Freiräume aufdem Land gehörten bis zu Anfang des 20. Jahrhunderts zur Arbeit und zurDaseinsvorsorge. Erst als die Eisenbahn eine Sommerfrische auf dem Landermöglichte, bauten Hoteliers Gartenkegelbahnen und es entstanden besondere Aussichtspunkte.Neue Freiraumelemente, wie z. B. die Bushaltestellen, kommen dazu. Dr.Roswitha Kirsch-Stracke hat die Freiraumtypen ihrer Heimat im südlichenSauerland erforscht. Sie kann in der Landschaft lesen, weil der Naturraum unddie Kulturgeschichte Hinweise geben. Viele Freiraumtypen gibt es noch heute,einige – wie Feldgärten und kleine Wegeabkürzungen - sind dagegen verschwunden.Wer sich mit der Geschichte der dörflichen Freiräume auseinandersetzt, istweniger anfällig für die verbreiteten Klischees vom alten Dorf und vomLandleben. Gemeinsam mitder Dorfbevölkerung kann dieses Wissen für heutige Dorfentwicklungsprozessegenutzt werden.



