In der Welt erleben wir gerade genau das hier:
Stark ist, wer laut ist.
Wer sich durchsetzt.
Wer keine Schwäche zeigt.
Populisten brüllen im Wahlkampf ihre Wahrheiten in die Welt, wer zögert oder nachdenklich ist, geht unter.
In einer Kultur, in der Stärke immer mehr mit Dominanz, Lautstärke und eben Kampf gleichgesetzt wird, klingt die Idee, dass wahre Stärke in der Verletzlichkeit liegt, fast absurd.
Dabei ist gerade das eine zentrale Lehre aller mir bekannten religiösen Traditionen.
»Wenn ich schwach bin, bin ich stark« (2 Kor 12,10), sagt Paulus. »Das Weiche überwindet das Harte«, sagt Laotse.
Was wäre also, wenn die Stärke und die Macht, wirklich etwas zu bewegen, in Wahrheit genau da liegt, wo wir sie am wenigsten vermuten?
Und könnte es sein, dass wir genau hier die Kraft finden, die unsere Welt jetzt so dringend braucht?
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