Füüf Frage - ei Gschicht
Füüf Frage - ei Gschicht
Simon Keller
Manche Menschen erleben einschneidende Wendepunkte in ihrem Leben oder setzen sich leidenschaftlich für ihre Sache ein. Was sie verbindet, sind ihre Geschichten. Die werden hier erzählt. Dazu lassen fünf zufällig gewählte Fragen manchmal tiefer blicken, als den Gefragten lieb ist. Der Podcast über Menschen und ihre Geschichten, gefragt von Simon Keller.
Dominic Blaser - Blitz und Donner sind seine Leidenschaft
«Dank unserer Berechnungen, wussten wir ziemlich genau, wo der Tornado entstehen würde.» Dass Dominic und seine Freunde aber dann so nah dran sein würden, damit hatten sie nicht gerechnet. «Das war ein intensives Erlebnis», erzählt der 54-jährige Physiker und Naturforscher. Sein Hobby, Naturphänomene zu beobachten und Stürme zu jagen – Stormchasing –, ist durchaus mit gewissen Risiken verbunden. Er sei sich aber dessen bewusst, sagt der Familienvater im Gespräch, und ausser dieses eine Mal habe er sich noch nie in gefährliche Situationen hineinmanövriert.Neben dem Jagen der Stürme ist es dem Lehrer und mittlerweile Schulleiter genauso ein Anliegen, sein Hobby zu dokumentieren. «Die geballte Naturkraft in Fotos abzubilden, bedingt eine gute Vorbereitung und viel Geduld.» Da kann es schon sein, dass man bis nach Frankreich fährt und dann mit leeren Händen zurückkommt. «Das Wetter ist halt trotzdem unberechenbar», sagt Dominic mit einem Schmunzeln. «Etwas Leiden müsse bei einer Leidenschaft ja schon auch dabei sein.»Ob es eine Geburtsvorbereitungspflicht geben soll und wie viel wir während acht Stunden gefühlt wirklich arbeiten, das alles gibt es in dieser Folge.
May 17
1 hr 1 min
Yves Aeschbacher - Als Matrose geboren und in die Pflege berufen
Mit seinen Eltern tuckerte er als kleiner Knirps im Betonboot auf dem Mittelmeer herum. Aus diesem Grund zieht es Yves Aeschbacher noch heute mindestens einmal pro Jahr ans Meer. Mittlerweile ist der gelernte Pflegefachmann mit seiner Familie in Burgdorf sesshaft. «Das ist tatsächlich die längste sesshafte Phase in meinem Leben», sinniert der 46-Jährige im Gespräch vor sich hin.Auch wenn er mittlerweile nicht mehr am Bett die Menschen pflegt, ist er dem Gesundheitswesen und der Pflege immer treu geblieben. «Egal ob am Bett oder nun hinter dem Computer. Die Abwechslung war für mich im Pflegeberuf immer das Faszinierende.» Sein Wissen aus der Praxis verknüpft er nun bei der Beratung von Gesundheitsunternehmen mit seinen Erkenntnissen aus der digitalen Daten- und Informatikwelt. Aus dieser Verknüpfung entstanden auch zwei eigene Unternehmen. Eines davon ist immer noch sein "Brötchen-Job", wie Yves es nennt.Daneben steht er immer wieder in Turnhallen und fiebert mit "seinen" Zauberinnen des Unihockeyclubs Wizards Bern-Burgdorf mit und hofft auf Siege in der obersten Schweizer Unihockeyliga. «Die Tochter fing damit an und ich bin - wie so oft - einfach reingerutscht.» Er sei absolut der Vereinstyp und neben dem Unihockey ist er deshalb auch noch im Kino-Gourmet-Verein "Filmfrass" aktiv. «Essen und Kino miteinander verbinden, was gibt es Besseres», so seine rhetorische Frage.Warum er einen Einbrecher eher mit dem Unihockeyball in die Flucht schlagen will und wie er auf die Frage, ob Männer oder Frauen untreuer sind, antwortet, das hört ihr in dieser Folge.
Apr 12
1 hr 17 min
Christoph "Libi" Leibundgut - Eine Kurve veränderte sein Leben
Es ist Mittwoch der 24. April 2013 kurz vor sieben Uhr am Abend als sich auf der Beatenbergstrasse in einer Kurve unterhalb des Luegibrüggli das Leben für Christoph "Libi" Leibundgut auf einen Schlag veränderte. Sein Freund Michi prallte auf der Feierabendausfahrt mit seinem Rennvelo frontal in ein entgegenkommendes Motorrad, Libi selber fuhr in die beiden hinein und landete etliche Meter weiter unten auf dem Asphalt und überlebt den Unfall schwer verletzt. «Der Polizist sagte mir, dass ich eine Hechtrolle über alles drüber machte. Ich antwortete ihm darauf, dass ich die Hechtrolle gar nicht könne.»Für Michi und den Motorradfahrer kam jede Hilfe zu spät. Michi starb noch auf der Unfallstelle, der Motorradfahrer wenig später im Spital. «Ich war die ganze Zeit über bei Bewusstsein und realisierte relativ schnell, dass Michi und ich nie mehr zusammen auf eine Ausfahrt gehen werden», sagt Libi.Trotz diesem verheerenden Unfall war es Libis Ziel, so schnell wie möglich wieder velofahren zu können. «Noch wichtiger war mir, dass ich wieder Ski fahren kann später. Aber das Velofahren war ebenfalls mein Ziel vor Augen, das ich brauchte für die Rehabilitation.» Schliesslich war da noch die "Marmotte". Ein Rennen in den Französischen Alpen, welches eigentlich im Sommer 2013 geplant war.Wann Libi dieses Rennen nachholte, warum Michi trotzdem immer dabei ist beim "gümele" und was es mit der Farbe orange auf sich hat, dies erzählt Libi in dieser Folge von füüf Frage ei Gschicht.
