Gunnar Kaiser auf KaiserTV
Gunnar Kaiser auf KaiserTV
Gunnar Kaiser: KaiserTV
Philosophie, Literatur, Kultur und Gesellschaft - von Gunnar Kaiser IMPRESSUM http://www.gunnarkaiser.de/impressum
"Die Politik der Furcht entmündigt!" – Hans-Martin Schönherr-Mann im Gespräch
Die Medizin als die "göttliche Gewalt" verkörpert nicht bloß fundamentale Leitgedanken unserer Kultur, sondern hat sich zur regelrechten Grundlage der modernen Politik aufgeschwungen. Gegenüber der Medizin verliert der Bürger seine Mündigkeit und begibt sich in Expertenherrschaft. Diese Experten besitzen die exklusive Lizenz, uns zu verkünden, was es bedeutet, krank zu sein und, dass Krankheit etwas Allgegenwärtiges ist. Im Gespräch mit mir spricht Hans-Martin Schönherr Mann, Professor für Politische Philosophie an der LMU München, über den sprachlichen Trick, den Begriff der Verantwortung - ursprünglich eine individuelle Kompetenz der Mündigkeit - mit dem Pflichtbegriff zu verbinden. Besteht die staatliche Pflicht, sich auf eine gewisse Art und Weise zu verhalten, wird nun nicht mehr auf die Verantwortung des Einzelnen vertraut. Der Einzelne ist vielmehr in der Verantwortung, eben jene Verhaltensmaßregelungen konkret zu befolgen. Wir sprechen auch über die gesellschaftliche Lust, sich etwas vorschreiben zu lassen und den Erfolg machiavellistischer und apokalyptischer Politik, die, wie die Medizin seit eh und je, mit Angst und Weltuntergangsszenarien arbeitet. In dem Moment, in dem vom Worst Case Szenario ausgegangen werden kann, setzt das Denken aus. Hans-Martin Schönherr-Mann ist deutscher Philosoph, Professor für politische Philosophie am Geschwister-Scholl-Institut der LMU München und Dozent an der Hochschule für Politik München, sowie Autor zahlreicher Bücher. Sein Werk "Die Lebenskünstlerin und ihr Herr. Über die Medizinisierung der Welt" erscheint Anfang 2023 im Matthes & Seitz Verlag Berlin.
Dec 17, 2022
1 hr 21 min
Die aktuellen Krisen der Freiheit und ihre Bewältigung
Mein Vortrag über den Transhumanismus als Gefahr für die Freiheit, gehalten auf der Konferenz des Ludwig-von-Mises-Instituts Deutschland in München am 5. 10. 2022.
Dec 9, 2022
44 min
Heidegger, der Mensch und die Technik – Prof. Dr. Harald Seubert im Gespräch
Was ist Technik eigentlich und was sagt sie über den Menschen, der sie benutzt, aus? Die Technik lässt sich als List beschreiben, die weiß, wie man Dinge, die aus der Welt kommen, nutzbar macht, die Natur überlistet und sich ihrer Kräfte bedient. Das technische Denken ist folglich ein verobjektierendes Denken. Es stellt sich das Seiende als Objekt vor, als etwas Vorhandenes, zur Benutzung verfügbar. Der technisch denkende Mensch sieht die Natur als bloße Ressource. Durch seinen Willen zur Herstellung sowie seinen Fokus auf Nützlichkeit und Verwertbarkeit übersieht der Mensch die eigene Bedeutung der Dinge. So könnte man, in Kürze, die Position des deutschen Philosophen Martin Heidegger beschreiben, der sich in mehreren Aufsätzen mit der Rolle der Technik beschäftigt hat. Im KaiserTV-Interview spreche ich mit dem Vorsitzenden der Martin-Heidegger-Gesellschaft, Harald Seubert, über Heideggers kritisches Nachdenken über die Technosphäre. Es geht um das Eingreifen in die Natur des Menschen, das "Gestell" und die "Machenschaft" der Technik, wie etwa die Atomkraft oder die die Raumfahrt, die ein anderes In-der-Welt-Sein mit sich bringen, sowie um die Möglichkeit einer guten, dem Menschen zugewandten Technik. Prof. Dr. Harald Seubert ist deutscher Philosoph, evangelischer Theologe, Hochschullehrer sowie Autor zahlreicher Bücher wie beispielsweise "Philosophiegeschichte des 20. Jahrhunderts. Das Strahlen im Zeichen triumphalen Unheils". Seine Webseite: Sein Youtube-Kanal:
Dec 9, 2022
49 min
Ich bin so enttäuscht!
