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Am 25. April ist Welt-Malaria-Tag. Die Bekämpfung dieser Krankheit ist seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich schwieriger geworden, Experten befürchten einen deutlichen Anstieg der Infektions- und Todeszahlen vor allem in Afrika. Wir sprachen darüber mit Christoph Bonsmann. Er ist 53 Jahre alt, Apotheker und hat selbst lange Zeit in Afrika gelebt. Heute ist er Vorstand des deutschen Medikamentenhilfswerks action medeor, das viele Gesundheitsprojekte in Afrika durchführt. Frage: Herr Bonsmann, können Sie uns die Krankheit Malaria kurz erklären? Christoph Bonsmann: Malaria wird über eine Stechmücke übertragen, die nachtaktiv ist. Hierbei wird die Krankheit übertragen, die lebensbedrohlich sein kann und in vielen Fällen leider auch ist. Aber sie ist behandelbar und sie ist vermeidbar. Frage: Wir haben sich die Krankheitszahlen bei Malaria in den letzten Jahren entwickelt? Bonsmann: In den letzten 20 Jahren haben sich die Zahlen deutlich reduziert. Von über 700.000 Toten im Jahr liegen wir jetzt bei einer Zahl, die knapp über 400.000 liegt. Das sind immer noch viel zu viele, denn ich sagte ja: behandelbar und deshalb auch vermeidbar. Die Erfolge wurden deshalb erzielt, weil man ein umfangreiches Bündel an Maßnahmen eingeführt hat. Vor allen Dingen ein insektizid-beschichtetes Moskitonetz schützt den Menschen in der Nacht vor den Stichen der Malaria-Mücke. Aber auch die Behandlung und die Diagnose haben deutlich dazugewonnen. Frage: Welche Folgen hat aktuell die Corona-Pandemie auf die Bekämpfung von Malaria? Bonsmann: Die Corona-Pandemie hat ja weltweit zu Engpässen geführt und zu Störungen der Lieferketten. Und es gibt noch einen weiteren Effekt, und das ist, dass Menschen von Gesundheitsstationen fernbleiben, weil sie befürchten, sich an Corona dort zu infizieren, ähnlich wie bei uns auch in Deutschland. Das führt dazu, dass Maßnahmen nicht mehr so umfangreich durchgeführt werden können, und das wird wiederum einen Einfluss haben auf die Malaria-Infizierten und dann auch leider auf die Zahl der Malaria-Toten. Frage: Gibt es Prognosen, wie sich Corona auf die weltweiten Malaria-Toten auswirken wird? Bonsmann: Im schlimmsten Fall könnten wir um 20 Jahre zurückgeworfen werden, dann würden sich die Zahlen wieder nahezu verdoppeln. Das ist ganz, ganz wichtig, dass wir das vermeiden. Und dazu gehört eben, dass die Maßnahmen, die so erfolgreich in der Vergangenheit durchgeführt worden sind – wie die Verteilung und Aufklärung über die Nutzung von Moskitonetzen, Diagnose und Behandlung – eben weitergeführt werden. Frage: Welche Erfahrung machen Sie mit Ihrer Hilfsorganisation action medeor? Bonsmann: Wir haben ein eigenes Projekt im Ostkongo, eine sehr schwer zugängliche Region, sehr fragil, und dort befürchten wir genau das gleiche. Weil grade die abgelegenen Regionen sind von der Störung von Lieferketten noch stärker betroffen. Und so befürchten wir, dass durch Aufklärungskampagnen, die wir nicht mehr durchführen können, dass die Zahl der Malaria-Infizierten und dann auch –Toten eben steigen wird. Das sehen wir aber erst im Verlauf der nächsten Monate. Frage: Was muss denn passieren, damit sich die Lage wieder bessert? Bonsmann: Obwohl der Fokus zur Zeit so stark auf Corona liegt, richtigerweise, müssen wir die „Kollateralschäden“, die Corona verursacht, nicht aus dem Auge verlieren. Und dazu gehört eben auch, dass wir uns um die großen „Killerkrankheiten“ – und dazu gehört Malaria – kümmern, intensiv kümmern.



