
KI verändert die Arbeit von Projektmanagerinnen und Projektmanagern grundlegend – von der einfachen Chat-Unterstützung bis hin zu autonomen KI-Agenten als vollwertige Teammitglieder. Marc Widmann, Transformation Director bei TCS (Tata Consultancy Services) und Fachgruppenleiter bei der GPM (Gesellschaft für Projektmanagement), zeigt, wo KI im Projektmanagement heute wirklich steht. Der Schlüssel liegt nicht in der Technologie, sondern im bewussten Umgang: zuerst Human Intelligence (HI), dann KI – und danach nochmals HI.
Inhalt:
GPM und klassische Projektmanagement-Phasen
KI-Einsatz heute: Stufen und Praxisbeispiele
Do’s & Don’ts beim KI-Einsatz
Zukunft: Hybride Intelligenz-Teams
GPM und klassische Projektmanagement-Phasen
Die GPM ist die deutsche Vertretung der IPMA (International Project Management Association) mit einem Zertifizierungssystem von Level D (Einsteiger) bis Level A (Programm- und Portfolio-Verantwortung). Die fünf klassischen Projektphasen umfassen Initialisierung, Definition, Planung, Umsetzung/Steuerung und Abschluss. Besonders die Lessons Learned am Projektende werden zu selten durchgeführt – oft weil Zeit und Budget dafür in der Planungsphase nicht eingeplant wurden.
KI-Einsatz heute: Stufen und Praxisbeispiele
In einem Workshop mit 20 Projektleiterinnen und Projektleitern erhob Widmann den KI-Reifegrad anhand von vier Stufen: einfacher Chat (1), Agenten mit festen Workflows (2), teamweite Agenten (3) und vollständig autonome KI-Systeme (4). Das Ergebnis: Die Gruppe verortete sich bei 1,75 bis 2. Konkrete Use Cases, die Widmann nicht mehr missen möchte: Projektstrukturpläne und Risikowahrscheinlichkeiten vorab von der KI ausarbeiten lassen sowie KI-gestützte Konfliktmoderation, die er im GPM-Barcamp 2024 mit ChatGPT simulierte – mit wissenschaftlich fundierten Methoden zur Verhandlungsführung. Wachsender Bereich: automatisches Transkribieren von Meetings und die KI als Projektgedächtnis für vergangene Entscheidungen.
Do’s & Don’ts beim KI-Einsatz
Widmann empfiehlt, vorab klar zu definieren, welche Entscheidungen die KI treffen darf. Er entwickelte dafür ein Future Leadership Canvas für hybride Führung. Klare Don’ts: keine vertraulichen Daten in ungeschützte Systeme eingeben, die Lernfunktion in KI-Abos deaktivieren und Halluzinationen stets kritisch prüfen. Beim Thema AI Slob – massenhaft KI-generierter Output, der ungefiltert weitergereicht wird – warnt Widmann vor Qualitätsverlust.
„Zuerst die HI einsetzen, dann die KI – und dann nochmals die HI.“
Zukunft: Hybride Intelligenz-Teams
Widmann erwartet in zehn Jahren hybride Teams aus Human Intelligence und KI mit klar definierten Rollen – etwa ein bis zwei Menschen plus mehrere KI-Systeme pro Projekt. Teams werden kleiner, aber schneller und anpassungsfähiger. Eine vollständige Verdrängung von Arbeitskräften hält er für unwahrscheinlich, da demografischer Wandel und Fachkräftemangel gegenläufig wirken.
„Durch die KI ist meine Arbeitslast nicht weniger geworden. Sie ist aber besser geworden.“
Fazit
KI im Projektmanagement ist kein Zukunftsthema mehr – der Einstieg gelingt heute schon mit einfachen Chat-Tools. Entscheidend sind klare Governance-Regeln und das bewusste Einbringen menschlicher Erfahrung. Weiterführende Ressourcen: YouTube-Kanäle von Christoph Magnussen und Lars Thomsen sowie der Newsletter auf marc-widmann.de.
Eigene Projekte mit dem Prinzip „HI → KI → HI“ strukturieren
Governance klären: Was darf die KI entscheiden, was nicht?
