
Job stressig, Sport stressig, Freunde treffen stressig. Termin hier, Termin da, Meeting hüben, Telko drüben. Abends noch schnell kochen, trinken, Gassi gehen, zwischendrin WhatsApp, Signal, Insta-Story. Wär's nicht mal wieder geil abzuschalten, durchzuatmen, nix zu tun? Wie geht diese komische Achtsamkeit noch mal - und was ist das eigentlich? Zählt der samstägliche Festivalausflug zum Planeten Naboo auch dazu? Oder sollten wir lieber doch das Meditieren beginnen, von wegen Shakra und so?
Womöglich haben wir uns die Achtsamkeit längst selbst verboten, und das ohne es zu merken. Wäre ja auch typisch deutsch. Mit den Verboten, da kennen wir uns schließlich aus. Schilderwald am Campingplatz, Verbotstiraden auf dem Spielplatz - bei Regelwerken und Einschränkungen macht uns niemand was vor. Fast revolutionär wirkt da der Gang über Rot. Oder die Zigarette mit 15 oder die kurzzeitige Radfahrer auf der falschen Seite. Können wir nicht mal entspannter sein, mit uns und dem Leben und den Regeln? Oder sind uns die einen oder anderen Verbote vielleicht doch lieber als wir denken - wir viel typisch-deutscher sind als wir wahrhaben wollen?
Antje und Ingo in der 15. Folge von 20359 über Verbotskultur, diese verdammte FOMO und einen Aufruf an alle Fußgänger da draußen.
Die Playlist zum Podcast: t1p.de/20359playlist
Sep 10, 2021
49 min

YouTuber und Drohnenpilot, Outdoor-Influencer und Buchautor, der Olli ist ein Tausendsassa. Und das sehr erfolgreich. Videojobs, unzählige Streams und Likes, Fotoaufträge, Sponsorings von Marken und Firmen - Kohle machen mit dem eigenem Content, davon träumen viele. Bei Olli wurde es Realität. Zumindest so halb. Denn seine Berufung*en zum Beruf gemacht hat er trotzdem nicht komplett. Warum? Weil Konzernjobs besser sind als manche denken? Oder weil das Influencing auf Insta & Co. irgendwann zum algorithmischen Seelenverkauf mutiert?
Auch abseits von Insta gewinnen Algorithmen immer mehr an Einfluss. Etwa in der Musik: Wöchentliche Playlists und kuratierte Sender auf Basis von Lieblingshits - Spotify, Deezer, Amazon & Co. manövrieren uns in akustische Blasen. Vorbei die Zeit, als Radiosender landauf landab, jedes Jahr aufs Neue uniforme Summer-Hits durch die Äther jagten. Hörgewohnheit, Lieblingshits, all das ist fragmentierter denn je. Was macht das mit unserem Musikgeschmack? Sollten wir Angst haben vor dem Spotify-Diktat? Warum sind “Radio Edits” nur noch zwei Minuten lang? Und warum hören wir nicht mal die indischen Charts?
Antje, Ingo und der Olli in der vierzehnten Folge von 20359 über Leonardo da Vincis Notizblock, ein verpasstes Prodigy-Konzert und einen kolumbianischen Nummer-1-Hit, der millionenfach gehört wird - und den hier trotzdem kaum wer kennt.
Die Playlist zum Podcast: https://t1p.de/20359playlist
Aug 27, 2021
53 min

