Himmel, Arsch & Hirn
Himmel, Arsch & Hirn
Fabian Hank und Carsten Matlok
Ein Podcast von Fabian Hank und Carsten Matlok über Gott und die Welt. Einer will austreten, der andere arbeitet für den Laden. Wie sieht eine Zukunft der katholischen Kirche aus und bleibt Glauben auch weiterhin relevant? Fabian Hank ist Medientechniker und Carsten Matlok katholischer Religionslehrer. Ihre kirchliche Sozialisierung ist ganz ähnlich abgelaufen und trotzdem ist ihr Verhältnis zur Institution mittlerweile ganz unterschiedlich. Für Fabian stellt sich immer mehr die Frage, ob er aus der Kirche austreten sollte. Gemeinsam diskutieren Sie über Themen des Glaubens, sind dabei immer lustig, aber auch immer tiefgründig. Eben Himmel, Arsch & Hirn. Alle zwei Wochen für euch eine neue Folge. Folgt uns auch auf Instagram, um uns zu unterstützen @himmelarschundhirn Dieser Podcast ist Teil des ruach.jetzt Netzwerks
005 Von der Feindesliebe
Kirche und Krieg. Ein Thema, das wieder erschreckend aktuell geworden ist. In dieser Folge diskutieren wir darüber, wie Kirche sich überhaupt zum Krieg oder Gewalt verhalten sollte. Wir stellen uns die Fragen, ob Gewalt überhaupt jemals christlich sein kann. Natürlich reden wir dabei auch über den aktuellen Krieg in der Ukraine. Kirche als politischer Akteur ist hier oftmals noch zu leise oder hat eben zu sehr an gesellschaftlicher Relevanz eingebüßt, um gehört zu werden. Auch wenn wir Ghandi kurzerhand zum Christen erklärten haben (nostra culpa), so kennt das Christentum doch auch Vorbilder im Diskurs rund um Krieg und Frieden. Die Frage ist, wie es gelingen kann eine christliche Position zu aktuellen Konflikten zu finden, die zwischen Schweigen und naivem Pazifismus liegt. Aus der Bibel kennen wir eine bekannte Passage in der Bergpredigt zum Thema Gewalt. Der Klassiker, wenn du mir auf die Backe haust, dann halte ich noch die andere hin. Bis heute kommt uns solch eine Handlungsempfehlung unrealistisch vor, zumal Christ*innen selbst oft genug in der Geschichte das Gegenteil bewiesen haben. Dabei handelt es sich bei Jesu Worten um eine Utopie des Glaubens. Eine Hoffnung auf eine andere Welt, die im besten Falle Veränderungen im Hier und Jetzt bewirkt. Wenn Kirche relevant bleiben will, dann muss sie sich fragen, wie sie es schafft die christliche Hoffnungsbotschaft einer friedlichen Welt in unsere heutige Realität zu übertragen. Im aktuellen Krieg in der Ukraine wird es darum gehen, "der religiösen Vereinnahmung und Begründung des Krieges deutlich und immer wieder zu widersprechen: Egal, ob nun Kyrill oder die ukrainische Armee zum Heiligen Krieg ruft". (Greifenstein, eule.de)
May 31, 2023
1 hr 9 min
004 Braucht es Kirche überhaupt?
In dieser Folge wird Carsten zum Gegenpapst ausgerufen und Fabian wirkt wie der Teufel selbst. Es wird aber aber auch wieder ernsthaft diskutiert und wir stellen uns die Frage, was bringt Kirche eigentlich ganz persönlich? Das Vertrauen in die Institution Kirche ist angesichts zahlreicher Missbrauchsfälle verloren gegangen und für viele Menschen ist es dann auch ein legitimes Mittel aus der Kirche auszutreten. Fabian und Carsten sprechen über einen aktuellen Fall von Missbrauch im Bistum Trier. Auch wenn sich präventives Handeln in der katholischen Kirche erkennen lässt, so sind es doch theologische Grundpfeiler der katholischen Sexualmoral, die der Aufklärung von Missbrauch Steine in den Weg legen. Zum Thema Missbrauch lässt sich so bestimmt nichts sagen, was die Institution trotzdem brauchbar erscheinen lassen würde. Es bleibt eine persönliche Entscheidung, ob man bleibt oder geht, angesichts der massiven Schuld von Kirche. Diejenigen, die bleiben und für eine andere Kirche kämpfen, stoßen scheinbar auf unüberwindbare Hürden. Die katholische Kirche gleicht einer Monarchie, die eine Verjüngung von unten nicht zu lässt. Das streng patriachal hierarchisch organsierte System erzieht seinen konservativen Nachwuchs heran und ähnelt so immer mehr einem elitären Zirkel, der sich von der Basis entfernt. Trotzdem gibt es junge Menschen, die in den Gremien von Kirche versuchen Veränderungen zu bewirken. Andere leisten wichtige Arbeit für die Menschen "unter dem Radar". So oder so, die Kirche, also die Menschen, die sich ernsthaft für andere Menschen einsetzen und bspw. Seelsorge betreiben, leistet auch Gutes. Vielleicht wäre es bereits hilfreich, die Institution würde sich nicht darum bemühen Mitglieder zu gewinnen, sondern bei den Menschen sein.
