Kinoshita
Kinoshita
Thomas Laufersweiler
Folge 3: JUBILATION STREET (1944)
42 minutes Posted Feb 13, 2022 at 10:00 am.
Begrüßung und Einleitung
Ein Wiedersehen mit JUBILATION STREET nach der Berlinale - und eine Wiederentdeckung
Die Handlung in dürren Worten - eine Straße muss einer Fabrik weichen, es geht um Neuanfang, ums Loslassen und um ein Nachbarschaftsensemble wie aus dem Bilderbuch
Die bewegte Kamera am einzigen Schauplatz des Films, der kleinen Nebenstraße - der Film fühlt sich an wie ein Robert-Altman-Ensemble-Film
Von Liebesgeschichten und Badehäusern - Erinnerungen an Sentos und Onzen in Japan
Verlorener Holzschuh und die Frage, welches historische Tokio wir uns da gerade anschauen
Wie uns die immersive Kamera mit ihren Perspektiven zu Zeugen macht - Nichts bleibt unbeobachtet, auch das Liebespaar lebt in einem öffentlichen Raum
Wie können sich die Liebenden annähern?
Die kleine Druckerei - die Familie nimmt in einer religiösen Zeremonie Abschied, denn die Dinge sind beseelt.
Es geht nicht ohne Tod und Geburt - der sinnlose Tod des Piloten - Kinoshita zeigt Kriegsmüdigkeit
Die Nachbarn vereint unter der Fahne - Die Heimatfront, die Propaganda und ein Ende wie ein Fremdkörper im Film
Empfehlung: Die DVD-Box von Criterion
Ende
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Show notes
Tokyo 1944: Die Regierung lässt eine Straße in der Stadt räumen – für militärische Zwecke. Keiner der Bewohner der Jubilation Street stellt diese Anordnung in Frage. Aber fast alle haben ihre Probleme damit, ihre Wurzeln zu kappen und ein neues Leben anzufangen. Da ist der Besitzer einer kleinen Druckerei, der sich nach dem letzten Auftrag mit einem Ritual von seiner Maschine verabschiedet, da ist der Vater und Ehemann, der nach langer Zeit in China ausgerechnet jetzt nach Hause kommt, da ist der junge Pilot, der sich verliebt, der aber nicht die die Ansprüche der Eltern der Geliebten erfüllt, da ist der Betreiber eines öffentlichen Badehauses, der darauf besteht, das Badehaus solange offen zu halten, wie noch ein Mensch in dieser Straße seine Dienste in Anspruch nimmt. Am Ende fügen sie sich alle in das Unvermeidliche.

JUBILATION STREET ist der dritte Film, den sich Michael und Thomas von Keisuke Kinoshita anschauen. In dieser Episode (die im Rahmen des #Japanuary2021 aufgenommen wurde) sprechen die beiden über Sentos und Onzen, also die japanische Badekultur, über Perspektiven und Kameraarbeit, über verlorene Schuhe, über Heimatfront und Propaganda-Elemente, die eine kleinere Rolle spielen als in einem Film in Japan 1944 zu erwarten war.

Wir bitten die Tonqualität zu entschuldigen, eines der beiden Mikrofone hat seinen Dienst nicht getan.
Vielen Dank an Sandra für das wunderbare Episodenbild! Und danke an Michael Meier von Kompendium des Unbehagens für die Unterstützung beim Jingle. Grüße nach Osaka!