Schwarze Katzen, dreizehnte Freitage, zerbrochene Christstollen oder Waschtage zwischen den Jahren - all das jagt manchen Menschen nicht nur einen kalten Schauer über den Rücken. Es ist für sie auch sonnenklar, dass nach eben solch einer Erscheinung etwas Schlechtes alsbald folgen muss. Aberglaube, über Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende gewachsen, ist bis heute Teil der Gesellschaften. Er prägt Menschen - und manchmal tötet er sogar. Warum nur glauben so viele Menschen noch daran? Trotz Aufklärung und Wissenschaft? Weil wir noch immer nicht alles erforscht haben, noch immer nicht alles erklären können? Brauchen wir mehr Gegenzauber?
Erklären können wir uns manchmal auch nicht, warum der gestrige Abend, die gestrige Nacht mal wieder so eskaliert ist. Zuviel Crémant, noch Rotwein drauf und zack, da legt’s Dich nieder. Was des Nächtens Spaß und Freude bringt, bestraft spätestens der Morgen drauf ganz hart und fies. Mit Kopfweh, Reumut, flauem Magen und der sich ewig wiederholenden Frage: Wann lerne ich endlich dazu? Doch: Müssen wir wirklich bereuen, wenn wir - zumal nach all den Lockdowns - manchmal einfach über die Stränge schlagen? Wenn die Nacht zu jung, die Gesellschaft zu nett ist, um nach zwei drei Gläschen Schaumwein zu gehen? Wo ist die Grenze? Wann ists zu viel? Und was, wenn die Erinnerung plötzlich - schwarz bleibt?
Antje und Ingo in der 13. (!) Folge von 20359 über randalierende Geister, Nebel im Kopf und den Ar**h des Zentauren. (Liebe Grüße an Queenie!)
Die Playlist zum Podcast gibt's auf Spotify: https://t1p.de/20359playlist
Aug 13, 2021
51 min

Patrick ist nicht nur Ingos Ehemann, ewige 29 und wohnt seit 8,5 Jahren auf St. Pauli. Er würde eigentlich auch ganz gern singen können (nicht wie Beyoncé!), reitet aber stattdessen auf dem Amtsschimmel durch die Hamburger Behörde - und wundert sich, wie viele Unternehmen in diesem Jahr im Juni, dem “Pride Month”, ihre Logos in Regenbogenfarben getüncht hatten.
“Pinkwashing!”, schreien Kritiker*innen der LGBTIQ* Community häufig dann schnell und lauthals, wenn Konzerne sich in ebendiese Regenbogenflaggen hüllen. Und verkennen dabei manchmal, dass auch schon "nur" ein Regenbogen ein klares politisches Signal ist. Für Vielfalt, Toleranz und - vielleicht doch auch für steigende Abverkäufe? Ist ein Umsatzplus dank Diversity verwerflich? Müssen Unternehmen nicht insgesamt mehr Haltung zeigen? Nur was ist eigentlich Haltung? Reicht da ein Rainbow-Logo aus?
Antje, Ingo und der Patrick in der zwölften Folge von 20359 über schwule Werbung, eine beginnende Tanzkarriere und eine Podcast-Folge, die nie, nie, niemals erscheinen wird.
Die Playlist zum Podcast gibts auf Spotify: https://t1p.de/20359playlist
Jul 30, 2021
53 min

Kleine Entscheidung, große Wirkung: Tagtäglich treffen wir Entscheidungen. Manche klein, manche groß, einige fast nebenbei und lapidar, andere sehr bewusst und minutiös geplant. Allzu oft wird erst später klar, welche - vielleicht sogar kleinste - Entscheidungen in unserem Leben wirklich wegweisend waren. Und welche dazu geführt haben, dass wir heute so sind wie wir sind. Wo wir leben, wen wir lieben. Oder: Dass wir überhaupt noch leben. Wie viel also ist dran am “Butterfly Effect”, dem 2004 ein cineastisches Denkmal gesetzt hat? Kann ein Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien wirklich einen Tornado in Tschechien auslösen? Was ist dran am “Was wäre wenn”?
Und was wäre eigentlich, wenn morgen die Einladung käme, in einer Expedition zum Mars zu reisen? Würden wir losfliegen, wohlwissend, dass wir womöglich nie mehr lebend zur Erde zurückkehren könnten? Schon seit Jahrzehnten gibt es Überlegungen, fremde Planeten zu erkunden und eines Tages vielleicht auch zu besiedeln. Auch weil Klimawandel und Zersiedelung unsere Erde peu á peu zerstören. Doch müssen wir wirklich Lichtjahre weit reisen und Biosphären aufbauen, um neue Lebensräume aufzubauen? Und: Will man wirklich auf dem Mars sein? Können wir nicht erstmal die Tiefsee erforschen und überlegen, wie wir menschliches Leben einfach erdverträglicher gestalten können? Unlängst hat Liam Young sein etwas dystopisches “Planet City”-Konzept (checkt den YouTube-Clip!) vorgestellt. Ist das die Zukunft?
Antje und Ingo in der elften Folge von 20359 über pinke Schweine, den Mann im Mond und Pariser unter kolumbianischen Kokospalmen.
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Jul 2, 2021
50 min