KI als Projektgedächtnis für Meetings und Entscheidungen nutzen
Täglich einen neuen Use Case bewusst ausprobieren
May 6
45 min

Zusammen mit Angelika und Latti habe ich in dieser Episode mal das Thema Lerncoaching besprochen. Die beiden sind schon lange Corporate Learning Coaches bei der DATEV und ich wollte wissen, was die Rolle ausmacht und welche Rolle KI im Lerncoaching spielt oder spielen kann.
Zusammenfassung
Im Podcast geben Angelika und Latti Einblicke in ihre Arbeit als Corporate Learning Coaches bei DATEV. Sie erläutern, wie die Rolle entstanden ist, welche Aufgaben sie umfasst und wie sie sich von klassischem Coaching unterscheidet. Dabei beleuchten sie auch die Potentiale und Grenzen von KI als Learning Coach und geben einen Ausblick auf die Zukunft ihrer Rolle.
Die Entstehung der Rolle “Learning Coach” bei DATEV
Die Geschichte der Corporate Learning Coaches bei DATEV begann 2018 mit der Einführung flexibler Feature-Teams. Diese Teams arbeiteten mit einem gemeinsamen Backlog und hatten nur etwa drei Monate Zeit für ihre Arbeitspakete. Da oft erst kurz vorher bekannt wurde, welches Team welches Paket übernimmt, entstand regelmäßig eine Lücke zwischen den vorhandenen und den benötigten Fähigkeiten.
Um diese “Gaps” schnell zu schließen, wurde die Rolle des Corporate Learning Coaches geschaffen. Latti, ursprünglich Mainframe-Entwickler mit einer Ausbildung zum Datenverarbeitungskaufmann, war 2019 der erste in dieser Position. Seine Transformation vom klassischen Programmierer zum Learning Coach wurde durch Erfahrungen auf Barcamps wie der SoCraTes geprägt, wo er neue Formen des Lernens und Wissensaustauschs kennenlernte.
Angelika, Diplompädagogin mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung, stieß Ende 2019 zum Team und absolvierte ein Training-on-the-Job bei Latti. Die beiden ergänzen sich optimal: Während Latti den technischen Hintergrund und ein ausgeprägtes Netzwerk mitbringt, verfügt Angelika über didaktisches Know-how und Coaching-Kompetenzen.
Abgrenzung und Definition der Coaching-Rolle
Der Corporate Learning Coach bei DATEV unterscheidet sich deutlich von klassischen Beratungs- oder Mentoring-Rollen. Im Zentrum steht eine spezielle Haltung: Die Coaches sehen sich nicht als Wissenslieferanten, sondern als Begleiter, die davon ausgehen, dass die Lernenden selbst am besten wissen, was sie lernen möchten.
Diese Haltung manifestiert sich in mehreren Prinzipien:
Die Lernenden sind Experten für ihre eigene Situation
Ziel ist es, Menschen zu befähigen, künftig neue Wege zu gehen
Der Coach unterstützt bei der Reflexion des eigenen Weiterentwicklungsprozesses
Es gibt keine vorgegebene Instanz, die Lerninhalte diktiert
Bei DATEV existieren drei verwandte Rollen: Lerncoach, Lernbegleiter und Corporate Learning Coach, wobei letztere die umfassendste ist und Elemente aller anderen Rollen integriert.
Aufgaben und Arbeitsweise der Corporate Learning Coaches
Die Rolle der Corporate Learning Coaches bei DATEV ist bewusst vielschichtig und flexibel gestaltet. Sie arbeiten auf vier verschiedenen Ebenen:
Individuelle Ebene: Klassisches 1:1-Coaching und Lernbegleitung
Team-Ebene: Unterstützung ganzer Teams bei Lernprozessen
Workstream-Ebene: Begleitung größerer Organisationseinheiten
Unternehmensebene: Transfer von Wissen und Learnings innerhalb der gesamten DATEV
Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit ist die Kuration von Lerninhalten. Sie fungieren als “Auge und Ohr” für ihre Einheit, entdecken relevante Informationen und leiten diese gezielt an die entsprechenden Zielgruppen weiter. Dabei nutzen sie Teams-Kanäle mit spezifischen Labels, um sicherzustellen, dass nicht jeder alles bekommt, sondern nur die relevanten Informationen.
Das Netzwerk spielt eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit. Wie Angelika es formuliert: “Das Netzwerk ist der schnelle Zugriff auf das Wissen der anderen.” Statt externes Know-how teuer einzukaufen, vermitteln sie oft zu internen Experten oder nutzen ihre externen Kontakte für schnelle Lösungen.
