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Philipp Sandmann
Mein Podcast aus Europa. Aktuell, exklusiv und modern. Ich bin Philipp Sandmann, ehemals politischer Korrespondent bei RTL/ntv in Berlin. Von 2023 bis 2025 war ich Master-Student (Studienfach “Foreign Service”) an der Georgetown Universität in Washington D.C. In dieser Zeit habe ich meinen ersten Newsletter, “Gedanken aus Washington D.C.”, gestartet. Nun schreibe ich aus Europa über ganz unterschiedliche Themen. Hier gibt es exklusive Interviews, investigative Themen und knackige Kommentare. Danke für Ihre Unterstützung! philippsandmann.substack.com
Why Europe should worry about the dollarization of the world economy
Dear Readers,A few days ago, the British magazine “The Economist” ran the headline: “America’s economy defies gloomy expectations.” This headline sums up well the fact that some of the key data (e.g., the latest labor market figures) are not all that positive for the US economy, but that it also continues to prove itself to be fairly robust.Why is this the case? Why were even experienced economists wrong with some of their predictions (at least so far)?These are the questions I want to ask and answer in today’s special edition of my newsletter. That’s why I spoke to Dr. Pippa Malmgren, who is an economist, author, and former advisor to President George W. Bush. Today, Dr. Malmgren continues to advise presidents and prime ministers, as well as CEOs and start-up founders. I always appreciate her “big picture” takes and her different perspective on certain issues. I had the opportunity to interview her back in 2017 (Donald Trump had just begun his first term in office). At the time, she made some forward-thinking remarks:* “I think that Germany is definitely going to continue to have a problem. In part, because Trump has the view of ‘you are either with me or against me.’”* “Donald Trump detests supranational organizations of any kind. He prefers bilateral relationships. He also feels that a big state is hostile to the interest of its citizens, therefore he views the EU as something to oppose.”* “Trump is confident he can manage Putin. George W. Bush was also, but it didn’t work out that way.”“This is a strategy for dollarizing the entire world economy”Eight years later, Malmgren describes Donald Trump’s economic and financial policy as “radical,” but the economist also believes that the US economy is undergoing a fundamental transformation that could lead to great success.One of her statements stands out in particular and Europe should probably listen closely:“The President and Scott Bessent in particular, the Secretary of the Treasury, are coming up with innovative new ways to generate inflow into the US bond market. One of those is the introduction of Stablecoins and a Bitcoin reserve, which are convertible to US dollars and collateralized by US treasuries. They, I think, are not well understood in Europe. (…)That is going to pull money out of Europe, as investors look for higher performance. And that’s one reason the European Central Bank opposed the introduction of Stablecoins and their convertibility to US dollars.Put really simply, this is a strategy for dollarizing the entire world economy. And most investors, when they’ve made a lot of money (if we think of Asia, for example, where they all have some form of capital controls), they would rather have their money in dollars.”Listen to the entire interview here on Substack, or also on Spotify and iTunes.To all of my readers and listeners in Germany and all over the world: Have a great start to your day or a nice evening.Philipp Sandmann Get full access to sandmann exklusiv at philippsandmann.substack.com/subscribe
Sep 16, 2025
25 min
Ära der Sprachlosigkeit
Liebe Leserinnen und Leser,wir sprechen und schreiben viel darüber, dass aus Worten Taten folgen können. Stimmt. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit.Vielmehr fällt mir auf, dass wir es zunehmend verlernen, miteinander zu sprechen und zu diskutieren. Zu oft werden Diskussionen abgebrochen, weil eine Seite zu emotional wird und dann grundsätzlichere Dinge in Frage gestellt werden (Freundschaft, Moral).Das ist mir auch während meiner Zeit in den USA (Washington D.C.) an der Universität aufgefallen. Manchmal habe ich den Satz gehört: „Wenn du bei diesem Thema nicht die gleiche Meinung hast wie ich, dann kann ich nicht mit dir befreundet sein.“Welche Konsequenzen hat das?Wenn ein Gespräch nicht mehr möglich ist und trotzdem ein Punkt gemacht werden soll, dann bedeutet das - im besten Fall - ein kurzer Boxkampf mit Handschlag danach.Aber natürlich ist auch das eine naive Vorstellung wenn wir auf die Dynamik der heutigen Zeit schauen. Im schlimmsten Fall passiert nämlich das, was wir gerade in den USA sehen. Ein Aktivist wird auf offener Bühne erschossen. Jemand, der das Gespräch gesucht hat (und dabei ist letztlich egal, welche fragwürdigen Thesen er verbreitet hat), verstummt für immer.Es sind nämlich nicht unbedingt die Worte, die zu Taten führen. Vielmehr ist es doch die Sprachlosigkeit, die aus einer Hilflosigkeit heraus entsteht, die zu schlimmen Taten führt. Get full access to sandmann exklusiv at philippsandmann.substack.com/subscribe
Sep 14, 2025
29 min
Kalter Krieg in den USA
Liebe Leserinnen und Leser,eigentlich müsste ich den Titel dieses Newsletters gleich wieder revidieren. Der echte Kalte Krieg, also der zwischen den USA und der Sowjetunion, führte am Ende nicht zu einem Krieg. Das, was ich als kalten Krieg bezeichne, also das, was wir gerade in unseren Gesellschaften in den USA und in Europa erleben, könnte allerdings zu einem Krieg mit Waffen führen.Lassen Sie mich gleich zum Punkt kommen.Am Mittwoch ist in den USA ein rechts-konservativer Aktivist auf offener Bühne erschossen worden. Charlie Kirk war bekannt für seine provokanten Thesen, er war allerdings auch bekannt dafür, dass er das Gespräch, die Diskussion und die Auseinandersetzung mit Menschen gesucht hat. Ob er wirklich ein „Held der Meinungsfreiheit“ war, darüber kann jeder für sich zu einem Urteil kommen.Ich will in diesem Newsletter einen Schritt weitergehen und weniger die emotionale Schiene bedienen, sondern versuchen zu analysieren, was nun in den USA passieren kann.Dieser Artikel enthält deswegen die Bezeichnung „Kalter Krieg“, weil wir uns bereits am Ende (und nicht am Anfang) einer verbalen und auch physischen Aufrüstung verschiedenster Lager befinden. Man könnte es auch so formulieren: Der kalte Krieg in den USA liegt eigentlich schon hinter uns. Was wir jetzt sehen ist bereits der Griff zur Waffe. Wir sehen, wie aus Worten Taten folgen. Wir sehen, wie die enthemmte Wut und der Hass aus dem Internet in unser physisches Leben schwappt. In Deutschland und in Europa drohen ähnliche Entwicklungen.Ich will Ihnen deswegen einige der Reaktionen zeigen, die ich in den sozialen Medien gesehen habe, um zu verdeutlichen, dass die Radikalisierung von allen Seiten rapide voranschreitet. Rechtsradikale und Linksradikale werden weiter aufrüsten. Ein Bürgerkrieg ist deswegen nicht mehr ausgeschlossen, weil das Land sich in Richtung eines „fragile states“ entwickelt. Was genau das bedeutet und warum das nicht nur meine subjektive Meinung ist, das will ich später im Text erklären.Musk: „kämpfen oder sterben“Ein X-Account hatte einige der ersten Reaktionen aus der eher rechten (bis rechtsradikalen) Bubble nach dem Anschlag auf Charlie Kirk gesammelt.Die meisten dieser Accounts haben eine große Reichweite. Allein die Personen, die ich hier unten zitiere, haben zusammen knapp 235 Millionen Follower. Einige der Aussagen waren:* Libs of TikTok: „DAS IST KRIEG“* Elon Musk: „Wenn sie uns nicht in Frieden lassen, dann ist unsere Wahl kämpfen oder sterben“* Gunther Eagleman: „Sie haben den Krieg erklärt.