Show notes
Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt – aber sie tut es anders, als viele Schlagzeilen vermuten lassen. In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit Prof. Dr. Sabine Pfeiffer über KI zwischen Hype, Hoffnung und Jobangst – und darüber, warum die Zukunft der Arbeit nicht allein von Algorithmen entschieden wird. Sabine Pfeiffer ist Professorin für Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Technik, Arbeit, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel. Ihr Blick auf KI ist wohltuend nüchtern: Weder Technikrausch noch Untergangsstimmung helfen weiter. Entscheidend ist, was KI in konkreten Arbeitsprozessen tatsächlich leisten kann – und was ihr im Moment nur zugeschrieben wird. Gleich zu Beginn widerspricht Pfeiffer einer verbreiteten Erzählung: Die optimistische und die dystopische Sicht auf KI hätten oft denselben Kern – beide gingen davon aus, KI sei allmächtig. Für Pfeiffer liegt genau darin die größte Fehleinschätzung: Wir überschätzen häufig, was KI kann, und unterschätzen gleichzeitig die Komplexität menschlicher Arbeit. Viele Tätigkeiten bestehen eben nicht nur aus klar abgrenzbaren Routinen, sondern aus Erfahrungswissen, Improvisation, Verantwortung, Kommunikation und situativem Können. Im Gespräch wird deutlich: Unternehmen gehen sehr unterschiedlich mit KI um. Manche warten ab, andere probieren fast alles aus, was der Markt anbietet. Besonders kritisch sieht Pfeiffer Projekte, die nicht mit der Frage beginnen: Welches Problem wollen wir eigentlich lösen? Stattdessen werde häufig ein Tool eingeführt und erst danach nach einem passenden Anwendungsfall gesucht. So entstünden viele teure Pilotprojekte, die über einen „Proof of Concept“ nicht hinauskommen. Ein zentraler Punkt der Folge: KI ersetzt selten ganze Berufe, sondern verändert Tätigkeiten. Das klingt nach Entwarnung, ist aber keine Verharmlosung. Denn Arbeit verändert sich ständig – durch Technik, Organisation, Märkte und neue Anforderungen. Entscheidend ist, ob Beschäftigte auf eine einzelne Tätigkeit reduziert sind oder ob ihr Beruf aus vielen Facetten besteht. Je breiter, erfahrungsreicher und vielfältiger Arbeit organisiert ist, desto weniger lässt sie sich einfach automatisieren. Der Mutmacher dieser Folge liegt in Pfeiffers Vertrauen in die Menschen. Deutschland habe mit seiner beruflichen Ausbildung eine enorme Stärke: Millionen Beschäftigte, die Praxis und Theorie verbinden, Fachwissen mit Erfahrung koppeln und Veränderungen im Alltag konkret bewältigen. Oft könnten Menschen mehr, als sie an ihrem Arbeitsplatz zeigen dürfen. Genau darin sieht Pfeiffer einen großen Grund zur Zuversicht. Wenn Sie unsere Gespräche auch jenseits des Podcasts nachlesen möchten:Unser neues Buch ist erschienen:„2 alte wei(s)se Männer: Mutmacher für schwere Zeiten – was hoffen lässt“Jetzt im Buchhandel und auf allen gängigen Plattformen erhältlich.Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert 2 alte wei(s)se Männer, teilt den Podcast und folgt uns in den sozialen Medien:Instagramhttps://www.instagram.com/2alteweissemaenner?igsh=bjNsOGxtcHFvZ3Vl&ut Facebookhttps://www.facebook.com/share/16qwKMqsxZ/?mibextid=wwXIfrYoutubehttps://youtube.com/@2alteweissemanner-rw6gw?si=DyDKBPUF3KohcL



