Lumpen Station
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Ne pas jeter dans la voie publique — Janosch Perler & Maria Beglerbegovic
26 minutes Posted Aug 31, 2020 at 10:00 am.
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Ne pas jeter dans la voie publique
Janosch Perler & Maria Beglerbegovic 
Der Amateur und die Amateurin sind Anfänger und Anfängerin. Sie können etwas noch nicht so gut. Sie haben etwas angefangen, aus eigenem Interesse. Verlangen. Pflicht. Wunsch. Sie üben eine Tätigkeit im nicht-professionellen Rahmen aus. Sie werden es vielleicht nie gut genug können. Aber das spielt keine Rolle. Denn der Amateur und die Amateurin sind Liebhaber und Liebhaberin. Sie lieben, was sie tun. Sie lieben die Dinge. Sie brennen für eine Sache, sie sind leidenschaftlich. Instinkt. Reflex. Gewohnheit. Sie sind hin- und hergerissen. Sie verlieren ihr Ziel nicht aus den Augen. Eingebung. Bestimmtheit. Der Amateur und die Amateurin sind ambitioniert. Sie lassen etwas sein. Aber das spielt keine Rolle.
Während einer fünfstündigen Autofahrt erzählt ein Taxifahrer von einer App, einer Art Bilderfundus, wo jedes Bild seinen Preis erzielt. Man macht Fotos, lädt sie hoch. Jemand sucht bestimmte Sujets, findet sie und zahlt dafür. Es geht um Beschlagwortung, das Banale, die Vermarktung eines Momentes, Pixel und Skrupellosigkeit. Um welchen Preis gibt es ein Bild? In dieser Zeit kommt eine Liste zum Vorschein. Ein Inventar aller Gegenstände, die jemand besitzt. Dinge haben sich angesammelt, sind verloren gegangen, wurden durch Neues ersetzt. Dinge sind einfach da. Sie bleiben. 
Das folgende Stück ist aufgrund einer Liebhaberei für Dinge entstanden. Das Ding im Moment. Situation. Fundstück. Der Gegenstand oder der Moment wird entdeckt, beobachtet, eingefangen, festgehalten und gesammelt. Alle Dinge haben mit dem Menschen zu tun, sie werden von ihm hergestellt, benutzt und weggeworfen. Die Dinge haben einen wichtigen Platz, vor Ort, in unseren Gedanken. Auffindbar Zuhause, vor der Tür, um die Ecke, dort gegenüber. Die vielen Momente dazwischen, die Situation, sind von Bedeutung. Was besitzen wir? Was nicht? Und warum? Machen wir uns ein Bild, gehört uns dann das Sujet des Bildes? Nehmen wir ein Gespräch auf, gehört uns dann das Gespräch? Wir machen uns Dinge und Momente zu unserem Eigentum. Wir sammeln sie, weil wir sie lieben. Wir finden sie, weil wir sie lieben. Wir suchen sie, weil wir sie lieben. Die Gründe dieser Zuneigung können unterschiedlicher Natur sein. Der Amateur und die Amateurin sind Jäger und Sammler, Jägerin und Sammlerin. Die wertvollen Dinge haben einen Platz verdient in der Nähe von uns. Sie sind zugleich Kunstwerk und Werkzeug.
Maria Beglerbegovic & Janosch Perler
ENGLISH :
Ne pas jeter dans la voie publique 
Being an amateur means being a beginner. You are not very good at something. You have started something, you followed your own interest. Out of desire. Duty. Wish. You are working in a non-professional context. You may never be able to do it well enough. But it doesn't matter. Because amateurs are lovers. As an amateur you love what you do. You love those things. You are passionate about something. You have an instinct. Reflex. Habits. Back and forth. You don't lose sight of your goal. Inspiration. Certainty. Amateurs are ambitious. You let other things beside. But it doesn't matter.
During a five-hour car ride, a taxi driver talks about an app, a kind of picture pool, where every picture gain its own price depending on how many people buy it. Someone is looking for photos, certain themes, finds them and pays for them. You take photos, upload them. It's about key words, the value of a moment, the banal, pixels and ruthlessness. At what price you buy a picture?
During this time a list appeared. An inventory of all the items someone owns. Things have accumulated over a lifetime, got lost, were replaced by new ones. The things are just there. They stay.
This piece was created out of love for those things.The things in certain moments. Situations. Circumstances. Found objects. The object or the moment is discovered, observed, captured and collected. All things are connected with us : they are created by us, used and thrown away by us. Things are important. They appear in an environment, in our minds. You find them at home, in front of your door, around the corner, there, across the street.
The many moments in between, the situations, are important. What do we have ? What do we don’t have ? And why ? When you take a picture does the subject of the picture belongs to you ? When you’re recording a conversation does the conversation belong to you ? We make things and moments our property. We collect them because we love them. We find them because we love them. We look for them because we love them. This affection can arise out of different reasons. Amateurs are hunters and gatherers. The valuable things deserve a place near us. They are both, a work of art and a tool for work.