“* Joey Mannarino: „Die Demokratische Partei muss als inländische Terrororganisation eingestuft und deren Mitglieder entsprechend behandelt werden.“* Brian Eastwood: „Ich bin bereit für den Bürgerkrieg.“Die allermeisten dieser Accounts rufen ganz offen zum Bürgerkrieg auf. Dabei wissen sie zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht, wer das Attentat ausgeübt hat.Von der „anderen“ Seite, der eher linken Bubble, hört man ebenfalls besorgniserregende Töne. Hier wird der Tod von Charlie Kirk teilweise gefeiert. Kirk, ein ausgesprochener Befürworter des Second Amendment (Recht auf Besitz und Tragen von Waffen), wird mit seinen eigenen Zitaten konfrontiert. Es ist Häme und Zynismus zu beobachten.Eher in der Minderheit sind wiederum die, die versuchen zu de-eskalieren. So schrieb z.B. der ehemalige US-Präsident Joe Biden: „Für diese Art von Gewalt ist in unserem Land kein Platz. Sie muss jetzt ein Ende haben. Jill und ich beten für Charlie Kirks Familie und seine Angehörigen.“Der Atlantic analysiert die aktuelle Situation u.a. so:Einige rechte Aktivisten fordern die Trump-Regierung auf, gegen linke Organisationen vorzugehen – mit anderen Worten, Kirks Tod als Vorwand für politische Repressionen zu nutzen, was genau das ist, was eine autoritäre Regierung tun würde.Niemand sollte angesichts des Mordes an Charlie Kirk etwas anderes empfinden als Entsetzen und Schrecken. Und niemand sollte den Mord an einem Mann, der für sein Eintreten für die Meinungsfreiheit bekannt war, dazu nutzen, andere oder sich selbst davon abzuhalten, die Wahrheit über die gefährliche Lage, in der wir uns befinden, auszusprechen.Was sind „Group Grievances“?Ich beschreibe diese Dynamik nicht aus sensationalistischer Sicht. Ich beschreibe die Lage, weil ich tatsächlich Parallelen sehen kann zwischen den USA und der Dynamik in Ländern, die einen Bürgerkrieg erlebt haben.Ich will das aber ganz präzise erklären und natürlich auch verdeutlichen, dass es große Unterschiede gibt zwischen den USA und Ländern, die sich tatsächlich in einem Bürgerkrieg befinden oder einen hinter sich haben (wie z.B. Syrien). Die Parallelen, die es gibt, sind allerdings interessant.Der entscheidende Begriff in diesem Kontext sind die sogenannten „Group Grievances“, die das deutsche Wörterbuch als „Gruppenbeschwerden“ übersetzt. Das ist allerdings keine gute Übersetzung.Sucht man bei Google nach dem Begriff, dann landet man schnell beim sogenannten Fragile States Index, den ich in diesem Newsletter in der Vergangenheit schonmal thematisiert habe. Der Index listet (fast) alle Länder dieser Welt nach „Fragilität“ - also letztlich Stabilität - auf. Im Jahr 2024 war z.B. Somalia auf Platz 1 (am fragilsten) und Norwegen auf Platz 179 (am wenigsten fragil).Für dieses Ranking gibt es wiederum ganz verschiedene Kriterien. Eines davon sind die Group Grievances, die so erklärt werden:Der Indikator konzentriert sich auf Spaltungen und Brüche zwischen verschiedenen Gruppen in der Gesellschaft – insbesondere Spaltungen aufgrund sozialer oder politischer Merkmale – und deren Rolle beim Zugang zu Dienstleistungen oder Ressourcen sowie bei der Einbeziehung in den politischen Prozess.Gruppenkonflikte können auch eine historische Komponente haben, wenn benachteiligte Gemeinschaften auf Ungerechtigkeiten der Vergangenheit verweisen, die manchmal Jahrhunderte zurückliegen und die Rolle dieser Gruppe in der Gesellschaft sowie ihre Beziehungen zu anderen Gruppen beeinflussen und prägen. Diese Geschichte kann wiederum durch Muster tatsächlicher oder wahrgenommener Gräueltaten oder Verbrechen geprägt sein, die offenbar straffrei gegen Gemeinschaftsgruppen begangen wurden.Gruppen können sich auch benachteiligt fühlen, weil ihnen die Autonomie, Selbstbestimmung oder politische Unabhängigkeit verweigert wird, auf die sie ihrer Meinung nach Anspruch haben.Liest man diese Bezeichnung, dann könnte man vieles davon tatsächlich auf die USA anwenden. Hinzu kommt, dass die USA ein enorm großes Problem mit Waffengewalt haben.Wie ich hier schonmal geschrieben habe - und ich zitiere aus einem Artikel vom 27. Mai 2025:Vor 18 Jahren, also im Jahr 2007 (kurz vor der Finanzkrise), lagen die USA auf Platz 159 auf dem Index und waren umgeben von Ländern wie Italien oder Frankreich. Die USA galten - zu diesem Zeitpunkt - als weniger fragil als Deutschland, das wiederum höher auf der Liste (also fragiler) angesiedelt war (auf Platz 153).Im Jahr 2024 lagen die USA wiederum auf Platz 141. Ein Unterschied von genau 18 Plätzen. Im Schnitt büßten die USA somit seit 2007 jedes Jahr einen Platz ein und bewegten sich in Richtung zunehmender Fragilität. Im Jahr 2024 galten Argentinien, Chile und Qatar als weniger fragil, als die Vereinigten Staaten von Amerika.(…)Ein Indiz [warum das so ist] findet sich im Fragile States Index von 2023. Hier wird erklärt, dass sich die Cohesion Indicators (Indikatoren für gesellschaftlichen Zusammenhalt) in den meisten demokratischen Ländern zwischen 2007 und 2020 stark verschlechtert haben.Innerhalb dieser Gruppe demokratischer Nationen haben die USA mit Abstand die schlechtesten Werte. Das Interessante an der Sache: Die Zahlen lassen sich nur zum Teil auf politische Faktoren zurückführen. Was die USA zunehmend zu einem fragilen Staat werden lässt sind Massenschießereien und Amokläufe (z.B. in Schulen).Wir haben in den USA also eine Mischung aus zwei ganz konkreten Dingen: Den Group Grievances und den Schießereien. Uns bestätigen Forschung und Experten (die sich eigentlich eher mit Ländern wie dem Sudan oder Syrien beschäftigen), dass sich die USA in eine gefährliche Richtung bewegen und sich das sogar anhand von Zahlen und Daten belegen lässt.Das muss keineswegs bedeuten, dass in den USA ein Bürgerkrieg bevorsteht und man sollte diesen auch nicht herbeireden, allerdings sollte man die Realität auch nicht ignorieren.Das Pendel der GewaltGroup Grievances können dann noch weiter verstärkt werden, wenn die Gruppe, die gerade an der Macht ist, z.B. mit einer gewissen Brutalität gegen ehemalige und aktuelle Widersacher vorgeht.Auch hier gibt es Parallelen zu Ländern wie Syrien. So hat sich z.B. Donald Trump dazu entschieden, gegen seine Kritiker vorzugehen. Man könnte das teilweise sogar als Rachefeldzug bezeichnen. Trump nutzt die Macht seines Amtes, um sich zu rächen.Das kann wiederum dazu führen, dass die Demokraten - sollten sie irgendwann wieder an der Macht sein - ähnlich vorgehen werden.Mit anderen Worten: Hier entsteht ein teuflischer Kreis und ein Pendel, das wie wild immer von der einen Seite zur anderen schwingt, je nachdem, wer gerade an der Macht ist. Bestraft wird immer die Seite, die unterlegen ist. Die wiederum wehrt sich - z.B. mit Gewalt.Ein Ende dieser Spirale kann nur dann gelingen, wenn eine Seite (am besten die Seite, die gerade an der Macht ist) sich versöhnlich zeigt. In den USA ist allerdings gerade genau das Gegenteil der Fall.Philipp Sandmann Get full access to sandmann exklusiv at philippsandmann.substack.com/subscribe
Sep 11, 2025
10 min
"Frauen werden verbluten, Frauen werden sterben!"
