2024
26 min
»Kultur denken. Season 1 Episode 4: Kultur auf Wanderschaft
Unter dem Titel »Kultur auf Wanderschaft« erkundet Hanna Ronzheimer, wie sich kulturelle Identitäten und Konzepte im Kontext der Migration verändern und entwickeln. Dabei geht es nicht nur um die Definition von Kultur, ein Thema, das Kulturwissenschaftler*innen seit langem beschäftigt, sondern auch um die immer drängendere Frage von Migration. Obwohl Diskussionen über Kultur und Migration oft separat geführt werden, zeigt diese Episode, wie eng diese Themen in der Realität miteinander verwoben sind. Hanna Ronzheimer hat für diese Episode von »Kultur denken« unter anderem ein spannendes Gespräch mit dem Historiker Philip Ther geführt. Im Zentrum dieser Diskussion steht die Kultur der Fremdenfeindlichkeit und wie sie sich in verschiedenen Kontexten manifestiert. Diese Episode lädt dazu ein, die vielschichtige Verbindung zwischen Kultur und Migration neu zu betrachten.
Jan 18, 2024
28 min
»Kultur denken. Season 1 Episode 5: Ökologie und Kulturwissenschaft
Diese Episode konzipiert und moderiert von Julia Grillmayr ist ein Appell, ökologische Themen nicht nur als wissenschaftliche Herausforderung, sondern auch als gesellschaftliche Verantwortung zu betrachten. Sie ermutigt dazu, über den Tellerrand hinauszuschauen und die Verflechtungen zwischen Kultur, Natur und Technologie kritisch zu hinterfragen. Karin Harrasser und Thomas Macho unterstreichen, dass ökologische Themen in den Kulturwissenschaften heute mit neuer Dringlichkeit diskutiert werden, weit über das bloße Interesse an Natursymbolik hinaus. Diese Entwicklung wird von Medienwissenschaftlerin Birgit Schneider und Historiker Jérôme Segal weiter vertieft. Sie diskutieren die Rolle der Kulturwissenschaften bei der kritischen Auseinandersetzung mit ökologischen Herausforderungen und deren Einfluss auf unseren Lebensstil. Birgit Schneider betont, dass die Ökologie erst seit Kurzem in der Kulturwissenschaft Beachtung findet. Ihre Forschung konzentriert sich auf die mediale Darstellung des Klimawandels und die damit verbundenen gesellschaftlichen Narrative. Jérôme Segal hingegen fokussiert auf Tierrechte und Tierschutz aus historischer und soziologischer Perspektive, verknüpft mit einem starken Aktivismus-Anspruch.
Jan 18, 2024
27 min
»Kultur denken. Season 1 Episode 6: Kulturwissenschaftliches Arbeiten
Diese Episode von »Kultur denken« verdeutlicht die Wichtigkeit des undisziplinierten – interdisziplinären oder transdisziplinären – Ansatzes in den Kulturwissenschaften und lädt dazu ein, akademische Grenzen zu überschreiten und neue Perspektiven zu entdecken. In dieser Folge unseres Podcasts »Kultur denken«, steht das Thema „Undiszipliniertes Denken in der Kulturwissenschaft“ im Fokus. Moderiert von Julia Grillmayr, diskutieren Karin Harrasser und Thomas Macho, wie kulturwissenschaftliches Arbeiten über Fächergrenzen hinausgeht und neue Denkweisen fördert. In Anlehnung an Claude Lévi-Strauss' Konzept des »wilden Denkens«, erkunden wir, wie kulturwissenschaftliche Forschung sich von konventionellen akademischen Disziplinen löst und ein multidisziplinäres Verständnis fördert. Die Buchreihe »Undisziplinierte Bücher«, herausgegeben von Andreas Gehrlach und Thomas Macho, unterstreicht diesen Ansatz mit der Frage: Was passiert, wenn die Fragestellung und nicht die Disziplin im Vordergrund steht? Julia Grillmayr zeigt in dieser Episode auf, dass Kulturwissenschaft durch ihr fokussiertes, problemorientiertes Herangehen innovative und relevante Forschungsgebiete eröffnen, wie zum Beispiel die »Animal Studies«. Dieses dynamische Feld ermöglicht es, drängende Fragen unserer Zeit zu adressieren, auch wenn diese nicht in bestehende wissenschaftliche Strukturen passen. Karin Harrasser betont die Bedeutung von kulturwissenschaftlichem Denken auch außerhalb der akademischen Welt. Ihre Anwendung in Film, Literatur und anderen kulturellen Praktiken zeigt, wie kulturwissenschaftliche Konzepte in der breiteren Öffentlichkeit Resonanz finden.
Jan 18, 2024
28 min