Ein konkretes Beispiel für ihre Arbeitsweise: Bei einem AWS-Schulungsbedarf konnte Latti durch sein Netzwerk innerhalb einer Woche einen Experten organisieren, während der klassische Beschaffungsprozess über die Weiterbildungsabteilung Wochen gedauert hätte.
Community Management und Wissenstransfer
Neben dem direkten Coaching betreiben die beiden auch aktives Community Management. Sie organisieren alle sechs Monate einen “Lerntag” für ihre gesamte Einheit, bei dem rollen- und hierarchieübergreifend voneinander und miteinander gelernt wird. Dabei bringen sie bewusst Menschen auf die Bühne, da das Erklären von Wissen den Lerneffekt für die Vortragenden selbst verstärkt.
Ein wichtiger Baustein ihrer Arbeit ist das Expert Debriefing - ein Verfahren, um Wissen von ausscheidenden oder wechselnden Mitarbeitern zu sichern und zu transferieren. Dabei geht es nicht nur um dokumentiertes Wissen, sondern vor allem um die Erfahrungen und impliziten Kenntnisse, die in den Köpfen der Menschen gespeichert sind.
Die Coaches haben auch eine “Sprechstunde” etabliert - einen festen virtuellen Raum, in dem sie zu bestimmten Zeiten ansprechbar sind. Interessant dabei: Oft entstehen zufällige Begegnungen zwischen verschiedenen Personen, die zu unerwarteten Wissenstransfers führen - sogenannte Serendipity-Effekte.
Fähigkeiten und Werkzeugkasten eines Corporate Learning Coaches
Die Anforderungen an einen Corporate Learning Coach sind vielfältig und lassen sich nicht in einer klassischen Stellenausschreibung abbilden. Die wichtigsten Fähigkeiten umfassen:
Grundlegende Kompetenzen:
Zuhören und Beobachten
Veränderungsbereitschaft und Flexibilität
Neugierde und die Fähigkeit, “vor der Welle zu schwimmen”
Netzwerkfähigkeiten (intern und extern)
Transfer von Theorie in die Praxis
Spezifische Skills:
Verständnis für Lernprozesse (bei Angelika durch das Pädagogikstudium)
Technisches Verständnis (bei Latti durch den Entwicklerhintergrund)
Coaching-Kompetenzen für Soft Skills und Stärkenanalysen
Agile Arbeitsweisen und Softwareentwicklung
Interessant ist, dass typische Coaching-Ausbildungen oft wichtige Aspekte wie Netzwerken nicht abdecken. Die beiden betonen, dass viel Intuition und Offenheit im Umgang mit Menschen erforderlich ist, was sich schwer in standardisierten Ausbildungsprogrammen vermitteln lässt.
KI als Learning Coach - Möglichkeiten und Grenzen
Das Thema künstliche Intelligenz als Learning Coach wird von beiden differenziert betrachtet. Sie nutzen KI bereits als Unterstützung in ihrer eigenen Arbeit, etwa für die Texterstellung oder zur Vorbereitung von Vorträgen. Auch bei der Kuration von Lerninhalten kann KI hilfreich sein, um schnell Überblicke zu verschaffen.
Potentiale der KI:
Personalisierung von Lerninhalten
Sofortiges Feedback
Individuelle Lernpläne
Unterstützung bei der Kuration
Expert Debriefing mit Transkription und Strukturierung
Grenzen der KI:
Fehlendes soziales Netzwerk und keine Verkörperung
Keine Empathie und emotionale Intelligenz
Schwierigkeiten beim Aufbau zwischenmenschlicher Verbindungen
Reaktive statt proaktive Arbeitsweise
Umfangreiche Eingaben erforderlich für gute Ergebnisse
Ein zentraler Punkt ist, dass KI derzeit nicht die Fähigkeit besitzt, Menschen zu vernetzen oder ein soziales Netzwerk aufzubauen. Während eine KI theoretisch auf alle Unternehmensdaten zugreifen und dadurch Expertise identifizieren könnte, fehlen noch die technischen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen dafür.
Messbarkeit und Wirkung
Die Messung der Wirkung von Learning Coaching ist eine bekannte Herausforderung. Bei DATEV haben sie einen pragmatischen Ansatz gewählt: Sie rechneten die gesparten Prozesskosten gegen ihre eigenen Kosten. Beispielsweise konnten sie bei AWS-Schulungen durch ihr Netzwerk Wochen an Beschaffungszeit sparen.