Liebe Leserinnen und Leser,die vergangene Woche hat mal wieder eindrücklich unter Beweis gestellt, wie radikal rückwärtsgewandt Trump’sche Politik sein kann. Zwei Meldungen unterstreichen, dass die Republikanische Partei unter US-Präsident Donald Trump einen Feldzug gegen die Wissenschaft und gegen die Rechte von Frauen führt.So meldete die New York Times am Mittwoch, dass der Bundesstaat Florida plane, jegliche Formen der Impfpflicht abzuschaffen - auch für Schulkinder. Der „Surgeon General“ (Generalarzt) von Florida, der ausgewiesene Impfskeptiker Dr. Joseph A. Ladapo, nannte als Begründung eine wirre Mischung aus Gott und Sklaverei. Seine Worte:„Wer bin ich, dass ich Ihnen vorschreiben könnte, was Ihr Kind zu sich nehmen soll? Ihr Körper ist ein Geschenk Gottes.“ Er fügte hinzu, dass die Regierung daran arbeiten werde, alle Impfvorschriften „abzuschaffen“. Jede einzelne dieser Vorschriften sei falsch und trieft vor „Verachtung und Sklaverei.“Gleichzeitig kündigte der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, die Einrichtung einer Kommission an, um den Bundesstaat an die von US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. festgelegten Ziele anzupassen. Die Kommission soll von Casey DeSantis, der Ehefrau des Gouverneurs, geleitet werden.Gesundheitsminister Kennedy ist ebenfalls ein langjähriger Impf-Skeptiker. Zuletzt feuerte er unabhängige Berater der wichtigen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und ersetzte sie durch ausgewiesene Impf-Kritiker. Auch die Direktorin der CDC hatte Kennedy nach weniger als einem Monat im Amt entlassen.In Texas arbeitet die Regierung des Bundesstaats wiederum daran, dass bald jeder Ärzte und Vertreiber von Abtreibungspillen verklagen kann, wenn diese an der Lieferung bzw. dem Import der Pillen in den Bundesstaat beteiligt sind.Wie die Washington Post berichtete, soll der von Abtreibungsgegnern unterstützte Gesetzentwurf es ermöglichen, Privatpersonen, Unternehmen und Einzelpersonen zu verklagen, die Abtreibungspillen herstellen oder an Patientinnen in Texas vertreiben.Welche Folgen hat diese Politik?Aber warum über diese Themen spekulieren, wenn man nachfragen kann. Ich hatte die Gelegenheit, zum einen mit einer erfahrenen Epidemiologin aus den USA zu sprechen, die bereits seit über zehn Jahren für die Behörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) tätig ist.Zum anderen konnte ich mit einer angehenden Epidemiologin sprechen, die sich auch auf die Rechte von Frauen und Minderheiten spezialisiert hat. Beide stimmten einem Interview unter der Voraussetzung der Anonymität zu, da sie sonst um ihre Jobs und Karrieren fürchten müssten.Als Journalist ist es mir wichtig, Ihnen zu sagen, dass beide Personen über eine große Expertise bei dem Thema verfügen. Selbstverständlich versichere ich Ihnen auch, dass beide Personen existieren und sie auf Basis ihrer langjährigen Erfahrungen meine Fragen beantwortet haben. Falls Sie meinen Newsletter als Podcast hören: Ich habe die Antworten meiner Interviewpartner von einer KI-Stimme sprechen lassen.Die ersten zwei Fragen wurden von der erfahrenen CDC-Expertin beantwortet (Quelle 1). Die dritte Frage wurde sowohl von der CDC-Expertin, als auch von der angehenden Epidemiologin (Quelle 2) beantwortet. Fragen vier und fünf wurden von Quelle 2 beantwortet.Hier geht es zum Interview:„Die USA sind in Bezug auf die globale Gesundheitssicherheit völlig handlungsunfähig“Was ist das Ziel von Gesundheitsminister Kennedy? Welche Auswirkungen wird seine Politik nicht nur auf die CDC, sondern auch auf den US-Gesundheitssektor im Allgemeinen haben?Kennedy behauptet, dass er die im Vergleich zu anderen OECD-Ländern unverhältnismäßig hohen Raten chronischer Erkrankungen in den Vereinigten Staaten bekämpfen will. Gleichzeitig hat er aber viele der CDC-Zentren, die genau daran gearbeitet haben, aufgelöst.Er behauptet, dass diese Aufgaben stattdessen von einer neuen AHA-Behörde (Administration for a Healthy America) übernommen werden sollen. Allerdings gibt es weder Mittel für diese Behörde, noch gibt es Pläne, sie ins Leben zu rufen. Wenn diese Behörde jemals zustande kommen soll, dann erst in vielen Jahren, sodass in der Zwischenzeit ein Großteil der Arbeit im Zusammenhang mit der Überwachung chronischer Krankheiten, der Bewertung von Strategien und Programmen zur Informationsgrundlage für Entscheidungsprozesse und der Bereitstellung evidenzbasierter Leitlinien für die amerikanische Öffentlichkeit und Ärzte stark eingeschränkt wird.Meiner Meinung nach verkauft Kennedy Wunderwaffen, um seine Anhänger von „Make American Healthy Again“ (MAHA) zu beschwichtigen. Er hat viel Lärm darum gemacht, dass Junkfood-Unternehmen Lebensmittelfarbstoffe abschaffen oder Fruktose-Glukosesirup durch Zuckerrohrsirup ersetzen sollen.Wir Experten für öffentliche Gesundheit wissen jedoch, dass diese kleinen Änderungen keinen messbaren Einfluss auf chronische Krankheiten haben werden, da er nichts unternimmt, um die wirklichen Ursachen anzugehen. Dazu gehören z.B. der eingeschränkte Zugang zu gesunden Lebensmitteln, die steigenden Kosten für gesunde Lebensmittel, der Mangel an Versicherungsschutz und Zugang zu Gesundheitsversorgung (insbesondere unter der ärmeren Bevölkerung auf dem Land) und natürlich auch die generellen sozialen Faktoren, die sich auf chronische Krankheiten auswirken. Kennedy geht mit seiner MAHA-Agenda überhaupt nicht auf diese grundlegenden Probleme ein.Da er nichts Wirksames unternimmt, um die chronischen Krankheiten zu bekämpfen, hat das alles einen noch negativeren Einfluss auf unsere Fähigkeit, Infektionskrankheiten zu kontrollieren. Er hat nicht nur viele Jahre lang, bevor er Minister wurde, die Impfskepsis im Land geschürt, sondern baut nun auch im Alleingang unsere gesamte Impfstoff-Infrastruktur ab.Er hat 500 Millionen Dollar für die mRNA-Forschung gestrichen und damit unsere Fähigkeiten, auf die nächste Pandemie zu reagieren, erheblich beeinträchtigt. Er hat angesehene Experten aus den externen Beratungsgremien, die den Regulierungsprozess der FDA (Food and Drug Administration) und den Empfehlungsprozess der CDC beraten, entfernt und durch unqualifizierte Impfgegner ersetzt. Die FDA hat bereits die Zulassung des COVID-19-Impfstoffs für die kommende Saison auf Erwachsene über 65 Jahre und Personen mit Risikofaktoren beschränkt. Anfang dieses Jahres hat Kennedy die COVID-19-Impfempfehlung für Schwangere widerrufen. Er hat sich bei dieser Entscheidung mit niemandem in der CDC beraten und hat bis heute keine Beweise vorgelegt, die diese Entscheidung rechtfertigen würden.Es ist wichtig zu beachten, dass in den Vereinigten Staaten die meisten Versicherer die