Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre? Das kann sein. Andererseits ist eine Orange mehr als eine Orange! Sie ist süßer Duft, Urlaub, vielleicht auch Gemüsestand auf dem Markt, oder unschöne Überraschung wenn wir nach drei Wochen Urlaub heimkommen und eine vergessene Orange in der Küche finden.
Das "Ding an sich" ist für Psycholog:innen gar nicht so spannend. Es sind die Assoziationen, die gelernten kognitiven und emotionalen Zuschreibungen, die Menschen im Laufe ihres Lebens mit Dingen verbinden. Für Freuds Psychologie waren sie zentral, in Träumen und beim freien Assoziieren waren sie der Schlüssel zum Unbewussten. Schon einige Jahrzehnte vorher -- und heute kaum noch bekannt -- hat Gustav Theodor Fechner gezeigt, dass unsere Vorstellungen vom Schönen ohne individuell gelernte Assoziationen nur sehr unzureichend verstanden werden können. Darum geht es in dieser Episode.
Ein Grund für die geringe Verbreitung von Fechners Ideen: Seine Schriften zu diesem Thema sind bislang nur in deutscher Sprache erhältlich und daher weitgehend unbekannt. Um eine entscheidende Lücke in der Fechner-Rezeption zu schließen, wurde jetzt „Das Associationsprincip in der Aesthetik“ von den Psychologen Stefan Ortlieb und Claus-Christian Carbon zusammen mit dem Anglisten Werner Kügel ins Englische übersetzt und mit Kommentaren versehen.
Der Volltext dieser Publikation, inklusive einem Faksimile der Originalschrift, ist frei (open access) hier verfügbar: journals.sagepub.com/doi/10.1177/2041669520920309
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Intro von: https://soundcloud.com/macsiggi



