Glauben und Denken
Glauben und Denken
Sergej Pauli
Die Herausforderungen eines Pfarrers im 21ten Jahrhundert – Mit Michael Freiburghaus im Gespräch
22 minutes Posted Sep 5, 2019 at 7:34 am.
0:00
22:15
Download MP3
Show notes

Auf Michael Freiburghaus und sein evangeliumszentriertes Denken bin ich zum ersten Mal durch einen Artikel von Hanniel Strebel gestoßen. Als ich ihn einige Zeit später noch persönlich kennen lernte, wusste ich sofort, dass ein Interview her muss. Viele werden meine 10+1 Fragen bei Nimm-Lies kennen, doch diesmal haben wir uns an ein anderes Format gewagt: Eine Audioaufnahme. Doch damit nicht genug: Zusätzlich haben wir das Interview hier auch in schriftlicher Form angefügt. Für mich, der kaum Berührungspunkte mit der Landeskirche hat, war dieses Treffen in vielerlei Hinsicht hilfreich, die Herausforderungen eines bibeltreuen Pfarrers zu verstehen.









Michael Freiburghaus, Jahrgang 1986, seit 2015 verheiratet mit Christina und Pfarrer in Leutwil-Dürrenäsch (Schweiz). Präsident der Schweizerischen Traktatmission und der Stiftung Zukunft CH. Außerdem ist er Armeeseelsorger im Schweizer Militär.







PERSÖNLICHES:



F.: Was bewegte dich in die Berufung des Pfarramtes?



A.:Mit 15 Jahren hatte ich ein Bekehrungserlebnis, dass Jesus in mein Leben kam. Zwei Wochen darauf war für mich klar, dass ich Pfarrer werden wollte, um möglichst vielen Menschen von der Liebe Gottes, die er uns in seinem Sohn Jesus Christus zeigt, zu erzählen. Danach habe ich das Gymnasium besucht und an vier Universitäten im In- und Ausland Theologie studiert.



F.: Wovon hast du im Studium am meisten profitiert und welche Lehrinhalte hast du vermisst?



Am meisten konnte ich von den Professoren lernen, die selber an Jesus als persönlichen Herrn und Heiland glauben. Das vertiefte Verstehen des Alten und Neuen Testaments fördert den Glauben. Ebenso ist es hilfreich, wenn man die Kirchengeschichte kennt und nicht alle Fehler selber wiederholt 😊



Die Philosophiegeschichte und Sektenkunde geben einen Überblick über aktuelle Herausforderungen.



Die Gemeindeentwicklung und Evangelisation ist ein Thema, das man gar nicht genug behandeln kann.







F.: Wann fühlst du dich besonders einsam?



A.:Meine Frau steht mir in meinen Anfechtungen bei und sie betet auch für mich. Teilweise fühlt man sich einsam, wenn man sich total für Jesus einsetzt. Aber ich bin dran, mich zu vernetzen.



DIENST ALS PFARRER



F.: Wie viele Prozent der Mitglieder der Kirchengemeinde besuchen regelmäßig den Gottesdienst?



A.: Momentan etwa sechs bis acht Prozent. Dazu muss man sagen, dass es die Gebäude gar nicht ermöglichen, dass 100% der Mitglieder gleichzeitig den Gottesdienst besucht. Dann müssten wir mehrere Gottesdienste am Sonntag anbieten, wie dies in Südkorea üblich ist. Ich freue mich, wenn auch in der Schweiz solche Zustände herrschen 😊



F.: Was ist die grösste Herausforderung in deinem Beruf?



A.: Sowohl Christen, die schon Jahrzehnte im Glauben an Jesus verwurzelt sind, tiefer in die Gotteserkenntnis zu führen und gleichzeitig andere Menschen neu für Jesus zu begeistern.



F.: Was kann man unternehmen, um die Menschen wieder in die Kirchen zu bringen?



In Berlin versuchte es ein Pfarrer mit den drei «A»s: Auslegungspredigt, Abendmahl, Anbetungsmusik.