Dass ein Wolf nicht immer nur rotbekappten Mädchen in dunklen Wäldern auflauert, um sie nach seinem Zahnzustand zu fragen, sondern durchaus auch in Warteschleifen eskalieren und bei Prostituierten einkaufen kann, das belegen Antje und Ingo in der ersten Folge des neuen Formats “20359 trifft…”. Ab sofort begrüßen wir immer mal wieder auch Gäste in unseren Kiezküchen. Freunde, Bekannte, vielleicht auch mal Verwandte.
Wolf, nicht aus dem Märchen, sondern einst von weit her aus dem Pott zugereist, macht den Anfang. Und stellt sich Fragenhagel. Warum heute da, was er sonst so tut, was er Antjes Wohnung besonders schätzt und ob er lieber druff oder drunter ist, das verrät er uns bei drei Glas Wein.
Antje, Ingo und der Wolf in der zehnten Folge von 20359 über das Serviceverständnis deutscher Beamter, Seezeichen an der Fischauktionshalle und Gay Sex im Darkroom-Club.
Die Playlist zum Podcast? Gibt's auf Spotify.
Jun 18, 2021
53 min

Als sich 1995 “Das Modul” mit dem auf 90s-Rave gedrehten NDW-Klassiker “Computerliebe” durch die deutschen Singlecharts spülte, da ahnte sicherlich noch niemand, dass nur zwei Jahrzehnte später Liebe nicht mehr nur durch den Magen, sondern auch durchs Netz gehen würde. Auch wenn gefühlt mindestens jede*r Zweite mit stoischer Regelmäßigkeit über Tinder, Gindr & Co. zu schimpfen scheint: Onlinedating steht in Umfragen heute an Platz 2 der Orte und Wege, wie Liebespaare in Deutschland sich kennengelernt haben. Was sagt das über uns aus? Warum sind Dating-Apps so furchtbar oberflächlich? Was war das schlimmste Date? Und warum war Onlinedating für Gays schon 2003 normal?
Onlinedating über Smartphones, für unsere Großeltern wäre das wohl pure Fiktion gewesen. Gefunden haben sie sich trotzdem, irgendwie, irgendwo, irgendwann. Und jetzt, während wir, ihre Enkel, ganz langsam älter und größer und grauer, aber leider nur potenziell weiser werden, verschwinden die Omas und Opas so langsam. Und mit ihnen ihre Geschichten. Erst aus dem Alltag, dann aus dem Leben, irgendwann - leider - auch aus den Gedanken. Halten wir doch kurz mal inne: Wie war das damals mit Oma auf Tour? Mit Opa beim Abendbrot? Was haben sie uns gelehrt, erzählt, erleben lassen? Und warum geht oder ging die Zeit mit ihnen so schnell vorbei, fast wie auf Speed?
Antje und Ingo in der neunten Folge von 20359 über verblasste Kindheitserinnerungen, Furunkel beim Candle Light Dinner und Kieztauben im Innenhof.
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Jun 4, 2021
54 min