Nach dem ersten halben Jahr hatten sich ihre Kosten bereits amortisiert. Allerdings geben sie zu, dass die eigentliche Lernwirkung schwer messbar bleibt - ein Problem, das auch bei formellem Lernen besteht.
Positive Effekte zeigen sich oft indirekt: Wenn Teams nach einem Townhall-Meeting andere Teams kontaktieren, weil sie gehörte Tools benötigen, oder wenn Wissen zwischen Abteilungen transferiert wird. Diese “stillen” Erfolge sind schwer quantifizierbar, aber für die Organisation sehr wertvoll.
Ausblick und Zukunftswünsche
Für die Zukunft ihrer Rolle haben die beiden klare Vorstellungen: Sie möchten ihre Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bewahren. Angelikas größter Wunsch ist es, “dass diese Veränderungsmöglichkeiten bestehen bleiben” und sie nicht in starre Prozesse gepresst werden.
Die Wirksamkeit ihrer Rolle hängt davon ab, dass sie organisch dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen entfalten können. Eine zu starke Formalisierung würde ihrer Ansicht nach die Effektivität reduzieren.
Bezüglich der Skalierung sehen sie den größten Hebel darin, gezielt dort zu wirken, wo sie den maximalen Impact erzielen können, anstatt die Anzahl der Coaches zu multiplizieren.
Empfehlungen und Ressourcen
Für alle, die sich für das Thema Learning Coaching interessieren, empfehlen die beiden verschiedene Ressourcen:
Communities:
Corporate Learning Community
New Learning Lab von Jan Foelsing
Software Craft Community (für technische Bereiche)
Experten und Influencer:
Jan Foelsing
Werner Sauter
Josh Bersin (Learning Analyst)
Unternehmen als Vorbilder:
Maibornwolff (für die Verankerung von Lernen im Unternehmen)
Beide betonen die Wichtigkeit von externen Impulsen und Netzwerken, um nicht im “eigenen Saft zu schmoren” und kontinuierlich neue Ideen und Ansätze zu entdecken.
Disclaimer: Die Zusammenfassung ist mit KI-generiert.
Jul 27, 2025
51 min

Am 28. Mai 2025 habe ich mich an seinem letzten Arbeitstag mit Manfred Langen bei Siemens in München getroffen und diesen Podcast zu 30 Jahre “Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß …” aufgenommen.
Shownotes
Vorstellung Manfred
Manfreds Werdegang: Studium der Elektrotechnik und Promotion in Aachen, Schwerpunkt User Interface in der Medizintechnik
Einstieg bei Siemens über das Thema User Interface Design in den 90er Jahren
Einfluss der KI-Welle der 80er Jahre und Erfahrungen mit Explainable AI/Expertensystemen
Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Technik und Medizin, Fokus auf Benutzerfreundlichkeit für Ärzte und Fachpersonal
Bedeutung von User Experience als Grundlage für soziotechnische Systeme und Wissensmanagement
Wissensmanagement bei Siemens von 1995 bis heute
Erste Begriffe: “Knowledge-Based Business”, “Knowledge-Flow-Management”
Innovationsfeld Informations- und Kommunikationstechnik als Treiber
Frühe Visionen: Universal Personal Networking, Vorläufer moderner mobiler Technologien
Einfluss von Internet und Vernetzungstechnologie auf Wissensmanagement
Rolle der Zentralabteilungen (Personal, Unternehmensplanung, zentrale Technik)
Schrittweise Professionalisierung: Von Community-Treffen zu zentralen Projekten und CKM (Corporate Knowledge Management)
