Die landläufige Vorstellung ist, dass unser Urvertrauen in den ersten Lebensjahren entsteht und die »Brille« prägt, mit der wir auf das Leben schauen.
Je stärker das Urvertrauen, desto besser trägt es durch all die Herausforderungen und Krisen, die das Leben mit sich bringt.
Und es streiten sich nun die Gelehrten, ob es möglich ist, das Urvertrauen auch später noch herzustellen, wenn in den ersten Lebensjahren Dinge geschehen, die statt einem Ur-Vertrauen ein Ur-Misstrauen entstehen lassen.
Manche sagen: Da kann man nichts machen – denn »was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr«.
Und wenn ich sage, dass Urvertrauen nicht heilbar ist, dann klingt es so, als würde ich ins selbe Horn stoßen.
Im Gegenteil.
Für eine entwicklungs- und schöpfungsorientierte Spiritualität und Weltanschauung ist Urvertrauen immer der Ausgangspunkt: Wir stammen aus dem Urvertrauen.
Wir brauchen das Urvertrauen also gar nicht zu »machen« oder »herzustellen« oder zu »heilen« und können das auch gar nicht.
Es gehört vielmehr zur Entwicklung jedes Menschen, dass das Urvertrauen erschüttert wird, sodass wir es dann auf neue und tiefere Weise wiederfinden.
Das ist das Abenteuer.
Kurzum: Wir können uns nur immer wieder an das Urvertrauen erinnern – und genau darum geht es in dieser Folge.
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