Ich bin enttäuscht - und das ist gut so. Was passiert eigentlich, wenn man merkt, dass man sich selber etwas vorgemacht hat? Und wie segensreich kann es sein, die Erwartungen von anderen nicht mehr erfüllen zu können?
Dec 9, 2022
19 min
Gunnar Kaiser: Die Abschaffung des Menschen | im Gespräch mit Kai Stuht
Aus der Beschreibung des Originalvideos von Kai Stuht: "Diesmal präsentieren wir Euch ein Interview mit dem Philosophen und Schriftsteller Gunnar Kaiser. Es ist ein sehr bewegendes Interview und zudem eins der wenigen Interviews, die Gunnar momentan gibt. Wir sprechen über seine Krankheit, über Hoffnung und Angst und auch über den Tod. Darüber wie man mit schweren Krankheiten umgehen kann, welche Erfahrungen man macht, welche kranken Strukturen uns umgeben und was das für die Zukunft bedeuten kann. Aufbauend auf den Inhalten seines neuen Buches „ Die Abschaffung des Menschen“, das im März 2023 erscheinen wird, diskutieren wir über den Irrsinn des Transhumanismus und über Spiritualität. In einer künstlich gemütlich gemachten Welt, deren vermeintliche Komfortzone sich immer weiter ausdehnt, ist mitunter bereits das Glücklichsein zu einem Konsumartikel geworden. Um dieser drohenden Abschaffung des lebendigen echten Menschen versus einer künstlich gesteuerten inhaltsleeren Figur entgegenzuwirken, müssen wir auf Werte zurückgreifen, die dem Menschen wieder Orientierung verleihen und sich auf das Universelle , wahre Kunst und echte Gemeinschaft zurück besinnen." Originalvideo:
Dec 9, 2022
1 hr 29 min
Wie wäre es, mehr auf seinen Bauch zu hören? | Raphael Bonelli: Bauchgefühle
Wer ist Schuld an der modernen Misere? Die Menschen, die zu verkopft sind, oder diejenigen, die nur auf ihren Bauch hören? Bräuchten wir mehr Bauchgefühle in der Welt, oder mehr vernünftiges Nachdenken? Der Wiener Psychiater und Bestsellerautor Raphael Bonelli wirft in seinem Buch "Bauchgefühle" einen differenzierten Blick auf diese Problematik und erörtert, wie wir mithilfe von Erfahrung, Tugenden und Werten ein freies und glückliches Leben führen können. Raphael M. Bonelli: Bauchgefühle – Wie sie entstehen, was sie uns sagen, wie wir sie nutzen. https://www.raphael-bonelli.com/bauchgefuehle/
Dec 9, 2022
12 min
Wir befinden uns im postmodernen Totalitarismus! – Prof. Dr. Michael Esfeld im Gespräch
Ohne das Fiat-Money-System hätte es die Corona-Maßnahmen nicht gegeben, sagt Prof. Dr. Michael Esfeld, Wissenschaftsphilosoph an der Universität Lausanne. Das Gelddrucken aus dem Nichts erlaubt eine vermeintliche Entkopplung von der Wirklichkeit. Doch am Ende des Tages muss das ausgegebene Geld von jemandem bezahlt werden. Wie dieser Mechanismus im größeren Zusammenhang mit der Bewegung der Ideologie des Postmodernismus steht, erläutert Esfeld im Gespräch. Fiat Money ist der real existierende Postmodernismus, der den intellektuellen Postmodernismus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in die Wirklichkeit überträgt. Doch hinter der Entkopplung von der Wirklichkeit steht eine grundlegendere Entkopplung: die von der Vernunft als einer letzten Bastion gegen die Übergriffigkeit des Staates. Da Vernunft als Mittel zur Machtbegrenzung in der Postmoderne als weiteres Machtmittel diskriminiert