Sep 21, 2025
1 hr 9 min
Bea Troxler - Nackt ist der Mensch am natürlichsten
Angefangen hat alles auf einer Safari in Afrika. Bea hat sich dafür eine gute Kamera gekauft, um gute Fotos machen zu können. Ganz nach dem Motto: "Wenn schon, denn schon!" Das war der Startschuss zu einer Liebe, die ähnlich wie die zum Tanz, zu Italien und zur Malerei, so stark wurde, dass daraus mittlerweile mehr als nur eine Passion geworden ist.
Apr 8, 2024
38 min
Silvia Nadenbousch - Nasenvelos sind ihre Leidenschaft
Was war das für eine Zangengeburt, bis wir zwei endlich einen Termin gefunden haben, der beiden passte oder nichts mehr dazwischen kam. Für Silvia Nadenbousch waren die letzten vier Jahre aufregend und anspruchsvoll zugleich. Manchmal auch anstrengend und ungewiss. Eine Kündigung ins Blaue und die Suche nach einer neuen Erfüllung führten sie mit Simon, ihrem jetzigen Geschäftspartner, zusammen. Er hat eine Brille entwickelt, die 3D-gedruckt wird und statt mit Schrauben mit Stiften zusammengehalten wird.
Oct 30, 2023
49 min
Katharina Locher - Erbrechen war gar nicht so schlimm
"Bei unserer Hochzeit fragte mich ein People-Magazin an, ob sie Fotos machen könnten. Sie würden mir auch die Maske und den Fotografen zahlen. Da wurde ich schon kurz schwach und dachte, eigentlich geil." Als Katharina Locher dann ihren Mann zu Hause fragte, ob dies allenfalls in Ordnung sei, war dieser am meisten darüber verärgert, dass sie überhaupt auf die Idee gekommen sei, ihn danach zu fragen. "Da wurde es mir wieder einmal klar: Die Kinder und er sollen in der Öffentlichkeit nicht stattfinden."
Jun 25, 2023
55 min
Christof Gertsch - Menschen und Geschichten sind wichtiger als Preise
"Bis du mich jetzt wieder gefragt hast, habe ich keinen Gedanken mehr an diesen Preis verschwendet. Verstehe mich nicht falsch, aber der Preis bedeutet mir zwar etwas, aber nicht soviel, dass ich jeden Tag daran denke." Dies sagt der 41-jährige Burgdorfer Christof Gertsch. Magazinreporter und Journalist des Jahres 2022. Obschon er für sein jüngstes Werk, rund um das Schmelzen des Thwaites-Gletscher, wieder für den Grimme-Online-Preis nominiert ist, bedeuten ihm die Geschichten mehr als die Preise, die er dafür erhält.
May 8, 2023
56 min
Anja Huber - Ihr Glück liegt 30 Zentimeter unter der Erde
Zuerst wollte sie Tierärztin werden. Dieser Wunsch verzog sich aber wieder. Dann wollte sie Kunstgeschichte studieren oder allenfalls Archäologie. Beides wurde Anja Huber verwehrt. Nach einem abgebrochenen Politikwissenschafts-Studium folgte sie ihrer Liebe nach Kanada. Die Liebe zerbrach und sie fand ein neues Glück in den USA und wurde schwanger. Da für den Vater ihres ersten Sohnes ein Umzug in die Schweiz nicht in Frage kam, ging sie ohne ihn zurück und kämpfte sich alleine durch.
Apr 3, 2023
57 min
Sina Siegenthaler - Sie kämpft mit einem Lächeln gegen ihr Schicksal
"Riders ready? - Attention!" Dann öffnen sich die Starttore und die Snowboardcrosserinnen stürzen sich den anspruchsvollen Kurs hinunter. Über Hügel, Steilwandkurven und Sprünge bis ins Ziel. Spektakulär, intensiv und nicht ganz ungefährlich. Davon kann die 22-jährige Schangnauerin Sina Siegenthaler ein Liedchen singen. Schon früh hat sie sich entschieden, Snowboard zu fahren und weil sie immer wieder in ihrem Leben den Wettkampf suchte, entschied sie sich für Snowboardcross.
Mar 6, 2023
54 min
Nina Köpfer - Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt
Nach Tonga wollte sie unbedingt reisen, um die Buckelwale bestaunen zu können. Doch für die 27-jährige Nina kam die geplante Weltreise ganz anders, als sie es sich zurechtgelegt hatte. Da sich Tonga während der ganzen Corona-Epidemie stark abgeschottet hatte, erreichte das Virus die Inselgruppe erst dann, als es bei uns schon fast vorüber war. Aus diesem Grund landeten die Buckelwale wieder auf der "Bucket List".
Feb 7, 2023
54 min
Load more