Boomphase ab 2000: E-Business, Intranet- und Employee-Portale, Einführung von Blogs (Siemens Blogosphere), Wikis (Siemens Wikisphere), Enterprise Social Network (Siemens TechnoWeb)
Intranetportal als digitaler Marktplatz/Anlaufpunkt für Wissen im Unternehmen
Technologische Weiterentwicklung: Enterprise Search, Web 2.0, Social Collaboration
Integration von Künstlicher Intelligenz (KI)
Organisatorische Verankerung von Wissensmanagement
Zentrale Rolle der CKM-Gruppe und des Fachzentrums für Knowledge Management
Bedeutung von Sponsoren im Top-Management (z.B. Prof. Peter Pribilla)
Umorganisationen und deren Auswirkungen: Auflösung der zentralen Einheiten, Verschiebung der Schwerpunkte zu Prozessmanagement und Social Collaboration
Herausforderungen durch fehlendes Mandat und Ressourcen nach Umorganisationen
Überleben des Themas durch Plattformen wie Wikis, trotz organisatorischer Hürden
Diskussion: Was braucht die organisatorische Verankerung? Bottom-up, Top-down und „Middle-up-Down“-Ansatz, Notwendigkeit von Management-Attention UND Community
Bedeutung der Anbindung an Strategie und Kernprozesse
Wissensmanagement als Teil von Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit, idealerweise in der Unternehmensstrategie verankert
Wenn Siemens wüsste …
Ursprung und Bedeutung des Zitats: „Wenn Siemens wüsste, was Siemens alles weiß, dann wäre Siemens unschlagbar“ (Karlheinz Kaske, 1988)
Verbreitung des Mottos in der Wissensmanagement-Community und Adaption durch andere Unternehmen
Zentrale Aussage: Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz als Ziele von Wissensmanagement
Plädoyer: Wissensmanagement als strategisches Unternehmensziel, nicht nur als Tool-Thema
Idee: Investoren und Finanzanalysten als neue Stakeholder für Wissensmanagement-Engagement
Kontinuität als Herausforderung – Wissensmanagement braucht nachhaltige Aufmerksamkeit und Einbindung
Tipps für den Einstieg ins Wissensmanagement
Technologische Entwicklungen im Blick behalten, aber immer mit Blick auf die langfristigen Grundlagen des Wissensmanagements
Aktueller Hebel: KI und Verknüpfung mit gepflegten, offenen Wissensquellen wie Corporate Wikis
Empfehlung: Offenheit und Freigabe für alle Mitarbeitenden als Erfolgsfaktor für Wissensplattformen
Klassiker lesen: Nonaka (), Probst (), „Wissen gewinnt“ von Zucker/Schmitz, Peter Druckers Postkapitalistische Gesellschaft
Kombination aus Tradition (Grundlagen verstehen) und Innovation (neue Technologien nutzen)
Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen: Wellen reiten, aber auch Rückschläge aushalten und am Thema dranbleiben
Community-Management und strategische Einbindung als Erfolgsrezepte
Tipp: KI und Wissensmanagement kreativ kombinieren und klassische Prinzipien neu interpretieren
Der im Podcast erwähnte “Artikel” wird im Rahmen einer Jubiläumsschrift der Gesellschaft für Wissensmanagement im Lauf des Jahres auf gfwm.de erscheinen.
Jun 1, 2025
49 min

Ich habe mich mit Jöran getroffen und wir haben über das Lernen und Lehren mit einem Mindset “aus dem Internet” gesprochen. Es ging konkret um das Barcamp-Format, weitere Peer Learning Formate wie Meetups, MOOCs, Hackathons & Co. sowie moderne Formen der Zusammenarbeit.
Shownotes:
Vorstellung Jöran Muuß-Merholz
Jöran & Konsorten GmbH
JRA100: How did you invent the flame logo at the very first barcamp?
