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Mit Hussein Jinah und Sebastian Christ über Streetwork in Dresden und indisches Erbe von Gandhi bis Ayurveda
39 minutes Posted May 18, 2019 at 5:28 am.
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„Schick ihn nicht zu den Russen, da lernt er nur Kommunismus.“ Das sagt der indische Beamte zu Hussein Jinah, als er sich um ein Auslandsstipendium bewirbt. „Schick ihn in die DDR. Die Deutschen werden sich wieder vereinigen.“ Der indische Elektrotechniker und ehemalige Soldat kam Mitte der 1980er nach Sachsen. Er vermutet, dass er der erste war, der sich (wegen eines Missverständnisses) nackt an der Grenze auszog. Er berichtet, wie er sich in Dresden einlebte (Staatsbürgerkunde!), indisch für andere kochte und war der erste Anti-Pegida-Demonstrant. Er verrät, woher er die Energie nimmt, gegen den latenten Rassismus zu kämpfen (Gandhi, Yoga) und gibt einen Restauranttipp für Dresden. Mitschnitt der Buchpremiere von Als Weltbürger zu Hause in Sachsen im Stadtmuseum Dresden im April 2019.

Hussein Jinah wurde 1958 auf einem britischen Dampfer, der aus Indien kam, kurz vor der Küste von Daressalam geboren. Er wuchs in Tansania und Südafrika auf, schloss in Indien die Schule ab und kam 1985 zum Studium der Elektrotechnik nach Dresden als Zusatzstudent der DDR. Er promovierte in Elektrotechnik an der Uni Dresden, arbeitete später als Sozialarbeiter / Streetworker. Mittlerweile ist er Vorsitzender des Integrations- und Ausländerbeirates Dresden, sitzt im Vorstand des Bundesmigrationsausschusses von Ver.di und ist Vorstandsvorsitzender des Landesmigrationsausschusses (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) von Ver.di. Hussein Jinah ist ebenfalls im Vorstand vom Dachverband Sächsischer Migrantenorganisationen und ist ehrenamtlich tätig als Gemeindedolmetscher. Er war der Vorstandsvorsitzende des Sächsischen Flüchtlingsrates e.V.

Sebastian Christ wurde 1981 in Frankenberg (Nordhessen) geboren und hat an der Freien Universität Berlin den Masterstudiengang Zukunftsforschung absolviert. Seine journalistische Laufbahn begann mit einem Journalistik-Studium in München, verbunden mit einer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule. Erste Reisen nach Osteuropa und in den Orient folgten. Während eines Auslandssemesters in Washington D.C. entdeckte er seine Leidenschaft für den literarischen Journalismus. Ab 2008 arbeitete er zwei Jahre als Parlamentsredakteur für stern.de. Seine jüngsten Recherchereisen führten ihn unter anderem nach Äthiopien, in die Mongolei und in die Ukraine. Er veröffentlichte zuletzt bei Kiepenheuer und Witsch als Ko-Autor Meine falschen Brüder über einen IS-Aussteiger. Bei mikrotext erschienen bisher Mein Brief an die NSA, die Radelprosa Berliner Asphalt und die Ukraine-Reportage Ich bin privat hier und als Ko-Autor Als Weltbürger zu Hause in Sachsen von Hussein Jinah. Für seine Arbeit erhielt er 2005 und 2009 den Axel-Springer-Preis für junge Journalisten. Derzeit arbeitet er Digitalredakteur beim Tagesspiegel.