May 20, 2023
1 hr 2 min
003 Kennenlernen, Quatsch, Kirche und Macht
Weil wir in dieser Folge über Macht reden sorgen wir erst einmal bei uns selbst für Transparenz. Zu Beginn dieser Folge lernt ihr uns etwas besser kennen und erlebt wie viel Leidenschaft Fabian in unsere Technik steckt und welche Machtphantasien Carsten so hat. Es wird aber auch tiefgründig, denn wir reden über Kirche und Macht. Religion ganz allgemein hat viele positive Seiten, aber viele Menschen stören sich an der Amtskirche. Mehr denn je stellt sich die Frage, ob es eine übergeordnete Institution überhaupt braucht, die mir meinen Glauben erklärt und sogar Kontrolle darüber ausüben möchte. Kirche sieht sich aber immernoch als Mittlerin der Heilsoffenbarung und hat es im Laufe der Jahrhunderte auch geschafft den christlichen Glauben weiterzugeben. Kirche hat heute vor allem die Aufgabe, Menschen darin zu begleiten, Worte für ihren Glauben zu finden. Dazu braucht es Anknüpfungspunkte, die durch Beziehungsarbeit geschaffen werden. Eine Kirche dagegen, die sich nur um ihre eigene Macht kümmert, betreibt Selbstverwaltung und wird dadurch irrelevant. Wenn wir Menschen dazu aufrufen sich ihres Glaubenslebens selbst zu bemächtigen, dann kann Kirche wieder als Grundbeistand fungieren. Es gibt nämlich einen Schatz an Glaubensangeboten der Kirche, der aber nicht entdeckt wird, wenn den Menschen Vorschriften gemacht werden. Wie kann es also der Institution Kirche in der heutigen Zeit noch gelingen, die Menschen zu begleiten und ein ehrliches Interesse zu zeigen?
May 20, 2023
1 hr 12 min
002 Religionsunterricht, nein Danke?
Gleich in der zweiten Folge will Fabian Carsten seinen Job streitig machen. Braucht es noch den Religionsunterricht an Schulen? Fabian meint, Religion in Schulen sollte es, wenn überhaupt, nur freiwillig geben. Am besten aber wäre ein Ethikunterricht und ein konfessioneller Unterricht maximal auf freiwilliger Basis. In dieser Folge stellt sich die Relevanz von Glauben am Beispiel des Religionsunterricht. Braucht es diesen Unterricht mit Verfassungsrang heutzutage noch in einer Gesellschaft, die immer weniger glaubt? Auch Carsten ist sich sicher, dass es heutzutage keine Mehrheit mehr geben würde für die Einrichtung eines konfessionellen Religionsunterrichts an staatlichen Schulen. Auch wenn Religionsunterricht in einem christlich geprägten Kulturkreis zum Allgemeinwissen gezählt werden kann, so ist die christliche Kirchenzugehörigkeit doch stark rückläufig. Trotzdem sollte die Diskussion über existentielle Menschheitsfragen nicht beliebig werden, da das christliche Menschenbild in Verbindung mit der Hoffnung an etwas Gutes keinesfalls überflüssig geworden ist. Schule braucht einen Ort, wo weltanschauliche Fragen reflektiert werden können. Denn ein Ziel von Staat sollte auch eine religiöse Mündigkeit und Sprachfähigkeit sein. Junge Menschen haben ein Recht darauf, die Frage ist, ob Kirche ihr Recht verspielt hat im Bildungssystem maßgeblich mitzuspielen.
May 20, 2023
1 hr 14 min
001 Kritik ist eine Form von Liebe
In der ersten Folge gibt es einen ersten Einblick in das, worum es in diesem Podcast gehen soll. Sozusagen ein Rundumschlag über die Themen rund um Kirche und Glauben. Es wird deutlich, dass die Kernaussage des Christentums viel Relevanz zu haben scheint, während Kirche es aktuell an vielen Stellen einfach nicht richtig macht. Dabei wäre die christliche Botschaft von Nächstenliebe angesichts aktueller Konflikte keinesfalls banal. "Diese banale Aussage von Jesus "habt euch doch einfach lieb" ist doch heute so relevant und provokant wie es immer war." Carsten Früher war Kirche irgendwie mehr Gemeinschaft und jetzt fragen wir uns oft, wo eigentlich das Geld der Kirche hinfließt. Wenn Glauben relevant sein will, dann muss er auch die Menschen erreichen. Dafür würde es schon reichen einfach mal zu machen, anstatt darüber zu reden. Worum nicht den Park neben der Kirche für Jugendliche als Begegnungsstätte öffnen? Vielleicht bleibt das aber auch nur utopische Hoffnung und austreten wäre logischer. So oder so, in Kirche sein heißt auch Kritik zu üben an einer Institution, die auch Fehler begeht. Denn Kritik ist eben auch eine Form von Liebe. "Bleibt man drin und ändert es und kämpft dafür? Und wenn ja dann muss sich das Image der Kirche ändern. Die Kirche muss Verantwortung dafür tragen, für das, was sie tut." Fabian
May 20, 2023
1 hr 5 min