Kosten für einen Impfstoff nicht übernehmen, wenn die geimpfte Person nicht zu einer Gruppe gehört, die von der FDA für die Verwendung zugelassen und/oder von der CDC in ihre Empfehlung aufgenommen wurde.Obwohl Kennedy sowohl bei der Anhörung für seine Bestätigung vor dem Senat vor ein paar Monaten, sowie vor ein paar Tagen erneut unmissverständlich erklärte, dass „jeder, der sich impfen lassen möchte, eine Impfung erhalten kann“, haben seine Maßnahmen den Zugang zu Impfstoffen für Millionen von Menschen, die sich impfen lassen möchten, eingeschränkt.Noch alarmierender ist, dass für Ende dieses Monats eine ACIP-Sitzung (Advisory Committee on Immunization Practices) geplant ist, bei der nicht nur COVID-19, sondern auch MMR, RSV und Hep-B auf der Tagesordnung stehen – also Impfstoffe, die seit Jahren ganz oben auf der Agenda der Impfgegner stehen. Wenn sie beschließen, die Empfehlungen für Kinder zu streichen, werden die Versicherer diese Impfstoffe nicht mehr übernehmen und Millionen von Familien werden den Zugang dazu verlieren – trotz Kennedys gegenteiliger Versprechen.Darüber hinaus sind neben den Kürzungen bei der mRNA-Forschung auch die Forschungsgelder des Bundes in nahezu allen Bereichen der Gesundheits- und Biomedizinforschung ernsthaft gefährdet. Labore im ganzen Land haben ihre Forschung bereits eingestellt, Universitäten haben weniger (wenn überhaupt) Plätze für neue Doktoranden – unsere biomedizinische Forschung wird in den kommenden Jahren stark eingeschränkt sein.Wie gefährlich ist es, dass Florida plant, alle Impfvorschriften aufzuheben? Welche schwerwiegenden Folgen könnte dies haben?Sehr gefährlich! Nehmen wir das Beispiel Masern. Wir können uns den Masernausbruch im Südwesten der USA in diesem Jahr ansehen, der seinen Ursprung in einer impfkritischen Gemeinde mit geringer Durchimpfungsrate hatte. Bis heute gab es mindestens 1.431 Fälle in 45 Bundesstaaten – der größte Ausbruch seit 1992 – mit 3 Todesfällen, davon zwei unter Kindern.Masern waren in den USA seit 2000 ausgerottet, obwohl wir jedes Jahr eine geringe Anzahl importierter Fälle verzeichnen. Es ist anzumerken, dass wir in diesem Jahr mehr importierte Fälle (n=137) hatten als in jedem anderen Jahr seit 2000. Wenn sich dieser Trend fortsetzt und es gleichzeitig mehr Gebiete mit geringer Durchimpfungsrate gibt, dann ist eine Katastrophe vorprogrammiert. Insbesondere Florida ist ein wichtiger Einreisepunkt für internationale Reisende in die Vereinigten Staaten.Interessant an diesem Plan zur Abschaffung der Impfpflicht ist, dass Eltern in Florida seit mehr als einem Jahrzehnt das Recht haben, eine nicht-medizinische Befreiung von der Schulimpfung (z. B. aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen) zu beantragen. Es gibt jedoch eine unbeabsichtigte Folge, an die meiner Meinung nach derzeit viele Menschen nicht denken. In meiner Arbeit stelle ich fest, dass die Impfvorschriften für den Schuleintritt oft eine wichtige Erinnerung für Eltern und Betreuer sind, ihren Kindern die aktuellsten Auffrischungsimpfungen mit DTaP, IPV und MMR (Masern, Mumps und Röteln) zu verabreichen.Der größte Teil des Impfplans für Kinder ist im Alter von 18 Monaten abgeschlossen, einem Zeitraum, in dem Eltern und Betreuer von ihren Kinderärzten dazu angehalten werden, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zu vereinbaren, bei denen die ersten Impfdosen verabreicht werden. Nachdem Babys jedoch zwei Jahre alt geworden sind, gibt es nicht mehr viele geplante Routineuntersuchungen oder Impftermine. Diese letzten Auffrischungsimpfungen werden im Alter von 4 bis 6 Jahren empfohlen, und in den dazwischenliegenden Jahren vergessen vielbeschäftigte Eltern das einfach – bis sie ihr Kind in der Schule anmelden.Ohne die geltenden Vorschriften vermute ich, dass viele Eltern, die eigentlich die Impfung ihres Kindes unterstützen, diese letzten Impfungen versäumen werden. Ich vermute, dass die Durchimpfungsrate für die zweite Dosis MMR um einige Prozentpunkte sinken wird (sie liegt bereits unter 90 Prozent, für die Herdenimmunität gegen Masern sind jedoch 95 Prozent erforderlich), insbesondere wenn die Berichterstattung in den Medien nachlässt und die Eltern beginnen, die zweite Dosis zu vergessen, die für die Steigerung der Wirksamkeit und die Aufrechterhaltung der Immunität so wichtig ist.Und welche Folgen hat eine veränderte US-Gesundheitspolitik für kleinere Länder mit weniger Geld und weniger Ressourcen?Quelle 1: Das ist eine sehr wichtige Frage. In den US-Medien habe ich darüber noch nicht viel gehört.Zunächst einmal waren die Vereinigten Staaten in den letzten Jahrzehnten der größte Geber von Entwicklungshilfe im Gesundheitsbereich. Ein Großteil dieser Mittel wurde in diesem Jahr bereits an der Quelle gekürzt, weil Behörden wie USAID (das Entwicklungsministerium der USA) komplett aufgelöst wurden. Das hat weitreichende Folgen für die kommenden Jahrzehnte.Die UNO und die WHO haben sich insbesondere in diesem Jahrzehnt dafür eingesetzt, dass ressourcenärmere Länder beginnen, ihre Finanzierungsmechanismen im Gesundheitsbereich zu diversifizieren, um unabhängiger zu werden. Dies ist jedoch eine komplexe politische und ressourcenbezogene Herausforderung, deren wirksame Umsetzung Zeit erfordern wird. Anstatt den Finanzierungsfluss auf nachhaltige Weise zu verlangsamen, um den Ländern eine Anpassung zu ermöglichen, ist diese US-Regierung mit Blick auf unsere Finanzierungs- und Hilfsmechanismen „mit der Brechstange“ vorgegangen.Darüber hinaus ist es unseren Forschern im Bereich der öffentlichen Gesundheit auf Bundesebene nicht mehr gestattet, in irgendeiner Form mit der WHO zusammenzuarbeiten, was unsere Fähigkeit, mit anderen Ländern bei wichtigen Aktivitäten wie der Überwachung von Krankheiten und der Reaktion auf Ausbrüche zusammenzuarbeiten, erheblich beeinträchtigt.Wir sind im Blindflug, wenn es darum geht, die weltweite Ausbreitung verschiedener Infektionskrankheiten zu überwachen. Selbst wenn wir von einem Land alarmiert werden, sind wir aufgrund neu verhängter Reisebeschränkungen und einer Vielzahl neuer Genehmigungsverfahren, die unsere Fähigkeit zu einer schnellen und wirksamen Reaktion beeinträchtigen, weniger in der Lage, auf Anfrage technische Unterstützung im Land zu leisten. Ganz zu schweigen davon, dass wir in diesem Jahr durch Personalabbau Tausende von Experten verloren haben. Selbst wenn ein Team zur Hilfe gerufen wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein weltweit führender Experte, der das Team z.B. noch vor neun Monaten geleitet hätte, nicht mehr da ist. Wir sind in Bezug auf die globale Gesundheitssicherheit völlig handlungsunfähig.Ich habe bei all diesen Fragen