Eigentlich Podcast
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Micz & Flo
EGL106 Bewusstsein auf den Kopf gestellt: Mark Solms über Gefühle, Gehirn und das Unbewusste (Bewusstsein 2)
1 hour 4 minutes Posted Jun 18, 2026 at 4:54 am.
Eigentlich der Anfang
Rückblick auf EGL103 (Sigmund Freud, Das Unbewußte)
Person und Forschung von Mark Solms
Biografischer Hintergrund und frühe Motivation von Mark Solms
Solms vermisst die Psyche in der Neuropsychologie
Neuropsychologische Ansätze zur Traumforschung der 1970er und 80er
Activation-Synthesis-Modells nach Allan Hobson
Solms Traumforschung: REM und Träume korrelieren nur
Träumen im mesokortikolimbischen System
Rückzug der Unterstützung durch Allan Hobson
Beginn von Solms’ psychoanalytischer Ausbildung
Entwicklung der Neuropsychoanalyse im historischen Kontext
Solms’ Rede zum 150. Geburtstag von Sigmund Freud
Kritische und idealisierende Positionen zu Freud
Neurophysiologische Grundlagen psychotherapeutischer Prozesse
Bewusstsein vs. Bewusstlos
PAG (periaquäduktales Grau), Emotion und Bewusstsein
Subkortikale Entstehung von Bewusstsein
Affektive Zustände als Auslöser von Bewusstsein
Amöben, Selfhood, Automatismen
Homöostase und emotionales Erleben
Überwiegend unbewusste Natur kortikaler Prozesse
KI-Agentenmodellen als Analogie für Gehirnprozesse
Emotionen als Vorhersagefehler im Gehirn
Tour: Eiffelturm im Norden Berlins
Kortikale Aktivität kostet Energie!
Gefühle werden immer gefühlt
Differenzierung zwischen Es und Unbewusstem bei Solms
Afektives und deklaratives Bewusstsein
Verdrängung als gespeicherte fehlerhafte Vorhersagemodelle
Return of the Repressed als Folge von Vorhersagefehlern
EMDR-Therapie, Trauma und Bewusstsein
Frühkindliche Erfahrungen sind immer unbewusst
Bedeutung und mögliche Verdrängung früher Bindungserfahrungen
Implizite Bindungsmuster in der Gruppentherapie
Übertragungsneurose als Wiedererleben früher Bindungserfahrungen zur Veränderung
Zentrale Aspekte von Solms’ Neuropsychoanalyse
Connecting the dots
Eigentlich der Schluss
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Show notes
Endlich mal eine Episode, die alles auf den Kopf stellt, "turned on its head"! In der zweiten Episode unserer kleinen Reihe über Neuropsychologie, Psychoanalyse und die Frage, welche Rolle Emotionen spielen, folgen wir dem südafrikanischen Neurpsychologen Mark Solms, der sich mit heutigem Fachwissen Sigmund Freuds Theorien von vor hundert Jahren angenommen hat. (Vgl. Folge 103, Freud: "Das Unbewußte" von 1915.) Aus Solms’ Artikel "The Unconscious" von 2017 lässt sich ein Zitat nehmen (im Original auch im Blogpost weiter unten), in dem Solms betont, wie gegenwärtige neurophysiologische Erkenntnisse alte Annahmen auf den Kopf stellen, "The classical conception is turned on its head": Bewusstsein wird nicht im Kortex erzeugt, sondern im Hirnstamm. Es ist nicht primär perzeptiv, sondern affektiv organisiert. Grundlegendes Bewusstsein besteht nicht aus Bildern, sondern aus Zuständen. Die relevanten Hirnstammstrukturen kartieren nicht die äußeren Sinne, sondern den inneren Körperzustand. Diese Kartierung erzeugt keine Wahrnehmungsobjekte, sondern das Subjekt der Wahrnehmung selbst, den Hintergrundzustand des bewussten Seins. Wahrnehmung setzt damit immer schon ein empfindungsfähiges Subjekt voraus. Diese Strukturen sind evolutionär sehr alt und lassen vermuten, dass alle Säugetiere und eventuell sogar Fische eine basale Form von Bewusstsein aufweisen. Das wird uns aber in der kommenden Folge der Mini-Serie, in der Zusammenarbeit von Mark Solms und Karl Friston, mehr interessieren. Insbesondere auch das Free Energy Principle, die Rolle von Emotionen und von Sterblichkeit für das Bewusstsein. Jetzt also auf den Kopf stellen, dann den Kopf verdrehen. Viel Spaß dabei.