Im Gespräch
Im Gespräch
Roger de Weck, Republik Magazin
Im Gespräch: mit René Rhinow, Olivia Kühni und Daniel Binswanger
1 hour Posted Apr 18, 2022 at 1:00 am.
In der politischen Praxis hat der Liberalismus die Menschen­würde oft vergessen. Dabei gibt es gar keine Freiheit, wenn sie nicht in der Menschen­würde verankert ist.
Der Freisinn «muss sich fragen, was Freiheit heute bedeutet»: In der Schweizer Politik wird Freiheit postuliert, aber nicht reflektiert.
Freiheit ist nicht nur Befreiung von Über­griffen durch die Obrigkeit. Denn «zur Selbst­verantwortung gehört Mitverantwortung»: Wir brauchen einen mitfühlenden, sozialen, nachhaltigen Liberalismus.
Was hat der Liberalismus zu sagen, wenn in einer Pandemie oder der Klima­krise kollektiv zu handeln ist? Und: Sind Verbote illiberal?
Die Gesellschaft hat keinen Begriff mehr für ihre Wohlfahrt. Im Umwelt­schutz gibt es nicht einmal einen Minimal­konsens für ein kollektives Handeln.
Was gemäss dem Osteuropa-Historiker Timothy Snyder die ukrainische Gesellschaft von der russischen unterscheidet. Und warum die Schweiz nur weiss, was sie nicht will.
Wie Privatisierungen dem Volk Entscheidungs­rechte entziehen.
«Ich wende mich nicht gegen Wirtschafts­liberalismus, sondern dagegen, dass er alles andere ausblendet.»
Der Paradigmenwechsel im Verständnis von «Verantwortung»: Freiheit wird heute gegen den Gemeinsinn ausgespielt.
Wirtschaftsfreiheit war ein Teil der Revolution gegen die Feudalherren – aber heute leben wir in neofeudalen Verhältnissen.
«Grosse Ungleichheit ist kein Problem, solange alle Menschen ein menschen­würdiges Leben führen können.»
Das Ende von «It’s the economy, stupid!»
Liberalismus hat zwar eine Ethik, aber keine politische Theorie – das ist sein blinder Fleck.
Der Kern des Liberalismus ist die Ermächtigung der Bürgerinnen und Bürger.
Freiheit als nationales «Privileg»: Ist es menschenwürdig, wenn die Eidgenossenschaft 25 Prozent der Bewohnerinnen dieses Landes aus dem politischen System ausschliesst, weil sie keine Schweizer Staats­bürger sind?
Gehören die Libertären, die den Staat ablehnen, zur liberalen Familie?
Liberalismus – wird dieser Begriff in zwanzig Jahren noch zählen? Der Kampf um die Freiheit als ewiges Projekt.
0:00
1:00:55
Download MP3
Show notes
Was Sie im Podcast erwartet:
In der politischen Praxis hat der Liberalismus die Menschen­würde oft vergessen. Dabei gibt es gar keine Freiheit, wenn sie nicht in der Menschen­würde verankert ist. (
00:50)
Der Freisinn «muss sich fragen, was Freiheit heute bedeutet»: In der Schweizer Politik wird Freiheit postuliert, aber nicht reflektiert. (
05:35)
Freiheit ist nicht nur Befreiung von Über­griffen durch die Obrigkeit. Denn «zur Selbst­verantwortung gehört Mitverantwortung»: Wir brauchen einen mitfühlenden, sozialen, nachhaltigen Liberalismus. (
07:19)
Was hat der Liberalismus zu sagen, wenn in einer Pandemie oder der Klima­krise kollektiv zu handeln ist? Und: Sind Verbote illiberal? (
10:42)
Die Gesellschaft hat keinen Begriff mehr für ihre Wohlfahrt. Im Umwelt­schutz gibt es nicht einmal einen Minimal­konsens für ein kollektives Handeln. (
17:18)
Was gemäss dem Osteuropa-Historiker Timothy Snyder die ukrainische Gesellschaft von der russischen unterscheidet. Und warum die Schweiz nur weiss, was sie nicht will. (
21:22)
Wie Privatisierungen dem Volk Entscheidungs­rechte entziehen. (
25:10)
«Ich wende mich nicht gegen Wirtschafts­liberalismus, sondern dagegen, dass er alles andere ausblendet.» (
26:32)
Der Paradigmenwechsel im Verständnis von «Verantwortung»: Freiheit wird heute gegen den Gemeinsinn ausgespielt. (
27:33)
Wirtschaftsfreiheit war ein Teil der Revolution gegen die Feudalherren – aber heute leben wir in neofeudalen Verhältnissen. (
32:50)
«Grosse Ungleichheit ist kein Problem, solange alle Menschen ein menschen­würdiges Leben führen können.» (
37:47)
Das Ende von «It’s the economy, stupid!» (
40:49)
Liberalismus hat zwar eine Ethik, aber keine politische Theorie – das ist sein blinder Fleck. (
45:44)
Der Kern des Liberalismus ist die Ermächtigung der Bürgerinnen und Bürger. (
50:40)
Freiheit als nationales «Privileg»: Ist es menschenwürdig, wenn die Eidgenossenschaft 25 Prozent der Bewohnerinnen dieses Landes aus dem politischen System ausschliesst, weil sie keine Schweizer Staats­bürger sind? (
53:12)
Gehören die Libertären, die den Staat ablehnen, zur liberalen Familie? (
56:20)
Liberalismus – wird dieser Begriff in zwanzig Jahren noch zählen? Der Kampf um die Freiheit als ewiges Projekt. (
58:30)