nur die Spitze des Eisbergs angeschnitten. Es gibt noch viel mehr zu sagen über die Millionen von Amerikanern, die mit der Verabschiedung der „Big, Beautiful Bill“ wahrscheinlich ihren Zugang zur Gesundheitsversorgung verlieren werden. Oder auch das Thema der Deregulierung der Umweltpolitik, die zu mehr Schadstoffen in unserer Luft und unseren Gewässern führen wird.Angesichts der vielen politischen Maßnahmen, die während dieser Amtszeit in der gesamten Regierung umgesetzt wurden, stehen die Vereinigten Staaten vor einer Zukunft, in der sie ärmer, kränker und weniger gut auf die nächste Pandemie vorbereitet sein werden. Es scheint, als wären Gedanken und Gebete wirklich alles, was wir derzeit haben.Quelle 2: Die Kürzung der Mittel für USAID wird in den nächsten fünf Jahren schätzungsweise 14.000.000 vermeidbare Todesfälle verursachen, und bisher haben die Kürzungen dieser Mittel bereits zu circa 300.000 Todesfällen geführt.Krankheiten, die bisher unter Kontrolle waren, werden mit voller Wucht zurückkehren. Menschen mit HIV, die keine Medikamente mehr bekommen, werden wieder krank, Malaria breitet sich aus, wenn keine Moskitonetze mehr verteilt werden, und vermeidbare Epidemien wie Cholera oder Masern breiten sich aus, weil Impfkampagnen komplett eingestellt werden. Reichere Länder können das alles besser abfedern, aber kleinere Nationen haben keine Notvorräte oder Rücklagen für schlechte Zeiten. Fortschritte, die Jahrzehnte gedauert haben, werden rapide zunichte gemacht.Es geht auch nicht nur um Geld: USAID hat auch Ärzte, Krankenschwestern, Fachkräfte im öffentlichen Gesundheitswesen und Laborpersonal ausgebildet. Sie haben dafür gesorgt, dass Diagnoselabore weiterarbeiten konnten. Ohne diese Unterstützung verlieren Gesundheitssysteme sowohl Personal als auch Instrumente.Hinzu kommt noch die diplomatische Seite. Jahrzehntelang waren die globalen Gesundheitsprogramme der Vereinigten Staaten nicht nur humanitär, sondern auch eine Form von Soft Power. Das hat Allianzen gestärkt und verschaffte den USA Einfluss in Regionen, in denen China, die EU, Russland oder andere aufstrebende Supermächte nicht so eifrig waren, sich zu engagieren. Kleinere Länder haben keine andere Wahl, als sich nun anderweitig um Unterstützung zu bemühen.Was früher ein Symbol für die Führungsrolle der USA im globalen Gesundheitswesen war, wird heute von vielen als Rückzug angesehen, was der Glaubwürdigkeit und moralischen Stellung der USA auf der Weltbühne schadet.Anderes Thema: Texas will es jedem ermöglichen, Ärzte und Händler von Abtreibungspillen zu verklagen. Welche Folgen hat das für die Gesundheit von Frauen?Der Schritt des Bundesstaates Texas, Privatpersonen die Möglichkeit zu geben, Ärzte und Händler von Abtreibungspillen zu verklagen, ist einfach nur widerwärtig.Dieser Gesetzentwurf soll bald vom Gouverneur von Texas unterzeichnet werden, der damit das Gesundheitswesen instrumentalisiert. Wir alle wissen, um was für ein Spiel es sich hier handelt. Ein Spiel, bei dem Grundrechte je nach politischer Lage mal gewährt und mal entzogen werden. Und ja, ich gehe davon aus, dass der Oberste Gerichtshof letztendlich zugunsten von Texas entscheiden wird. Er wird sich hinter der Ausrede verstecken, dass „die Bundesstaaten letzten Endes darüber entscheiden“ sollen.Einer der beunruhigendsten Aspekte des texanischen Gesetzes ist, dass es über territoriale Grenzen hinweg gelten soll. Es erlaubt Texanern - es ermutigt sie sogar - Ärzte, Apotheker und Telemedizin-Anbieter in anderen Bundesstaaten zu verklagen, die Abtreibungspillen an Patientinnen in Texas verschreiben oder versenden. Das bedeutet, dass ein Anbieter in einem Bundesstaat wie Kalifornien, Illinois oder New York, der sich vollständig im Rahmen der Gesetze seines eigenen Staates bewegt, plötzlich in Texas in Gerichtsverfahren verwickelt werden kann, weil die Patientin sich dort medizinisch versorgen ließ.Texas hat also beschlossen, dass seine Autorität über seine Grenzen hinausreicht, und bestraft Menschen, die in ihren eigenen Bundesstaaten legal medizinische Versorgung leisten. Das ist nicht nur eine Überschreitung der Befugnisse, sondern auch verfassungswidrig.Diese Taktik sorgt für Chaos und Angst in der medizinischen Community. Ärzte im ganzen Land fragen sich, ob sie durch die Behandlung ihrer Patienten in feindlich gesinnten Bundesstaaten, die Hunderte von Kilometern entfernt liegen, mit Klagen rechnen müssen. Einige Kliniken haben bereits den Zugang zu Telemedizin für Patienten in Texas gesperrt, weil sie die finanziellen und rechtlichen Folgen nicht riskieren können.Das bedeutet, dass Frauen in Texas noch weiter isoliert werden und nicht nur von lokalen Angeboten abgeschnitten sind, sondern auch von Ärzten, die ihnen aus der Ferne helfen wollen.Und was bedeutet das alles konkret, z.B. für Abtreibungen?Es bedeutet weniger sichere Abtreibungen, nicht weniger Abtreibungen. Die Realität ist, dass Abtreibungen nicht aufhören werden. Sie werden nur unsicherer. Frauen werden verbluten, Frauen werden sterben, weil Politiker zu feige sind, sich die tatsächlichen Daten anzusehen. Texas hat offen erklärt, seine eigenen Berichte über die Müttersterblichkeit aus den Jahren 2022 und 2023, die einen Anstieg der Todesfälle unter schwangeren Frauen zeigten, zu ignorieren. Anstatt diese Krise zu beheben, haben sie sich dafür entschieden, sie zu verschärfen.Ich kenne persönlich Ärzte in Notaufnahmen in Texas, die bereits mit dieser Angst leben. Sie sehen Patientinnen, die Fehlgeburten haben, und wissen genau, welche Behandlung erforderlich ist, aber sie schweigen, weil eine einzige Verschreibung sie ihre Zulassung kosten könnte. Stellen Sie sich vor, Sie wären gezwungen, Patientinnen leiden zu lassen, während Sie zusehen, weil Politiker Ihrem medizinischen Urteilsvermögen Fesseln angelegt haben. Das ist keine Medizin, das ist Kontrolle und Grausamkeit.Und die Kluft wird immer größer. Wohlhabende Frauen werden ohne Probleme in andere Bundesstaaten reisen, um sich dort behandeln zu lassen. Frauen mit geringerem Einkommen, Frauen in missbräuchlichen Beziehungen und Frauen, die niemanden haben, an den sie sich wenden können, werden jedoch in der Falle sitzen. Sie werden zum Schweigen gebracht. Sie werden gezwungen sein, ihr Leben für eine grundlegende Gesundheitsversorgung zu riskieren.Das alles sollte eigentlich niemals Gegenstand einer öffentlichen Debatte sein. Es sollte niemals in den Händen von Gesetzgebern, Kopfgeldjägern oder Gerichten liegen. Diese Entscheidung sollte allein zwischen einer Patientin und ihrem Arzt getroffen werden.Aber bei dem, was Texas tut, geht es nicht um „Leben“ – es geht um Macht, es geht um Kontrolle, es geht