In der vierten Staffel von KN:IX talks widmen wir uns Themen, die für mehrere unterschiedliche extremistische Strömungen relevant sind und beispielsweise sowohl in rechtsextremen Phänomenbereichen als auch im religiös begründeten Extremismus vorkommen. Das sogenannte Widerstandsdispositiv beschreibt die Gesamtheit aktionistischer und ideologischer Phänomene, die sich auf ein Recht auf Widerstand berufen, um extremistische Äußerungen und Gewalt zu rechtfertigen. Das Widerstandsdispositiv ist ein sogenanntes Brückennarrativ, das von völkischen Nationalistinnen, christlichen Fundamentalistinnen, Islamistinnen, Akteurinnen der Neuen Rechten und der anti-imperialistischen Linken sowie von radikalisierten Impfgegner innen, Pandemieleugnerinnen und Verschwörungsideologinnen bedient wird. Es kann eine reaktive Co-Radikalisierung zwischen unterschiedlichen extremistischen Strömungen bedingen und wird besonders häufig als Legitimationsmotiv für Gewaltanwendung verwendet. In der elften Folge von KN:IX talks sprechen wir mit Dr. Elisabeth Nössing daher über Unterschiede und Parallelen in der Nutzung des Widerstandsdispositivs von rechtsextremistischen und islamistischen Gruppen. Wir reflektieren außerdem, welche Konsequenzen sich für die Präventions- und Distanzierungsarbeit ergeben, wenn extremistische Akteurinnen Narrative verwenden, die explizit vom Gedanken des Widerstands geleitet sind.
**Weiterführende Links
**Meiering, David/Dziri, Aziz/Foroutan, Naika/Teune, Simon/Lehnert, Esther/Abou-Taam, Marwan (2018): „Brückennarrative – Verbindende Elemente für die Radikalisierung von Gruppen“ als PRIF Report 7/2018 in der Report-Reihe Gesellschaft Extrem - https://www.hsfk.de/fileadmin/HSFK/hsfk_publikationen/prif0718.pdfNössing, Elisabeth (2022): KN:IX Analyse #6. Das Widerstandsdispositiv im islamistischen Extremismus - https://kn-ix.de/publikationen/analyse-6/