Format: Barcamp
Barcamp Nürnberg 2006
PolitCamp 2009 in Berlin
educamp seit 2008 - Die “Mutter” vieler Bildungs-Barcamps
MOOCcamp und MOOC-Beratung
New York Times: The Year Of The MOOC (2012)
TheRulesOfBarcamp auf barcamp.org
Barcamp Good Practices
Session Pitch und “Vorankündigung” von Sessions
10 Goldene Barcamp Regeln
A-, B- und C-Räume
Session-Abstimmung (Voting) wieder abgeschafft
Buch Barcamps & Co - Peer-to-Peer Methoden für Fortbildungen (2018)
Andere Peer Learning Formate
Meetups, meetup.com
Buch: Die Kraft der Learning Circles: Umsetzung, Wirkung und Einsatzmöglichkeiten (2025) (*), z.B. bei WOL und lernOS
Cogneon Knowledge Jam mit LEXthink und IBM Innovation Jam als Vorbilder
Learning Circles der P2PU
E-Learning vs. Peer Learning (Definiton Wikipedia)
Buch: Freie Unterrichtsmaterialien finden, rechtssicher einsetzen, selbst machen und teilen (2018) (*)
Beispiel edunautika
Website edunautika.de, seit 2018, in Corona “Edunauten”
eBildungslabor von Nele Hirsch
Finanzierung über Tickets (mit Free- und Soli-Tickets)
Website mit Kommentaren für ein Barcamp (früher auch mixxt, Camper)
Sessionplan mit Google Docs und Papier
Erweiterung von pretix und pretalx um Barcamp-Funktionen, aber Trennung zwischen Teilnehmenden und Speaker schwierig
Sessionplanung als Prozess mit klarem “Gatekeeper” (Das Klemmbrett von Blanche)
DIY Hybrid (Leute müssen sich selber um hybride Technik kümmern)
Dokumentation von Barcamps mit Etherpads, Experiment mit KI vom Corporate Learning Camp, Rolle Dokukümmer:in und CC0-Lizenz, Pre-Workshops zur Dokumentation
Experiment Flipped Barcamp (Doku vorher als Video aufnehmen)
Edunautika Süd in Hanau im Herbst 2025
Neues Buch: Digitale Zusammenarbeit 4.0
Buch Band 1 und Band 2 (*)
Bücher im ZLL21 Non-Profil-Verlag
Prinzipien und Praktiken der modernen Zusammenarbeit
Buch-Rezension im Weiterbildungsblog von Jochen Robes
Video Paulas Freundebuch von Eure Mütter
Beispiel Prinzip: Pre-Empathie
Glossar Digitale Zusammenarbeit 4.0 als PDF
Website the-way-we-work.de
Linkedin-Gruppe Digitale Zusammenarbeit 4.0 - die Gebrauchsanleitung
Buch: Duden Digital erfolgreich kommunizieren (*)
Hinweis: Mit (*) markierte Links sind Affiliate-Links.
Apr 2, 2025
1 hr 12 min

Ich habe mit den beiden Autoren von Superkraft ChatGPT Oliver Bock und Florian Knust (Clever Mangos) über die Kunst des Promptings gesprochen. Das Buch fokussiert auf ChatGPT, funktioniert aber auch mit Microsoft Copilot, Claude, Gemini & Co. Zentrales Element des Buchs ist das ChatGPT Cheet Sheet (CC BY ND), ein “Spickzettel” mit den wichtigsten Tipps & Tricks.
Shotnotes:
Das erste Buch (03:34)
Superkraft ChatGPT: KI einfach & sicher für Texte, Bilder & Büro (Affiliate-Link)
ChatGPT basiert “nur” auf Wahrscheinlichkeiten (der stochastische Papagei)
Lokale KI (Meta Llama, LM Studio, GPT4All)
Das ChatGPT Cheat Sheet (Spickzettel) (14:39)
ChatGPT CheetSheet 2024 Version 9 Deutsch (CC BY ND)
P.R.O.M.P.T.: Prompt-Ziel, Rolle, Output, Mensch, Präsentation und Ton
Custom Instructions (22:40)
Anwendungsbeispiele, die wirklich wirklich funktionieren (25:31)
Klausuren erstellen
Texte mit bestimmten Ton umformulieren
Personas für Zielgruppen entwickeln
Chatbot zu Buch/Dokument erstellen
Brainstorming (“KI als Sparringspartner”)
Datenauswertung (Namen, Postleitzahlen)
Anfragen beantworten
Buch-Tipp: Co-Intelligence: Living and Working with AI (Affiliate-Link) von Ethan Mollick
HBR-Artikel: How people are really using GenAI
Top KI-Tools neben ChatGPT (36:19)
Fliki (Video)
ElevenLabs (Audio)
Gamma (Präsentationen)
Taplio (Social Media)
Bardeen (Automation)
Guidde (How-to-Guides)
Ideogram (Bilder)
Claude (Texte)
GPTEngineer (Prototyping)
Suno (Songs)
NotebookML (Text-to-Audio)
Perplexity (Suche)
KI vs. echte Menschen (39:48)
Aktuelle KI Trends (42:38)
KI wird in allem enthalten sein
KI wird eine große Veränderung in der Arbeitswelt bringen (Industrielle Revolution 2.0)
Bei KI-Tools wird es eine Konsolidierung geben
Das neue Buch (48:32)
Das inoffizielle ChatGPT Handbuch: In 3 Tagen zum KI-Profi (Affiliate-Link)
Am Ende haben wir über Podcast-Equipment gesprochen, im Einsatz waren Rode Procaster Pro 2, Beyerdynamic DT297, Focusrite Vocaster One, Reaper, Ultraschall und Studio Link.