um Religion. Es ist ein direkter Angriff auf die Selbstbestimmung, Sicherheit und Würde von Frauen.Wenn Sie all diese Entwicklungen betrachten und bewerten: In welche Richtung entwickeln sich die USA derzeit?Wenn man einen Schritt zurücktritt und sich das ansieht, was derzeit in den Vereinigten Staaten geschieht, dann ist das alles katastrophal. Es geht nicht nur um den Angriff auf das Gesundheitswesen und die öffentliche Gesundheit, sondern auch um das Chaos an den Grenzen, die Grausamkeit und die Migrationspolitik, die Entfremdung langjähriger Verbündeter und den Abbau internationaler Partnerschaften, die Amerika einst zu einer globalen Führungsmacht gemacht haben.Hinzu kommen die offene Feindseligkeit gegenüber der Wissenschaft, die Verbreitung von Fehlinformationen, die Selbstgefälligkeit der Menschen und Politiker, die eigentlich das Volk vertreten sollten, und die Aushöhlung demokratischer Normen. Man sieht ein Land, das sich an allen Fronten aktiv selbst untergräbt. Das sind keine isolierten politischen Entscheidungen, sondern miteinander verbundene Versäumnisse, die das Bild einer Nation zeichnen, die ihre eigene Glaubwürdigkeit und Stabilität untergräbt.Die Gesundheit der Bevölkerung ist nur ein Teil dieses größeren Zusammenbruchs, aber ein wichtiger. Die öffentliche Gesundheit funktioniert am besten, wenn die Menschen sich ihrer Existenz oder Wirksamkeit nicht bewusst sind. Die öffentliche Gesundheit betrifft nicht nur Menschen, die an die Wissenschaft „glauben“ – sie betrifft alle. Viren, Müttersterblichkeit und Epidemien fragen nicht nach Politik. Dennoch entscheiden sich die Vereinigten Staaten für eine bestimmte Ideologie einiger weniger, statt für Fakten. Das Land lässt zu, dass Fehlinformationen Gesetze und Politik beeinflussen. Das ist das wirklich Beängstigende daran: Es handelt sich um einen allgemeinen Angriff auf die Wissenschaft und die Wahrheit selbst, und wenn diese einmal verloren sind, beginnen alle anderen Systeme – Bildung, Gesundheitswesen, Wirtschaft, Sicherheit – zu zerfallen.Dieses Land bewegt sich in Richtung Isolation. Amerika geht nicht vorwärts, sondern rückwärts und zieht sein Volk mit sich. Amerika steht nicht an erster Stelle. Amerika hat nicht nur seine Glaubwürdigkeit verloren, sondern auch seine Seele.Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche.Philipp Sandmann Get full access to sandmann exklusiv at philippsandmann.substack.com/subscribe
Sep 7, 2025
23 min
US-Migrationsexperte: "Merkel hatte recht!"
Liebe Leserinnen und Leser,auf den Tag genau zehn Jahre ist es nun her, dass die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren berühmten Satz „Wir schaffen das“ sagte. Gemeint war die große Herausforderung, vor der unser Land stand (und steht), das binnen kürzester Zeit über eine Million Menschen aufnahm.Zehn Jahre später nur die Frage zu stellen, ob wir es „geschafft“ haben, das wäre zu einfach und ist bereits in vielen Analysen und Leitartikeln geschehen. Natürlich ist vollkommen klar, dass unser Land sich in den vergangenen Jahren stark verändert hat.Ich wollte Ihnen in diesem Newsletter deswegen keine Perspektive aus Deutschland bieten, sondern eher eine Perspektive auf Deutschland.Gesprochen habe ich mit dem Präsidenten des renommierten Migration Policy Institute, das seinen Sitz in Washington D.C. hat. Andrew Selee leitet das Institut seit 2017 und ist ein ausgewiesener Migrationsexperte. Zudem lehrt Selee an der Georgetown University (wo ich einen seiner Kurse belegen konnte).Hören Sie sich das Gespräch hier (auf Englisch) im Podcast an oder schauen Sie es gerne auch als Video auf meinem YouTube-Kanal.Die wichtigsten Themen des Gesprächs:Selee über……Deutschland, die Flüchtlinge und Angela Merkel* „Aus einer Außenperspektive betrachtet, denke ich, dass Merkel recht hatte. Den Menschen, die damals gekommen sind, geht es größtenteils gut; ihnen geht es besser als anderen Kohorten in der Vergangenheit. Sie sind größtenteils in den Arbeitsmarkt und in die Schulen integriert, ihre Kinder wachsen mit Deutsch als Sprache auf.“* „Was mir an Merkels Aussage gefällt, ist, dass sie sich auf die positiven Aspekte der Migration konzentriert hat.“„Der Arbeitsmarkt wird einen Sog auf Menschen ausüben. Ich glaube, damit haben wir uns noch nicht genügend auseinandergesetzt.“* „Die größere Frage lautet allerdings: Was macht Deutschland jetzt? Was tun in einer Welt, in der Länder wie Deutschland, die USA, Italien oder Korea Arbeitskräfte aus dem Ausland brauchen? Der Arbeitsmarkt wird einen Sog auf Menschen ausüben. Ich glaube, damit haben wir uns noch nicht genügend auseinandergesetzt.“* „Die Formel, die wir alle anstreben, lautet: Wie können wir legale Wege für Menschen schaffen, die aus Gründen der Arbeitsmigration zu uns kommen wollen und die wir auch brauchen? Ob in Deutschland oder den USA – wir brauchen diese Menschen für unsere Arbeitsmärkte. Wie können wir also Wege dafür schaffen, aber gleichzeitig strengere Asylregeln durchsetzen und damit sicherstellen, dass Asyl nicht als Hintertür für Arbeitsmigration genutzt wird?“…die USA, den Arbeitsmarkt und wie gelungene Integration aussehen kann* „In den USA erwarten wir, dass die Menschen es aus eigener Kraft schaffen. Das führt wiederum dazu, dass die Menschen schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden. Die Menschen bleiben nicht, wenn sie keinen Zugang zum Arbeitsmarkt finden.“* „Es gibt zwei Arten, über Integration nachzudenken. Die eine ist, wie sich Einwanderer und die einheimische Bevölkerung mit der Zeit einander angleichen. Meistens passen sich Einwanderer an die Kultur an, in der sie leben, aber sie verändern auch die Kultur um sich herum, sodass es zu einer gewissen Anpassung in der Gesamtbevölkerung kommt.“„Die eigentliche Frage lautet: Haben die Kinder der Einwanderer die gleichen Chancen wie die Kinder der Einheimischen?“* „Die andere Art der Integration ist das, was wir tatsächlich messen können. Also, inwieweit gleichen sich Einwanderer in bestimmten Merkmalen (wie z.B. beim Einkommen oder der Bildung) an? Und wahrscheinlich noch wichtiger als das, was mit den Einwanderern geschieht, ist das, was mit ihren Kindern geschieht.“* „Die erste Generation der Einwanderer hat oft ein ambivalentes Verhältnis zu ihrem neuen Lebensumfeld, da sie oft erst in einem späteren Lebensabschnitt einwandert, in dem es schwieriger ist, sich zu verändern. Die eigentliche Frage lautet: Haben die Kinder der Einwanderer die gleichen Chancen wie die Kinder der Einheimischen?