wird, hat der Staat freie Hand. Es setzt sich durch, wer am lautesten schreit bzw. am meisten gesellschaftliche Macht auf sich vereinigt. Ansprüche übertrumpfen Abwehrrechte und anerkannte Standards, etwa der Wissenschaft, werden ausgehöhlt. Das Ergebnis: Wir bewegen uns auf einen postmodernen Totalitarismus zu. Prof. Dr. Michael Esfeld hat seit 2002 den Lehrstuhl für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Lausanne inne und ist seit 2010 Mitglied der Leopoldina. 2013 erhielt er den Forschungspreis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Er gehört dem akademischen Beirat des Liberalen Instituts der Schweiz an. Im Dezember 2020 kritisierte er in einem offenen Brief die Forderung der Leopoldina nach einer Verschärfung des Lockdowns als politischen Missbrauch der Wissenschaft.
Nov 27, 2022
51 min
Befreit uns die Technik oder versklavt sie uns? – Prof. Dr. Oliver Schlaudt im Gespräch
Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Human Enhancement: die technischen Herausforderungen der Gegenwart sind immens. Wie hat die Technik Körper und Geist des Menschen geprägt? Welches Licht wirft die Urgeschichte auf die Zukunft des Menschen? Welche Techniken sind dem Menschen zuträglich, welche führen ihn auf falsche Pfade oder gar in den Abgrund? Und wie autonom ist der Mensch im technischen Zeitalter? Zur Beantwortung dieser brennenden Fragen, so Oliver Schlaudt im KaiserTV-Interview, sollten wir in die Vergangenheit blicken und studieren, wie Mensch und Technik gemeinsam und in stetiger Wechselwirkung entstanden sind.  Was haben wir verloren?, fragt Schlaudt angesichts der dunklen Seite der Technik, die uns im "Technozän" umgibt (und in die wir eingesponnen sind). Ohne Smartphone, ohne Internet, urteilt Schlaudt, sei das menschliche Leben doch irgendwie besser gewesen - und doch geht es ihm nicht um eine regressive Technikfeindlichkeit. Dr. Oliver Schlaudt ist seit 2022 Heisenberg-Professor an der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz. Er war Dozent und Lehrbeauftragter in den Bereichen Philosophie und politische Ökonomie an Hochschulen wie der Universität Heidelberg, am  Institut d’études politiques de Paris, sowie am University College Freiburg, wo er von 2020 bis 2021 die Professur „Epistemology and Theory of Science“ vertrat.  Er ist Autor zahlreicher Bücher, wie das zuletzt erschienene "Das Technozän: Eine Einführung in die evolutionäre Technikphilosophie" (https://www.buchhandlung-lorenzen.de/shop/item/9783465045861/das-technozan-von-oliver-schlaudt-kartoniertes-buch)
Oct 22, 2022
1 hr 9 min
Wenn alles zusammenbricht - wo gehst du hin?
Ein paar Gedanken über den Ort, an denen wir gehen, wenn um uns herum das Chaos ausbricht.
Oct 4, 2022
10 min
Darf ich mir das überhaupt leisten? | REAL TALK
Warum rede ich in letzter Zeit so viel über mich selbst? Warum zeige ich private Reisen in der Öffentlichkeit? Warum mach ich überhaupt noch etwas öffentlich? Ein paar Gedanken von mir darüber, was ein paar kritische Kommentare zu meinem Asienreise-Video bei mir angeregt haben: von der Rechtfertigung über das schlechte Gewissen hin zur Erlaubnis, das Leben genießen zu dürfen - und es zu zeigen.
Sep 20, 2022
16 min
Load more