Am 30. Oktober 1961 schlossen die Türkei und die Bundesrepublik Deutschland das Anwerbeabkommen. In den folgenden Jahren kamen Millionen Türkinnen und Türken nach Deutschland, um hier zu arbeiten.
Damals wurden die Menschen, die nach Deutschland kamen, "Gastarbeiter" genannt. Die Journalistin und Autorin Ferda Ataman, deren Eltern zu den damaligen Migranten zählten, hält "Gastarbeiter" für ein "schräges Wort": "Normalerweise lässt man seine Gäste nicht die Toiletten putzen, am Fließband arbeiten oder bringt sie in schlechten Behausungen unter", sagt Ataman in der neuen Folge der Sprachstunde.
Sie möchte das Wort aber nicht aus dem Sprachschatz streichen. "Ich nutze Gastarbeiter*innen als historischen Begriff. Ich finde es nicht politisch unkorrekt, aber es war damals schon eine Lüge, die Menschen so zu nennen", sagt Ataman, weil schon sehr bald klar war, dass ein Großteil von ihnen in Deutschland bleiben würde.
Warum "ausländische Mitbürger*innen" für sie auch nicht besser klingt, wie das Leben in Deutschland für die Türkinnen und Türken aussah, warum sich die Lage für Einwandererfamilien in Deutschland in den letzten zehn Jahren deutlich verschlechtert hat und welche Bezeichnung sie besser fände als "Gastarbeiter", diskutiert sie mit chrismon-Chefredakteurin Ursula Ott im Podcast.