“…die großen Trends und Herausforderungen beim Thema Migration* „Es ist wichtig, das Tempo des Wandels und der Veränderung anzuerkennen. Nicht, weil Wandel etwas Schlechtes ist. Ich glaube sogar, dass es uns Menschen gut tut, anderen zu begegnen, uns weiterzuentwickeln und anzupassen. Das haben wir als Spezies im Laufe der Geschichte immer getan.“* „In einer idealen Welt achten wir auf das Tempo des Wandels. Wir holen Menschen hauptsächlich aus Interesse an Arbeitskräften ins Land und wir konkurrieren um Talente. Natürlich holen wir auch schutzbedürftige Menschen ins Land, aber wir treffen die Entscheidungen darüber idealerweise früher und nicht erst an der heimischen Grenze.“„In Wirklichkeit wird sich das alles viel chaotischer entwickeln.“* „Meiner Meinung nach wird sich das allerdings in Wirklichkeit alles viel chaotischer entwickeln. Zum Teil, weil niemand wirklich die Weitsicht hat, um die legalen Migrationswege zu ebnen.“* „Wir werden einerseits eine schrittweise Ausweitung der legalen Migrations-Möglichkeiten sehen, die den nationalen Eigeninteressen entsprechen. Wir werden aber auch viel Chaos und Widerstand in Bezug auf Identität und Ordnung sehen und mit Blick auf Menschen, die spontan an Grenzen auftauchen.“* „Ich glaube, es geht hier nicht nur um Identität. Ich denke, viele Menschen reagieren vor allem negativ auf Chaos. Sie reagieren auch, wenn sie glauben, dass sich Menschen nicht integrieren. Das mag ebenso sehr die Schuld der Gesellschaft sein wie die der Einwanderer.“* „Das Tempo des Wandels ist enorm. Ich glaube, wir sollten uns nicht wundern, dass Menschen Zuflucht in Identitäten und dem bereits Bekannten suchen. Die Frage ist, wie wir in diesen Identitäten Zuflucht finden und sie gleichzeitig so inklusiv gestalten können, dass sie in einer wirklich mobilen Welt nicht zu einem Abwehrmechanismus werden. Aber wir müssen auch sensibel mit dem Tempo umgehen, in dem dies geschieht.“Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche!Philipp Sandmann Get full access to sandmann exklusiv at philippsandmann.substack.com/subscribe
Aug 31, 2025
26 min
Wladimir Putin: Die große Analyse seiner Rede
Liebe Leserinnen und Leser,im Grunde genommen versteht man Wladimir Putin erst dann, wenn man mal versucht, sich in seine Gedankenwelt hineinzuversetzen. Argumentiert man aus der Sicht Putins, dann macht alles Sinn: Die große Wunde über den Zerfall der Sowjetunion, der Ärger über den erfolgreichen Westen und die „logische“ Konsequenz des russischen Überfalls auf die Ukraine.Wichtig ist am Ende allerdings, dass man auch wieder den Sprung aus dieser Gedankenwelt herausschafft, um zu erkennen, dass Wladimir Putins Argumente weitestgehend auf einer Art Umschreibung der Geschichte beruhen.Bevor ich Putins Rede vom Freitagabend analysiere, möchte ich Ihnen nochmal vor Augen führen, wie der russische Präsident seine „Spezialoperation“ gegen die Ukraine vor einigen Jahren begründete.Putin sagte am 24. Februar 2022, dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine, wörtlich (Auszüge):PUTIN: „Ich habe über unsere größten Sorgen und Befürchtungen gesprochen und über die grundlegenden Bedrohungen, die unverantwortliche westliche Politiker Russland Jahr für Jahr konsequent und rücksichtslos auferlegt haben. Ich beziehe mich dabei auf die Osterweiterung der NATO, die ihre militärische Infrastruktur immer näher an die russische Grenze heranrückt. (…) Das umfasst das Versprechen, die NATO nicht um einen Zentimeter nach Osten auszuweiten. Um es noch einmal zu wiederholen: Sie haben uns getäuscht, oder, um es einfach auszudrücken, sie haben uns hinters Licht geführt.“ Get full access to sandmann exklusiv at philippsandmann.substack.com/subscribe
Aug 17, 2025
20 min
Die NATO, der Frieden und ein gefährlicher Mythos
Liebe Leserinnen und Leser,Heute treffen sich US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin in Alaska. Es ist der vorläufige Höhepunkt und zugleich ein Tiefpunkt von Donald Trumps Außenpolitik, die insbesondere beim Thema Ukrainekrieg – gelinde gesagt – hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben ist.Dass Trump den Krieg zwischen Russland und der Ukraine binnen 24 Stunden hätte beenden können, das glaubte wohl niemand. 24 Stunden in Trump-World kann man in der echten Welt umrechnen in 100 Tage oder ein halbes Jahr. Doch auch nach diesem großzügigen Umtauschkurs muss man festhalten: Trump ist von Wladimir Putin regelrecht vorgeführt worden.Und während vor ein paar Tagen noch davon die Rede war, dass Trump beim Treffen mit Putin einen Friedensdeal aus dem Hut zaubern könne, so ruderte das Weiße Haus am Mittwoch gehörig zurück und sprach nur noch von einer „listening exercise“.Die Washington Post schreibt:„Ein Einzelgespräch mit Trump ist aus Putins Sicht bereits ein Sieg, da er seit langem danach strebt, die Ära wiederherzustellen, in der Washington und Moskau die beiden dominierenden Hauptstädte der Welt waren. Seit er 2014 die ukrainische Halbinsel Krim mit Gewalt annektiert hat, betont er, dass der Weg zur Lösung des Konflikts über Gespräche mit einem US-amerikanischen Staatschef und nicht mit einem ukrainischen Staatschef führt. Abgesehen von einem Besuch bei den Vereinten Nationen im Jahr 2015 hat der russische Staatschef seit 2007, dem Jahr vor seiner Invasion in Georgien, einem weiteren Nachbarland Russlands, keinen Fuß mehr auf US-amerikanischen Boden gesetzt.“Ähnlich sieht es der Generalleutnant a.D. Ben Hodges, ehemals Commanding General der US Army Europe, der mir dieses Zitat per E-Mail zukommen ließ:„Ich habe sehr geringe Erwartungen an dieses Gipfeltreffen zwischen Präsident Trump und Präsident Putin, und es scheint, dass auch die Trump-Regierung damit beschäftigt ist, die Erwartungen zu dämpfen.Die Drohungen mit ‚schwerwiegenden Konsequenzen‘ für Russland, sollte es zu keiner Einigung über einen Waffenstillstand kommen, klingen hohl, da der Präsident dies bereits fünf oder sechs Mal getan hat, ohne dass es tatsächliche Konsequenzen für Russland gab, und Putin weiß das.Die Trump-Regierung hat von Anfang an einen zum Scheitern verurteilten Ansatz verfolgt, weil sie nie ein klares strategisches Ziel für den Ausgang des russischen Krieges gegen die Ukraine definiert hat (derselbe Fehler wie die Biden-Regierung), weil sie die Geografie, Geschichte und Kultur dieses Krieges nie verstanden oder sich darum gekümmert hat und weil sie nicht einmal versucht hat, den verfügbaren und enormen wirtschaftlichen Hebel einzusetzen, um Russland zur Beendigung seiner Aggression zu zwingen.Der Ansatz von Präsident Trump entspricht dem eines Geschäftsmannes aus den späten 1990er Jahren, der ein Immobiliengeschäft in Manhattan abwickelt.“ Get full access to sandmann exklusiv at philippsandmann.substack.com/subscribe
Aug 15, 2025
18 min
Die AfD ist "verstörend" - aber ist sie auch verfassungswidrig?
