Eigentlich Podcast
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Micz & Flo
EGL098 Berlinale 2026 Retrospektive: Geheimnisse einer Seele von G.W. Pabst – der erste Aufklärungsfilm zur Psychoanalyse
1 hour 42 minutes Posted Feb 26, 2026 at 5:18 am.
Eigentlich Start
Intro Berlinale 2026
Auf dem Weg zur Retrospektive von „Geheimnisse einer Seele" von G.W. Pabst
Über die Restaurierung alter Filme und die Sehgewohnheiten
Zur Performance des Films auf der Berlinale
Über die Baugeschichte des Hauses der Kulturen der Welt
Nach dem Film ist vor der Besprechung
Zum performativen Charakter der Aufführung
Zur Livemusik zum Stummfilm
Ein Aufklärungsfilm zur Psychoanalyse
Schloss Bellevue und Spreebogen
Outsider Freud
Zur wissenschaftlichen Beratung von Karl Abraham und Hanns Sachs
Zur Restaurierung des Films
Handlung des Films und Analyse der Charaktere
Der unsichtbare Schnitt
Zur Traumsequenz im Film
Filme mit Traumsequenzen und Psychoanalyse
Traumdeutung und Heilung nach der Analyse
Über die Rolle der Frau in diesem Film
Alfred Adler und Individualpsychologie
Zur Route: Spreestadt Berlin
Der Epilog und die Auflösung des Films
Die Symbolik im Film komprimiert erklärt
Musikalische Untermalung im Film
EEG und emotionale Wahrnehmung
Anmerkung zu den Zwischentiteln
Micz erzählt aus der Praxis über die Methode der Traumdeutung
Ausblick auf die nächste Folge
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Show notes
Es ist wieder Berlinale-Zeit! Es ist immer noch tief unter null Grad und wir haben unsere langen Unterhosen angezogen, um unseren Podcast bei einem Spaziergang entlang des Spreebogens aufzunehmen. Wir starten mit der Aufnahme direkt vor dem Haus der Kulturen der Welt, wo im Rahmen der Berlinale-Retrospektive Georg Wilhelm Pabsts Stummfilm Geheimnisse einer Seele aus dem Jahr 1926 in einer aufwendig neurestaurierten 4K-Fassung aufgeführt wird. Der Film, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, gilt als der erste bedeutende Spielfilm, der die Freudsche Psychoanalyse ernsthaft zum Gegenstand macht. Freuds Schüler Karl Abraham und Hanns Sachs trugen zur Umsetzung beratend bei. Die Berlinale-Aufführung ist eine dreifache Premiere: Die Restaurierung speist sich aus drei verschiedenen Filmkopien, begleitet wird sie von einer Neukomposition des Südkoreaners Yongbom Lee, live gespielt vom Ensemble Broken Frames Syndicate, wobei die Gehirnströme der Bratschistin in Echtzeit erfasst werden, um Synthieklänge und eine Lichtinstallation zu steuern. Micz ordnet als ausgebildeter Psychotherapeut die im Film dargestellten Konzepte ein – Traumdeutung, Verdrängung, Kastrationsangst, ödipale Konstellation. Gemeinsam diskutieren wir den Male Gaze, den männlichen Blick im Film, der die Rolle der Frau weitestgehend als reines Projektionsobjekt darstellt. Der rätselhafte Epilog des Films löst bei uns Verwirrung und Ambivalenz aus, was aber wunderbar durch die experimentelle Musik untermalt wird. Ein produktiver Versprecher von Micz, der Karl Abraham mit Alfred Adler verwechselt, führt zu einem Exkurs über die Rivalitäten innerhalb der psychoanalytischen Bewegung und die Frage, ob der Film unbewusst auch davon erzählt. Auf unserer Route passieren wir das Hansaviertel, die Akademie der Künste und die Schwangere Auster und streifen dabei die Geschichte der Bauausstellung Interbau 1957 als architektonische Antwort des Westens auf die Stalinallee. Teil zwei des Podcasts folgt in vierzehn Tagen mit mehr über G.W. Pabst, seine filmtechnischen Innovationen und die Fortsetzung der Route durch Charlottenburg.