Augen schließen, Tagträumen, wegbeamen, gedanklich an Orte reise, die wir so sehr mögen, lieben, ins Herz geschlossen haben. Ob Lissabon, Buxtehude, Pferderanch oder Korallbar-Tresen: Jede*r von uns kennt diese besonderen, diese magischen Orte, an die wir uns am liebsten selbst JETZT so gern mit einem Fingerschnipp hinmaterialisieren würden. Warum braucht es solche Orte? Was bedeuten sie für uns und warum sind sie so wichtig? Wo würden wir uns jetzt gern hinbeamen - und was hindert uns eigentlich daran?
Manchen gilt selbst der Buckingham Palace als Sehnsuchtsort. Oder das royale Polo-Derby in Westengland. Oder das Schlafgemach des heißen schwedischen Kronprinzen (?). Millionen Menschen auf dieser Welt fiebern mit den Königshäusern dieser Welt. Und verfolgen die - nicht selten fragwürdige - Berichterstattung der Yellow Press. Was macht nur diesen Reiz aus? Und wieso kann man diesem Reiz so sehr verfallen? Warum regen wir uns über stereotypisierte Rollenbilder auf - und seufzen dann doch wieder ganz tief bei der nächsten blaublütigen Hochzeit? Und warum darf man die Königs auch trotzdem einfach sch***e finden?
Antje und Ingo in der achten Folge von 20359 über karibische Hurricane-Evakuierungen, königliche Hinterlassenschaften und ein waschechtes Korkenproblem.
May 21, 2021
52 min

Auf St. Pauli brennt noch Licht. Wenn auch leider nicht mehr in den Restaurants. Schmatzgeräusche sind seit November nur aus Wohnungen zu vernehmen. Oder auf dem Paulinenplatz, neben der Kleinen Pause. Für Antje auch dort ein Graus, denn: Ihre Misophonie, der Hass auf Geräusche, kennt keinen Lockdown. Doch: Sind 200 Bifischmatzer im Flieger wirklich so furchtbar? Muss der Naseschniefer beim Tinder-Date echt abserviert werden? Warum empfinden wir banale, natürliche Geräusche als störend, wo wir doch tagein tagaus vom Rauschen der Reeperbahn umgeben sind?
Gerauscht hat hier grad neulich morgen, ganz knapp nur der Reeperbahn, mal wieder die Kehrmaschine. Und - irgendwie klangs wie damals. Als Kneipen, Clubs und Kiezkaschemmen selbst am sonnigen Sonntagmorgen noch menschliche Überbleibsel der Samstagnacht ausspuckten. Und uns schwelgen ließen in Erinnerungen langer Nächte. Stattdessen ist jetzt: Lockdown. Immer noch. Leere Straßen, leise Nächte, ein nicht enden wollender Repeat aus Arbeit, Futter, Schlafen gehen. Wann endlich gehts zurück ins Leben? Warum fehlt uns die Nacht, die sonntags sonst im Katerrausch beklagen? Und warum sind wir bloß nur müde, obwohl wir eigentlich nur noch - schlafen?
Antje und Ingo in der siebten Folge von 20359 über das (Nicht-)Schlürfen von Misosuppen, Sehnsucht nach Menschenmassen und das letzte Live-Konzert vor Corona.
May 7, 2021
49 min

Wenns Clubs und Galerien geschlossen, Restaurants und Bars dicht und Sportvereine schon seit November außer Betrieb sind - dann erobern wir uns halt die Stadt zurück. Das Heiligengeistfeld auf St. Pauli, einst staubig wüstige Freifläche und drei Monate pro Jahr vom DOM belegt, mausert sich gerade zum neuen “place to be”. Mit Drinks in der Abendsonne, Picknick, Musik und vielen wilden Skaterstunts. Haben wir bald ein (kleines) Tempelhofer Feld auf dem Kiez? Und warum eigentlich sollten wir auf Pflastersteinen in die Abendsonne blicken, das Millerntor im Blick und den Becher an den Lippen?
Freunde treffen im Schatten eines monströsen Flakbunkers, das könnte sich im Corona-Frühling 2021 zur willkommenen Abwechslung vom Lockdown-Blues entwickeln. Noch viel mehr als sonst fragen wir uns dieser Tage: Wen treffen wir eigentlich noch wo und wann und wen lieber nicht, wegen Virus und so? Zeigt sich in Coronazeiten vielleicht einmal mehr, wer wirklich gute*r Freund*in ist - und wer vielleicht nur bekannt? Was zeichnet Freundschaften aus und warum, verdammt noch mal, ist es eigentlich so schwer auch mal Menschen ziehen zu lassen?
Antje und Ingo in der sechsten Folge von 20359 über Crémant im Bunkerschatten, Reisefreundschaften in engen Berghütten und eine Packung voll Keksteig.
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Apr 23, 2021
51 min
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