Liebe Leserinnen und Leser,der Fall der Verfassungsrichter-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf wird in die nächste Runde gehen. Noch ist allerdings politische Sommerpause. Das gibt uns die Gelegenheit, die Frage zu stellen, was wir aus der Debatte der vergangenen Woche gelernt haben.In diesem Newsletter wollte ich Ihnen ein bisschen mehr Tiefe zum Thema Bundesverfassungsgericht anbieten und habe deswegen mit Alexander Thiele gesprochen. Thiele ist Professor für Staatstheorie und Öffentliches Recht an der Business & Law School in Berlin. Er kritisierte den Umgang mit Frauke Brosius-Gersdorf scharf. In einer Stellungnahme vom 14. Juli hieß es:„Dieser Umgang ist geeignet, die Kandidatin, die beteiligten Institutionen und mittelfristig über den Verfall der angemessenen Umgangskultur die gesamte demokratische Ordnung zu beschädigen.“Im Interview sagte Thiele: „Das ist ein Alarmsignal für die Manipulierbarkeit des Diskurses.“Pünktlich zu dieser Diskussion ist (zufällig) auch Thieles aktuelles Buch erschienen, das ich jedem empfehlen kann, der mehr über die Geschichte des Bundesverfassungsgerichts erfahren will.Hören Sie das ganze Interview mit Professor Alexander Thiele als Podcast bei Substack oder auch bei Spotify oder iTunes. Get full access to sandmann exklusiv at philippsandmann.substack.com/subscribe
Aug 3, 2025
40 min
Trump in Gefahr!
Liebe Leserinnen und Leser,vor sechs Monaten und sieben Tagen began die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Die ersten vier Monate davon konnte ich in Washington D.C. hautnah miterleben.Doch seitdem hat sich viel verändert und während Trump zwar - wie angekündigt - seinen Worten hat Taten folgen lassen, so gibt es auch überraschende Erkenntnisse und Entwicklungen. Und zwar sowohl für Trump-Fans als auch für Trump-Kritiker. In dem heutigen Newsletter würde ich gerne zwei Themen beleuchten, die für Trumps Erfolg oder Misserfolg eine entscheidende Rolle spielen werden: Die Wirtschaft und wie sich seine eigenen Anhänger künftig verhalten werden.Wie geht es der US-Wirtschaft?Fangen wir mit der Wirtschaft an und schauen wir auf Entwicklungen und Fakten, die für den ein oder anderen ausgewiesenen Trump-Widersacher wahrscheinlich schwer zu ertragen sind.Sagen wir’s mal so: Die US-Wirtschaft brummt! Noch.Der Meinung ist auch Finanzexperte Philipp Vorndran, mit dem ich vor zehn Tagen über die finanzielle Situation der USA gesprochen habe. Das ganze Gespräch können Sie hier hören oder auch bei YouTube sehen.Die Financial Times stellte jedenfalls gestern die interessante Frage: Wie lange kann die US-Wirtschaft den Erwartungen trotzen? Die Antwort: Die US-Wirtschaft ist erstaunlich widerstandsfähig und resilient. Doch es gibt auch ein paar Risse. Get full access to sandmann exklusiv at philippsandmann.substack.com/subscribe
Jul 27, 2025
9 min
Fall Brosius-Gersdorf: Um was es hier wirklich geht
Liebe Leserinnen und Leser,dass es in der heutigen Zeit zu heftigen Debatten im öffentlichen Diskurs kommt, die mitunter deutlich unter die Gürtellinie gehen, daran dürfen wir uns nicht gewöhnen, aber wir müssen damit umgehen.Dennoch überrascht mich das Ausmaß der Diskussion über Frauke Brosius-Gersdorf, Kandidatin für das Bundesverfassungsgericht. Wie es der Journalist Paul Ronzheimer trefflich formulierte:“Hochinteressant und beunruhigend zugleich die Reaktionen auf den Auftritt von Brosius-Gersdorf bei Lanz zu beobachten hier. Jeder/jede nimmt sich das raus bzw. clippt, was zur eigenen Linie/Argumentation passt. Diese ‘Clippisierung’ führt zu den aufgeregten Debatten dieser Zeit.”Ich stimme zu, dass diese Clippisierung problematisch ist. Allerdings ist sie in der Tat ein fester Bestandteil der Welt, in der wir heute leben. An ihr wird sich wenig ändern lassen, und schon gar nicht in den sozialen Medien.Deswegen sollten wir uns fragen, ob wir wirklich über den Kern des Problems sprechen.Ich will es so erklären: Ich finde nicht, dass Frau Brosius-Gersdorf radikale Thesen vertritt. Trotzdem akzeptiere ich, dass sich einige in der Union (und darüber hinaus) an ihr reiben. Das ist vollkommen legitim.Die Frage, die ich allerdings an diejenigen habe, die die Kandidatin verhindern wollten und das auch weiterhin beabsichtigen, ist diese hier: Haben Sie Ihre Haltung entwickelt bevor oder nachdem die ersten Nachrichten-Portale kritisch (und teilweise auf Basis von Falschinformationen) über die Kandidatin berichteten?Das ist eine wichtige Frage, die jeder für sich beantworten muss. Denn hier geht es um Haltung. Hier unterscheidet sich, um die Floskel zu bemühen, die Fahne im Wind vom Fels in der Brandung. Get full access to sandmann exklusiv at philippsandmann.substack.com/subscribe
Jul 20, 2025
12 min
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