Oct 11, 2024
51 min

Am 27. September 2024 habe ich mich mit Simon Burda und Andreas Lenz von der DATEV in der Akademie getroffen, um über das Peer-to-Peer-Lernformat “Wenn DATEV wüsste, was DATEV weiß” (wDw) zu sprechen. Gemeinsam mit Chris Kny sind sie die organisatoren des Formats.
Im Podcast neues lernen haben Simone Wanken und Chris bereits über organisatorische Rahmenbedingungen und die Einbettung in #DATEVlernt gesprochen. In dieser Episode sprechen wir eher über die operative Umsetzung der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von wDw Sessions. Wer Sharepoint Online nutzt, kann sich die Plattform mit dieser Episode schnell nachbauen.
Shownotes:
Die Vorgeschichte von wDw
Session zu Telekom LEX auf der lernOS Convention 2020
Session zu Telekom LEX auf der lernOS Convention 2021)
Session zu Telekom LEX auf dem DATEV DigiCamp im März 2022
Informelles Lernen bei DATEV (06:51)
Microsoft Sharepoint als Plattform (10:28)
Einwahllinks und ICS-Dateien (15:51)
Aufzeichnung von Sessions (nicht) (20:54)
Promotion des Sessionprogramms (22:47)
Ablauf und Format einer wDw Session (27:15)
Dokumentation und Nachbereitung von Sessions (32:29)
Aufwandsschätzung wDw Organisation (41:41)
Ausblick ()
Sep 28, 2024
54 min

Am 5. Juli 2024 war ich zu einem Vortrag mit dem Titel “Zurück in die Zukunft der Arbeit” auf das Radical Arbeiten Sommercamp von Markus Väth eingeladen. Im Vortrag habe ich die Brücke zwischen den teils radikalen Ideen des Managements im 20. Jahrhundert hin zum Wissensmanagement und der Wissensarbeit im 21. Jahrhundert gebaut. Der Vortrag ist auch als Video auf Youtube und als Webräsentation auf Github verfügbar.
Aug 15, 2024
54 min

In dieser Episode spreche ich mit Dennis Boecker, Global IoT Innovation Lead bei der Robert Bosch GmbH über Innovationsmanagement mit der ISO 56000 Standard-Familie.
Shownotes:
Vorstellung Denni Boecker
Studium Betriebswirtschaft, Consulting & Controlling
SAP Beratung in Beratungshaus in der Schweiz, SAP Programmmanagement bei Rexroth
Regionaler CIO in Nord-/Lateinamerika, ab 2015 Beschäftigung mit Innovation im IT-Kontext der Digitalen Transformation
The Connectory – Globale Innovation Community bei Bosch
Arbeiten an Standards, wie geht das?
Deutsches Institut für Normung (DIN)
2013/2014 Beginn der Arbeit/Ideenfindung für den ISO 56000 Standard zu Innovationsmanagement, der 2019 veröffentlicht wurde
Organisation der Arbeit in koordinierten Arbeitsgruppen
Standard und Norm, ist das das Gleiche?
tldr.: ja
Die ISO 56000 Standard-Familie im Überblick
ISO 56000: enthält Grundbegriffe und -konzept (Was ist Innovation, Innovationsprozess, Innovationsportfolio etc.?)
ISO 56001: ist gerade in Bearbeitung, wird Anforderungen an die Auditierung enthalten (Requirements Management)
ISO 56002: ein Rahmenmodell für die Analyse des Status quo des Innovationsmanagements in der Organisation
ISO 56003: Tools und Methoden für das Partnermanagement im Innovations-Ökosystem
ISO 56005: Tools und Methoden für das Intellectual Property Management (Patente)
Wie die Entwicklung der Lernenden Organisation und das Lebenslange Lernen ist die Arbeit am Innovationssystem ein andauernder Prozess und nicht mit einer “Einführung” abgeschlossen
Schaubild ISO 56002 “Representation of the framework of the innovation management system” (Quelle: ISO)
Die Rolle der Kultur der Organisation im Innovationsmanagement
Innovation und Integrative Management-Systeme
Die Vision des Integrierten Management Systems (IMS)
ISO 56000 in der Praxis
Praktische Einführung am Beispiel des KM Cookbooks (*) zum Wissensmanagement-Standard ISO 30401
Reifegrad-Assessment (Maturity) entlang der einzelnen Elemente des Standards machen (gibt es auch als externe Dienstleistung)
Praktiker-Austausch zu Innovationsmanagement bei Veranstaltungen wie z.B. dem Innovation Roundtable
Vortrag von Bosch bei der COPETRI DIGICON am 02. Februar 2024 geplant
Website innovate-bosch.com mit aktuellen Infos zur Innovationsaktivitäten bei Bosch
Tipps für den praktischen Einstieg ins Innovationsmanagement
Mitstreiter:innen gesucht: an der Idee des lernOS Innovationsmanagement Leitfadens wollen wir dran bleiben, es wird dazu in Kürze einen Beitrag auf CONNECT geben.
