re:publica 14
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Unsinn stiften als performative Aufklärung. Ein Vortrag im Sinne des Katersalons
55 minutes Posted May 6, 2014 at 9:53 pm.
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Show notes
Christiane Frohmann
Room: stage 3
Vieles, was im Netz passiert, lässt sich als Unsinnspoesie beschreiben. Unsinnspoesie hat keine Bedeutung, ist aber nicht bedeutungslos. Unsinnspoesie macht keinen Sinn, ist aber nicht sinnlos.  
Das liegt daran, dass Unsinn performativ Fragen aufwirft und diese gleich selbst ‚beantwortet’. In Gestalt von neuen Erfahrungen und Gefühlen. In der Unsinnspoesie attackiert ein unbefangenes ‚irgendwie’ das etablierte ‚eigentlich’.
„Was passiert eigentlich beim Regelbruch?“ „Mmh. Irgendwie passiert gar nichts Schlimmes.“
„Kann man das eigentlich auch anders sehen?“ „Mmh. Irgendwie macht es anders sogar viel mehr Sinn.“
Unsinn sagt niemals explizit „Die offizielle Wahrheit ist Lüge“. Er lehrt keine andere Wahrheit, sondern einen schrägen Blick auf die Dinge. Unsinn wirkt unkontrollierbar und nachhaltig, weil er nicht die Botschaften, sondern die Menschen verändert.
Unsinn kann dafür sorgen, dass Menschen ‚Wahrheiten’ nicht mehr plausibel erscheinen. Das funktioniert im Netz besonders gut, wo kaum jemand die Zeit investiert, etwas zu überprüfen. „Plausibilität ist die Wahrheitsform im Netz. Es geht um Wahrhaftigkeit statt Wahrheit."
Produced by Voice Republic
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