Nov 6, 2023
1 hr 3 min

In der Folge 108 des Keep Calm & Learn On Podcasts spreche ich mit Oli und Tobias über unsere Eindrücke von der lernOS Convention 2023. Eigentlich hatten die beiden ihre Episode an einer Vernetzungsinsel auf der Veranstaltung aufgenommen. Dann habe ich aber die SD-Karte mit der Aufnahme verloren :-( Daher haben wir die Chance genutzt und die Episode einfach gemeinsam nochmal aufgenommen.
Shownotes:
Was ist eigentlich lernOS?
lernOS unter Creative Commons Lizenz (wie Open Source Lizenzen, aber für Inhalte, nicht Software-Code)
Wie funktionioniert das Lernen mit einem lernOS Leitfaden? Lernziele, Lerntandems, Lerngruppen, Lern-Sprints, Katas, Dojos & Co. (s.a. Lernen in Gruppen)
Kaiserburg Nürnberg als Lokation, 4k-Modell (21st Century Skills, Deeper Learning)
Die Ideale Größe für Learning Circle (LeanIn Circles, WOL Circles, Lerngruppen im Management 2.0 MOOC, Learning Circle Experiences bei Conti, SAP, DATEV, s.a. ENC181 Podcast dazu)
Das hybride Konzept der lernOS Convention (von Slack Huddles zu Discord, Audio-only Barcamp, Mumble im CCC, Remo, Workadventure, KI-Netzwerk LIAON auf Discord, Simultanübersetzung, Speaker/Session Owner vor Ort und Remote, loscon22 “perfectly hybrid”)
Onboarding von Noobs in der Community (losconCircles, Engelsystem beim Chaos Communication Congress, Chaospat:innen, s.a spiegel.de Artikel, Vernetzungsinseln mit Podcast-Studio mit Zoom PodTrack P4 und Rodecaster Pro, 2nd-Screen-Ansatz)
loscon23 Highlights (“Wenn jemand Mindset sagt, stirb irgendwo ein kleines Kätzchen”, “Selbstorganisation braucht Regeln” in Session Mindset, Skillset, Toolset … and Frameset? How organisational framework conditions influence working and learning, Liberating Structures, Session zum neuen lernOS Zettelkasten Leitfaden, Zettelkasten von Luhmann, Logseq, Obsidian, Onenote, Frameset Ursprung im Benchlearning Projekt, Stimmung und Energie auf der loscon23)
Gamification mit Minecraft, Minetest und Voxelspielen (Minetest, Totschlagargument “Wir sind hier bei der Arbeit, hier wird nicht gespielt”, Lego Serious Play, loscon21 Crafting Challenge “lernOS Freizeitpark”, Minetest Bildungsnetzwerk,
SAVE THE DATE: loscon24 am 2./3. Juli 2024 in Nürnberg und Online
Jul 31, 2023
1 hr

Am 16. und 17. Mai 2023 fand das Corporate Learning Camp 2023 als eine hybride Veranstaltung an den Präsenzstandorten Walldorf und Hamburg und zusätzlich online statt. Wie in den letzen Jahren üblich, haben wir (Gerd, Karlheinz, Christoph und ich) an Tag 2 eine Podcast Session mit einer kleinen Retro gemacht, die sowohl in Hamburg (Podcast-Tisch) und Walldorf (lernOS Assembly), als auch über Discord online stattfand. Wir sprechen über über das Format, das Setup, die genutzte Technik. Die Episode erscheint als Crossover-Podcast in Keep Calm & Learn On, im Corporate Learning Podcast und im SAP Education Newscast.
May 19, 2023
33 min
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